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Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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4 Bericht über die Wintertagung Die Tagung wurde eingeleitet durch das folgende im Auszug wiedergegebene Referat: Referat von Bbi\ Foerder. Er führte etwa folgendes aus: Man könne zu dem Programm des Präsidiums stehen wie man wTolle. Jedenfalls habe es einen unbestreitbaren Erfolg zu verzeichnen. Es sei im Kartell ein Kampf um sachliche Gesichtspunkte entstanden; es sei gelungen, die Frage nach dem „Ob" des Kartells in eine Frage des „Wie" umzuwandeln. Das Präsidium halte an dem Gesichtspunkt fest, daß das Kartell sich nicht mehr mit einer farblosen Neutralität begnügen könne. Es fühle sich als Exponent bestimmter politischer Ansichten, die es auch im Kartell vertrete. Der Grundgedanke, der dem entpolitisierten Kartell zugrunde liege, sei falsch. Die heutige Situation erfordert eine Stellungnahme. Es sei ein Mangel des gesamten deutschen Zionismus, daß man sich allgemein mit unverbindlichen, nichtssagenden Deklarationen begnügen wolle. Dieser Gedanke sei auch bei dem Menschenmaterial, das uns zur Verfügung stände, undurchführbar. Ein Hineinwachsen in die Fragen zionistischer Politik sei nur möglich durch Stellungnahme, nicht durch nur intellektuelles Verstehen. Es gibt einen Einwand gegen die neue Entwicklung; man weist darauf hin, daß es bis jetzt anders war. Dagegen ist zu sagen, daß man im politischen Leben aus der Vergangenheit niemals Schlüsse für Notwendigkeiten der Gegenwart ziehen kann. Wir haben eine geistige Wandlung durchgemacht. Die Grundkonzeption der Vergangenheit war die Erziehung zum zionistischen Staatsbürger. Sie bedeutete Abgrenzung nach außen und verlangte von dem Einzelnen eine bestimmte innere Disposition. Dieser Gedanke habe auch noch verpflichtenden Charakter für diese Generation. Der Einzelne kann sich ihn subjektiv neu erringen, objektiv sind diese Gedanken alle bereits durchgearbeitet. Jede Generation braucht eine ihr spezifische Aufgabe, in der sie versucht, auch objektiv weiterzukommen. Das geistige Neuland in politischer Hinsicht liege heute auf innenpolitischem Gebiete. Bis jetzt bewege man sich mehr in Sym- und Antipathien. Es müsse der Versuch gemacht werden, in allmählicher Arbeit und dauernden Auseinandersetzungen zu konkreten Vorstellungen zu gelangen. In einem lebendigen zionistischen Kreise müsse heute die Frage unserer Innenpolitik die Gestaltung Palästinas, die Methoden unserer Arbeit Kampfobjekt sein. Erforderlich ist eine authentische Interpretation unseres Programms. Wie ist unsere Vorstellung von dem politisierten Kartell? Es gibt eine Auseinandersetzung im Kartell: Der Kartelltag, der sich auch mit politischen Fragen befaßt, wählt das Präsidium auf Grund eines bestimmten politischen Programms, aber alle Richtungen haben im Kartell Platz. Eine Auseinandersetzung setze doch ge-

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