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Der jüdische Student · 1925-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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42 Mitteilungen Berlin, den 9. Februar 1925. Bbr. Arthur Stein Berlin W. 62. Schillstr. IIa. Lieber Stein! Wir haben uns in der letzten Präsidiumssitzung sehr ausführlich mit dem Inhalt Deines Schreibens, in dem Du uns mitteilst, daß Du nicht mehr imstande bist, den Vorsitz des Präsidiums zu führen, beschäftigt. Trotzdem wir nur sehr schwer auf Deine leitende Mitarbeit verzichten können, glauben wir, in Anbetracht der Umstände, die Du in Deinem Brief ausführlicher dargelegt hast, Deinem dringenden, ja schon wiederholt an uns gestellten Wunsch Rechnung tragen zu müssen. Wir möchten diese Gelegenheit benutzen, um Dir für Deine bisherige jahrelange unermüdliche Tätigkeit im Präsidium unseren herzlichsten Dank zu sagen. Wir tun dies zugleich, wie wir mit Bestimmtheit wissen, im Namen und im Sinne aller Bundesbrüder. Wenn Du heute notgedrungen, nicht freiwillig, die Führung des Kartells abgeben mußt, so wird Dir dieser Schritt, der Dir, wie wir wissen, recht schwer gefallen ist, dadurch erleichtert, daß eine Generation teilweise von Dir persönlich erzogener Menschen vorhanden ist, die bereit und, wie wir hoffen wollen, imstande ist, die schwere Aufgabe der Leitung unseres Bundes zu übernehmen. Diese werden es, die Versicherung glauben wir Dir abgeben zu können, als ihre vornehmste Aufgabe ansehen, den Geist, für den Du und ein bestimmter Kreis mit Dir zusammenarbeitender Menschen uns immer vorbildlich gewesen bist, zu erhalten, und unseren jüngeren Menschen zu übermitteln. So werden» selbst wo es Dir jetzt nicht mehr möglich sein wird, persönlich so häufig und so intensiv wie früher an der Arbeit teilzunehmen, die Wirkungen Deiner Tätigkeit unserem Bunde erhalten bleiben. Es ist für uns eine große Freude, daß Du Dich trotz Deiner uns bekannten sehr starken Inanspruchnahme bereit erklärt hast, weiter als Mitglied des Präsidiums an der Arbeit teilzunehmen. Wir legen, ganz abgesehen von allen persönlichen Beziehungen, umso größeren Wert auf Deine Mitarbeit, da Du nach unserer Ansicht für jenen Zweig unserer Arbeit, den wir im Augenblick zu beleben versuchen, die Tätigkeit unter den älteren Bundesbrüdern notwendig, um nicht zu sagen unentbehrlich bist. Wir haben schon wiederholt in anderen Zusammenhängen zum Ausdruck gebracht, daß uns besonders viel gerade an dieser Altherrenarbeit gelegen ist. Die notwendigen sachlichen Grundlagen für die Durchführung dieser Arbeit sind heute vorhanden. Zu einem wirklichen Gelingen ist aber darüber hinaus und gerade im Kartell erforderlich, ein Gefühl persönlicher Zusammengehörigkeit und gemeinsamer sachlicher Verpflichtung zwischen älteren und jüngeren Menschen unseres Bundes. Wir haben es Dir immer besonders gedankt, daß Du einer der wenigen warst, die, sich bemühend um die Neugestaltung des Kartells, es immer als ihre vornehmste Aufgabe ansahen, auch mit unseren jüngeren Menschen Konnex zu suchen und diese zu zuverlässigen, dem Kartell und der zionistischen Bewegung ergebenen Männern zu erziehen. Wir hoffen daß Du diese Aufgabe, eine Brücke zu bilden zwischen den jüngeren und älteren Generationen, weiter erfüllen wirst. Mit herzlichem, bundesbrüderlichem Gruß! Das Präsidium des K.J.V. gez. Herbert Foerder. Der Erich Rosenkranzbund, Berlin, hat seinen Anschluß an das Kartell vollzögen. Damit sind die s. Zt. ausgetretenen Bundesbrüder Georg Herlitz, Fritz K o r e f und Erich Schweiger wieder K.J.V.er. Wir begrüßen den Rosenkranzbund herzlichst in unseren Reihen.

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