Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen 4% Mitteilungen. Mitteilungen des Präsidiums. Bbr. Arthur Stein, der aus beruflichen Gründen gezwungen ist, oft aus Berlin abwesend zu sein, hat sich aus diesem Grunde genötigt gesehen, den Vorsitz im Präsidium niederzulegen. Das Präsidium glaubte, sich der Bitte von Bbr. Stein nicht entziehen zu dürfen und trug seinem dringenden Wunsche Rechnung. Das Präsidium beauftragte Bbr. Foerder mit dem stellvertretenden Vorsitz des Präsidiums. Wir wollen auch an dieser Stelle Bbr. Arthur Stein für seine langjährige, hingebungsvolle Arbeit für das Kartell unseren herzlichsten Dank ausdrücken und veröffentlichen nachstehend den mit ihm geführten Briefwechsel: An das Präsidium der K.J.V., Berlin. Berlin, den 9. Januar 1925. Liebe Bundesbrüder! Nachdem ich seit etwa einem Jahr fast ausschließlich auf Reisen bin, habe ich schon oft in Eurem Kreise den Wunsch geäußert, mein Amt niederzulegen. Es ist meiner Ansicht nach nicht zu verantworten, daß ich diese Position inne habe, ohne eine entsprechende Arbeit zu leisten, ja sogar ohne in irgendwie erheblicher Weise mitberaten zu können. Dieser Zustand ist um so weniger zu verantworten, als durch den Ausfall eines Kartelltages im letzten Jahre keine Möglichkeit war, den Zustand zu korrigieren. Bisher wurde immer entgegen meinen Wünschen die Ansicht vertreten, daß ich in der Hoffnung auf eine Aenderung dieser Verhältnisse meinen Posten beibehalten sollte. In dieser Hoffnung ist die Konsequenz, die sich aus den Verhältnissen ergab, von Monat zu Monat aufgeschoben worden. Nachdem jetzt wirklich in ziemlich sicherer Aussicht stand, daß meine Reisen aufhören würden, aber plötzlich auch diese Aussicht wieder über den Haufen geworfen ist und nachdem infolgedessen nicht mehr abzusehen ist, wann sich die Verhältnisse in meiner persönlichen Arbeit so ändern werden, daß ich meinen Posten wieder ausfüllen kann, lege ich hiermit meine Position als Vorsitzender des Präsidiums nieder, da ich von Bundesbruder Paul Hirsch höre, daß Ihr Euch jetzt mit Recht meinen durch ihn übermittelten Wünschen nicht mehr entzieht. Sobald es mir wieder möglich ist, hoffe ich, die Gelegenheit nehmen zu können, um zu den Fragen der letztjährigen Entwicklung des Kartells Stellung nehmen zu können. Einstweilen muß ich mir dies, da ich wieder auf der Reise bin, versagen. Ich folge Eurem Wunsche und verbleibe einstweilen im Präsidium, in der Hoffnung, daß es mir doch noch einmal möglich sein wird, auch an der Arbeit wieder teilzunehmen, und daß es mir vielleicht in Zukunft mehr als bisher möglich sein wird, meine Berufsreisen für Zwecke des Kartells mit zu benutzen. Es ist selbstverständlich, daß ich gleichzeitig aus den oben angeführten Gründen erklären muß, daß ich den Vorsitz im Altherren-Präsidium nicht führen kann. Ich bitte daher, auch im Altherren-Präsidium bei der nächsten Sitzung, der ich wieder nicht beiwohnen kann, Entsprechendes zu veranlassen. Ich bin mit den herzlichsten Wünschen für den Fortgang unserer Arbeit und mit den besten Grüßen Euer Arthur Stein.