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Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 47)
Language
German
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Bücher= und Zeitschriftenschau 47 Die Organisation der Jüngerenschaft ist sehr kompliziert. Man unterscheidet drei Stufen. Jede wird durch eine Prüfung abgeschlossen. Die Einzelnen müssen so drei Stadien durchlaufen: Probewanderer, Zugswanderer und Kordelwanderer. Nach Bestehen der ersten Prüfung (Wandertechnik I, Lagertechnik I und Körperschulung) findet die Aufnahme in den Zug statt. Nach bestandener zweiter Prüfung Aufnahme in den Einzelbund oder Zugstamm, nach der dritten Prüfung in die Mittlerenschaft des Wanderbundes. Bei der zweiten Prüfung sind die Gebiete Wander- und Lagertechnik ausgedehnter und bei der dritten werden ganz besondere Kenntnisse, wie Kartenlesen, Spurenlesen, Kenntnis von Stadt- und Baustilen, Verkehr und Technik usw. verlangt. Ebenso steigern sich die Anforderungen in den Gebieten Lagertechnik und Körperschulung. Im zweiten und dritten Stadium kommt Wehrsport (Boxen oder Jiu Jitsu), Werkarbeit (Schlosserei, Tischlerei oder Elektrotechnik), Hebräisch (dritte Prüfung u.a. Verständnis eines schwierigen Bibeltextes und eines mittleren neuhebräischen Textes) und „Dienst für Volk und Bund" hinzu. Unter letzterem wird verstanden: besondere Dienstleistungen für die Zionistische Organisation, jüdische Geschichtskenntnisse, Werbeleistungen usw. Der erste Teil des Buches erstreckt sich darauf, die Einzelabteilungen dieser größeren Gebiete zu beschreiben und gemeinsame Formen in knapper, aber z. T. sehr eingehender Weise darzustellen. So z. B. den Gruß: Führen der ausgestreckten rechten Hand zur linken Brustseite, der Stelle des Herzens. Die Art dieses Grußes ist dann noch weiter beschrieben. Nicht um eine lächerliche Wirkung zu erzielen, die durch das Herausreißen einer solchen Einzelform aus dem Zusammenhang möglich wäre, wird das hier angeführt, sondern um an einem Beispiel zu zeigen, bis in welche Feinheiten der Formenkreis des noch nicht existierenden Mischmars ausgedacht ist. Außer den obligatorischen Gebieten gibt es noch eine große Zahl von „Könnerschaften", von denen die zweite Hälfte des Buches redet. In Kompendienextrakten sind unter dieser Überschrift 25 allgemeine Wissens- und Könnensgebiete, wie z. B. Botanik, Zoologie, Astronomie, musikalische Gebiete, Warenkunde, feinere Kochkunst, Pflege und Reparatur von Kleidung und Schuhen, Photographieren, Zeichnen, Landwirtschaft, Physik, Chemie, Palästinakunde, Hebräisch usw. beschrieben. Es ist im Allgemeinen eine recht gute Übersicht des Stoffes mit Spezial-Literatur Verzeichnissen gegeben. Im dritten Stadium der Jüngerenschaft müssen die Kordelwanderer Kenntnisse in fünf Gebieten ihrer Neigungen nachweisen. Im allgemeinen Literaturverzeichnis ist die Angabe jüdischer Literatur abgesehen von Palästinabüchern recht spärlich. Gibt es außer den Geschichten von Perez und Herzls „Mauschel" wirklich keine jüdische schöne Literatur, Erzählungen u. dergl. für Jungens zwischen 10 und 15 Jahren? Es wäre hier z. B. manches aus der Sammlung „Jüdische Jugendbücher" zu empfehlen. Es soll hier nicht weiter untersucht werden, ob die Methode des Boy Scout, die allerdings dem natürlichen Empfinden eines Knaben oft sehr nahe zu liegen scheint, wirklich die einzige, besonders für Jungen aus dem westjüdischen Milieu, ist. Bei der Betrachtung des Buches ist dies auch gleichgültig, da man anerkennen muß, daß es den immer nach stofflichen und methodischen Anregung suchenden Jugendführern tatsächlich soviel

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