Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 3 (September 1905)
- Date
- 1905-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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98 abhängig von der akademischen Disziplinargewalt betont, bleibt er doch ganz in seiner einseitigen Parteitendenz stecken, wenn er sagt: (Seite 79/80) „Nur in einer Hinsicht wird die Aufsicht der akademischen Behörden auf politischem Gebiet nicht zu entbehren sein. Die Hochschulen sind nicht nur wissenschaftliche, sie sind zugleich auch staatliche und nationale Anstalten. Daraus folgt, dass auf ihnen Vereinsbildungen und Agitationen, die dem staatlichen oder nationalen Interesse zuwiderlaufen, nicht zu dulden sind. Das ist die einzige Schranke, die der politischen Betätigung des Studenten gesetzt bleiben muss, und die einzige Aufgabe, die die akademische Disziplin auf politischem Gebiet zu erfüllen haben sollte." Jetzt möchte ich den Verfasser nur noch zwei Dinge fragen: Wer soll darüber entscheiden, welche Vereinsbildungen und Agitationen dem nationalen Interesse zuwiderlaufen? Und welche Bestrebungen laufen nach seiner Meinung dem nationalen Interesse zuwider? — Die dritte Schrift ist von einem Juden verfasst. Sie enthält die Geschichte der Juden in der deutschen Burschenschaft und ist mit leichter Feder geschrieben. Was sie bringt, ist uns im allgemeinen bekannt, in Einzelheiten vielfach neu. Was sie will, ist naiv, und ihre Voraussetzungen vorsintflutlich. Sie glaubt mit dem Beweise, dass die Burschenschaft ihre Juden allmählich herausgeworfen hat, zugleich bewiesen zu haben, dass sie, selbst konfessionell, kein Recht habe gegen die katholisch-konfessionellen Studentenverbindungen aufzutreten. Als ob das Judentum eine Konfession wie Katholizismus und Protestantismus wäre! Register zu den Protokollen der Zionisten=Kongresse I—VI, von Hugo Schachtel. Kommissionsverlag: Jüdischer Verlag, Berlin 1905 (40 Seiten) Preis 75 Pfg. Eine Arbeit, die umso grössere Anerkennung verdient, als wir sie einem mühevollen Fleisse verdanken. Statt aller Empfehlungen das Inhaltsverzeichnis: L Der Zionismus: A. Ausbreitung des Zionismus; B. Innerhalb des Zionismus. II. Lage der Juden. III. Organisation. IV. Aktionskomitee V. Kongress. VI. Palästina und seine Besiedlung: A. Frühere Kolonisation, — ihre Initiatoren, — Palästina Einzelfragen und Vorschläge; B. Der Zionismus und die palästinensische Kolonisation. VII. Jüdische Kolonialbank. VIII. Nationalfonds. IX. Gegenwartsarbeiten. X. Geistiges Element im Zionismus (Kultur — geistige Hebung — Erziehung — Literatur — Kunst); A. Hebräische Sprache; B. Jüdischdeutsche Sprache; C. Jüdische Geschichte und Wissenschaft; D. Jüdische Kunst. XL Wirtschaftliche Gegenwartsarbeit. XII. Körperliche Hebung der Juden. XIII. Politische Fragen. — Allgemeines Sachregister A—Z. — Sprachregister. — In memoriam. — Hier ist wirklich der Wunsch angebracht, dass der Mühe der Lohn entsprechen möge. Wir hoffen, dass jeder sich dieses unentbehrliche Heft anschaffen wird. Familie Hirschwald, Jüdische Komödie von Martin Fried- 1 a e n d e r, Verlag Paul Eaatz & Co. Berlin 1905. Das Werk unseres Bundesbruders befindet sich noch im Druck, wird aber in den nächsten Wochen erscheinen. Eine Besprechung behalten wir uns für die nächste Nummer vor. j Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Cohn.