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Der jüdische Student · 1905-09-01 · Heft 3 (September 1905) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 3 (September 1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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74 -:-- Auffassung befreit, als sei der Inhalt der Religion mit Zeremonien und äusseren Formen erschöpft, als sei sie im besten Falle Andachtsübung und moralisches Besserungsmittel. Und den pseudohistorischen Standpunkt, — wir allesamt sind historisch, unser Nationaljudentum weist uns da schon die Wege — der, weil es so bequemer ist, sich um die grossen Lebensfragen herumdrückt, der nicht das Bedürfnis zu persönlicher Auseinandersetzung mit den grossen religiösen Problemen zeigt, der die Religion zur Ausübung eines Zeremoniells, zur Erbauungsangelegenheit oder Erziehungsanstalt herabwürdigt, einen solchen Standpunkt werden wir bekämpfen. Unsere Theologen müssen Männer sein, die mitten drin stehen im Erleben ihrer Zeit, die sich mit den religiösen Fragen auseinandergesetzt haben, die ein Organ haben für die inneren Nöte der Gegenwart und zum modernen Menschen nicht in der abstrakten, abgeblassten, schablonenhaften Kanzelsprache, sondern in der Sprache des Modernen reden. Das sind die Rabbiner, die der V. J. St. einzig wünschen kann. So ist der Theologenhass des V. J. St. beschaffen. Er ist ein heiliges Vermächtnis an unsere jetzigen und an alle zukünftigen Theologen des V. J. St. Nicht als ob wir uns einbildeten, dass wir damit eine neue Rabbinergeneration schaffen könnten, oder dass man alles das nur bei uns lernen könne. Aber dass unsere Theologen allesamt bei aller persönlichen Entwickelungsfreiheit eine bestimmte Note für ihre Teologie von uns mit hinausnehmen, das müssen wir verlangen. Das Wichtigste muss ihnen natürlich ihre Theologie geben. Ob wir schon so weit sind, ob es eine wissenschaftliche jüdische Theologie in mehr als Keimen überhaupt schon gibt, ist hier nicht zu beantworten. Das ist eine Frage, die den Verein als eines der vielen jüdischen Probleme angeht, für unsere Frage kommt sie nicht in Betracht. Die Regeneration der Welt. Mitgeteilt von E. C. Ein merkwürdiges Buch liegt vor mir auf dem Schreibtisch. Es ist betitelt: „La regeneration du monde" und gewidmet den zwölf Stämmen Israels. Erschienen ist es am 19. März 1860 zu Courtrai (Belgien) und als Verfasser zeichnet mit seinem Namenszuge Joseph de Felicite. Schlägt man die letzten Seiten

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