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Der jüdische Student · 1904-04-01 · Heft 1 (April 1904) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1904) (Fortsetzung)
Issue
Heft 1 (April 1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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---———-_i--27 vorausgeschickt. Vor allem sei auf eine volkstümlich-sozialistische Schule: die der Narodinki aufmerksam gemacht, die bis vor kurzem das Geistesleben der russisch-revolutionären Jugend absorbierte, jener Intelligenz, der man im Ausland mit grosser Sympathie begegnet, und die leider so oft auf den Eisfeldern und in den Bergwerken Sibiriens ihren Opfermut büssen muss. Im Mittelpunkt dieser Lehre steht die „russische Feldgemeinschaft", jene historische Tradition, dass die Bauern desselben Dorfes das Gemeindeland gemeinschaftlich bearbeiten. Das Objekt dieses Sozialismus ist der russische Bauer. In der Feldgemeinschaft sehen die Narodniki und ihr bedeutendster Führer Tschernewsky das Ideal, dem die ganze Kultur zustrebt, und das sie gerne über Westeuropa ausgedehnt wissen möchten. Sie glaubten, dass Russland mit seiner sprunghaften Geschichte den anderen zivilisierten Ländern vorangehen werde, indem es sich förmlich des Resultates der jahrtausendlangen Kultur, der Forderung an gleichem Grund und Boden bemächtigt. Ist diese Theorie später besonders dadurch, dass nachgewiesen wurde, dass Europa auch die Feldgemeinschaft besessen und überwunden hatte, in sich zusammengebrochen, so ist doch eines ersichtlich: dass diese Lehre im Gegensatz zum Kosmopolitismus anderer sozialistischer Systeme einen direkt nationalen Charakter trug. Begeistert folgte die studierende Jugend Russlands in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren Führern. Ein deutliches, erschreckendes Bild davon geben die Zahlen der in jener Zeit politischer Vergehen wegen nach Sibirien Verbannten. Ihr Streben war es, durch eine begeisterte Agitation die Bauern dahin zu bringen, in der Feldgemeinschaft ihr Ideal zu erblicken, das sie im Fall der Revolution mit all ihren Mitteln gegen die Regierung zu verteidigen hätten. Den gewerblichen Arbeiter berücksichtigte die Agitation nur insofern, als er zum Gelingen des Planes förderlich erschien. Doch als trotz allen Opfermutes die Agitation unter der stupiden, habgierigen Bevölkerung keine Früchte brachte, besonders nach jener Zeit, wo die russischen Bauern ihre beste Freundin, die studierende Jugend, um einen Judaslohn an die Polizeischergen des Zaren verrieten, da änderten sich die Verhältnisse. Immer mehr gewannen jene die Oberhand, die behaupteten, die Intelligenz Russlands selbst, und nicht der Bauernstand, sei dazu berufen, die Regierung dem Zarismus aus den Händen zu winden. Es gelang, all die Sozialrevolutionären Gruppen Nordrusslands zu einem Verband „Land und Freiheit"

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