Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 179 des-Berichts treten, der in normalen Zeitem dem Kartelltag zu erstatten gewesen wäre. Unter den Finanzen des Kartells verstehe ich die Finanzen des Präsidiums und der einzelnen Korporationen. Beide sind, um dies für die nicht genügend informierten Bundesbrüder noch einmal zu sagen, organisatorisch von einander getrennt. Jeder Bundesbruder zahlt in seiner Eigenschaft als Mitglied einer Korporation Beiträge an diese, als Mitglied des K. J. V. Beiträge an das Präsidium. Die einzelnen Korporationen sind, was keiner näheren Darlegung bedarf, durch den Krieg in schwere. Bedrängnis geraten. Die Einziehungen zum Heere haben bewirkt, daß die Korporationen zum Teil überhaupt keine, zum Teil nur sehr wenige ortsanwesende Mitglieder mehr zählen, daß infolgedessen die Beiträge auf ein verschwindend geringes Maß zurückgegangen siud. Soweit ortsanwesende Mitglieder ganz fehlen, hat das Präsidium diesen Korporationen Kassenpfleger bestellt, die die Aufgabe haben, für die Einbringung von Beiträgen zu sorgen und sie mit den dringendsten Verpflichtungen in Einklang zu halten. Da die meisten Gläubiger den bestehenden Verhältnissen Rechnung tragen und mit ihren Forderungen warten, so lassen sich die geringen Einnahmen und die aufs äußerste eingeschränkten Ausgaben im allgemeinen kompensieren, sodaß «ein gewisser Gleichgewichtszustand besteht. Wir geben nns aber keiner Täuschung darüber hin, daß dieser Gleichgewichtszustand nur ein vorübergehender ist und nur so lange dauert wie der Krieg. Nach dem Kriege werden die Gläubiger mit ihren Forderungen an die Korporationen herantreten, und es wird dann große Schwierigkeiten machen/die inzwischen immer weiter angewachsenen Verpflichtungen zu erfüllen. Das Präsidium hat in rechtzeitiger Erkenntnis dieser Gefahr die Erhebung -einer Verbindungsumlage beschlossen, aus deren Eingängen ein Verbindungsfonds gebildet worden ist, der am 31. Dezember r 1915 den Betrag von M. 2000 erreicht hat. Aus diesem Fonds sollen zum Teil schon während des Krieges, in der Hauptsache aber erst nach Friedensschluß den notleidenden Verbindungen Darlehen gewährt werden, die sie allmählich im Laufe einiger Jahre zurückzahlen. - Günstiger als die Korporationsfinanzen liegen die Finanzen des Präsidiums. Wir haben, von der Erwägung ausgehend, daß wenigstens die Zentralinstanz des Kartells leistungsfähig und aktionsbereit erhalten bleiben muß, die Beiträge von Anfang an so bemessen, daß unsere Weiterarbeit unter allen Umständen gesichert war.v Dies konnten wir umso eher, als sich ja unsere Beiträge auf die breiten Schultern des ganzen Kartells verteilen und so vom Einzelnen verhältnismäßig leicht getragen, werden können. Ich habe davon Abstand genommen, an