Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Jüdische Student 185 Aber der „Jude" soll auch alle die anderen Fragen besprechen, die die Seele des Juden bewegen, so die Frage „Deutschtum und Judentum", die immer drängender wird. Sein Programm lautet; „Die Monatsschrift Der Jude ist ein unabhängiges Organ für Erkenntnis und Förderung des lebendigen Judentums. Ihre Beiträge sind nicht Kundgebungen eine* Gruppe, sondern Aeußerungen der persönlichen Meinung der Verfasser." Hält der „Jude" das was er verspricht, so ist mit ihm ein alter, dringender Wunsch aller Zionisten erfüllt: der nach einer würdigen akademischen Begründung und Vertretung unserer Theorien und Forderungen vor der Oeffentlichkeit, auf die es. uns ankommt, sowie gleichzeitig der nach einem wichtigen nationalen Erziehungsfaktor. Ob diese Wünsche erfüllt werden können, wird zum guten Teil davon abhängen, daß die K.J.V.-er sich der Zeitschrift liebevoll annehmen. Es ist ihre Pflicht, sie durch Abonnement und, soweit sie dazu in der Lage sind, durch Mitarbeit zu unterstützen. Abonnements nimmt der ,Jüdische Verlag" entgegen;. Mitarbeiter wollen sich an den Herausgeber (Adresse: Heppen-, heim a. d. Bergstraße) wenden. - Das'Präsidium ist von Herrn Dr. Felix Theilhaber gebeten worden, das Material des K. J. V. beizusteuern für ein im Verlag Louis Lamm, Berlin, erscheinendes „Heldenbuch jüdischer Krieger aus Deutschlands großer Zeit". In dem Prospekt wird von dem Buche gesagt: Es wird den Beweis erbringen, daß der Jude tapfer und heldenmütig an allen Fronten gekämpft hat, daß er bei allen Truppengattungen seinen Dienst unter voller Anerkennung versehen hat In unserem Buche wird des jüdischen Matrosen L e v i gedacht, der nach dem Zeugnis des Prinzen von Hohenzollern mit der „Emden" fiel, des jüdischen Majors Hollerbaum, der im Dienst des Vaterlandes seinen ^Tod fand, der 35 jüdischen Ritter des Eisernen Kreuzes I.Klasse, des aktiven höchsten preuß.Veterinärsbeim Stabe HAldenburgs, 150 gefallener jüdischer Offiziere, ferner der abenteuerlichen Fahrten deutscher Juden aus Amerika zur Stellung im Heeresdienst, der alten - Herren, die hochbetagt als Kriegsfreiwillige mitzogen, und der jüdischen Knaben, die, fast noch Kinder, sich das Eiserne Kreuz erwarben. Dutzende von Anerkennungen selbst der hohen Heeresleitung belegen die packenden Schilderungen der Krieger als unumstößliche Dokumente zur Zeitgeschichte. ... Da das Buch ferner durch die Anregung einflußreicher Persön- < lichkeiten hergestellt wird, so sind wir fest davon überzeugt, daß das Buch seinen doppelten Zweck der Aufklärung und Hintanhaltung antisemitischer Angriffe und der Stärkung des jüdischen Selbstbewußtseins auf Grund tatsächlichen Materials dienen wird.