Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 51 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- Seite 799 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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'Ijinnini«{3.u!ni|!iiu-©'ii!ji||!iiil.©,..ii!j||j|in 799 Professor Sethe über die Smaisundc. Zn der Atonatsversanunlung der Vorderasiatisch-ägyptischru Gesellschaft berichtete Professor D. Seihe ftber die Zünde der Sinai-Expedition^), die im Winter 190*4/05 unter Führung des bekannten Aogyptologen Flinders-Petrie nach der Siuaihalbinsel nntcrnvnunen wurde. Zn dem alten Mincugcbiet, das die Aegpyter nach Alalachit an^beuteten, fand inan in den Ruinen eines ägyptischen Tempels drei Nundslutpturen, die durch ihren fremdartigen Eharatter nichtägyptischcu Ursprung verrieten. Ferner fand man in der Hingebung sieben Inschristen, die mir bie-her unbekannten ^chrift zögen bedeckt waren. Der englische Gelehrte Gardiner, der sich zuerst mit der wissenschaftlichen Untersuchung dieser Schriftzeichen besagte, fand hier die Vorstufe oder die ältesle Forur der phönizischen, oder allgemeiner gesagt, der semitischen schriftzeichen. lieber den Ursprung dieser Dchnstzeichen, die ein konsonantisches Alphabet ohne Volal Zeichen bilden, haben sich die Gelehrten seit säst einem Jahrhundert bemüht, ohne ihre Herkunft befriedigend zu erklären. In Ende des letzten vorchristlichen Jahrtausends taucht dieses Alphabet überall in ziemlich ausgebildeten Formen aus. Seine charatt.ristischen Alert male sind die Linlsläusigteit und die Vokallosigteit, Zwst Mängel, die die Griechen bei der Uebernahme des phönizischen Alphabets überwunden haben. Durch die neuen Funde aus der Sinaihalbinset ist es mm erwiesen, daß dieses Alphabet von den ägyptischen Hieroglyphen abgeleitet ist, die ebenfalls, und zwar als einzige nichtsemitische 3 dirift, vokal los sind. Nähere Untersuchungen zeigen, das; diese Uebernahme keine ftlavische paar, sondern eine selbständige Aneignung darstellt. Die Entstehung dieses ursemitischen "Alphabets kann nicht in .stanaan vor sich gegangen sein, da sie keinen Einflug der sich von den Hieroglyphen so charakteristisch unterscheidenden Keilschrift aufwcist. Der Drt der Entstehung mim vielruehr außerhalb Kanaans, aber doch in der Nähe Aegyptens, gesucht werden. i) Eiche auch die Aufsätze von Professor Grimme uvd Dr. Bruno Weil in „C. V.-Zeituug" Nr. 44 vom 30. Oktober d. I. Als dieser Ort ist jetzt die Sinaihalbinsel entdeckt worden. Don hier ans verbreitete sich das neuentstandene "Alphabet sowolft zu den Nordsemiten (Hebräer, Phönizier) als auch zu den LÜdsemitcn -Sabäer). Tie Zeit der Entstehung des scmitiscl-en Alphabets dürste irr der Zeit der Hylsos-Herrschaft in Aegypten anzusetzen fein. Dieses semitische Hirtenvolk wird während seines hundertjährigen Aufenthaltes in Aegypten die Vorteile der Schriften erkannt und die ägyptischen Hieroglyphen zur Erfassung eines semitischen Alphabets benutzt haben. Wir haben hier also, wie der Vortragende betonte, das missing link in der Entwicklungsgeich!chte, die von den ägypti'chen Hieroglyphen über das phönizische, griechische, lateinische "Alphabet bis zu den Schristzeichen der Gegenwart führt. An den Vortrag Professor Sethes schloß sich eine interessante Erwiderung Professor Grimmes an. Er wies zunächst den Vorwurf zurück, das; er seiner Phantasie gefolgt sei. An Hand instruktiver 'Abbildungen d.r Driginalphotographien Flindcr-Petries zeigte er, wie cr zu seiner Auftastung gekommen sei. Er ging dabei von einer auffallenden Aehnlichkeit der aus dem Sinai gefundenen Schriften mit dem fiifcfcmitrfd^eti "Alphabet des AltAamudischen aus. Dicscs zieht cr daher auch zur Entzifferung der eainaiinschristeu heran, indem er deren Herkunft ans dem Aegyptischeu unentschieden läßt, ebenso wie denen Zu'ammenhang mit dem Phönizischen. Ans Grund der Kenntnis der Phvtogravhien kam Grimme auch zn teilweise anderen Lösungen als reifte, den; ^dieses Acaterial nicht zcrr Versügcing stand. Grimme, der Semitin, und meiste, der Aegyptvloge. standen sich scharf gegenüber. Eine Lösung der Frage wird erst die Wiedorhcrbeischassung der Sinaiinfchriften bringen. Vertag: Lcniralvercür deutsch. Elaatvbürger jiid. Glaubens e. V., Berlin SW 63, Liudcnstr. 13. Tel.-Adr.: „Gcntraujiaubcu Berlin". Postscheck.: Berlin 30472. Für d. Cchristlect. verantwort!.: Ludwig Holländer, Berlin 8W 63. Iluvcrl.Manu'tr.rocrd. nur zurückgcs., wenn Freiumschlag bestiegt. — Beran Anzeigen!.: Max Junge, Llu..Friedcn.au. — Druck: Rudolf Möge, Berlin TM pj)7? fl ymilfimmi-a FlÜGEL-PIANINOS! ■ / Alleinvertrieb \ /für Groß-Berlin u.Umg.' / j DPiSMMLZLMw' ■'Kurfür5fendarnm 228,-^7 Dccanolafl Etmslipisl-Pianos C a Tel: tisraar* 3T16;U In Kürze erschelnl: H T5 f T“5 Ä I] T. TI ff 3 1 Syiii W <sJ Ein Untcrhaltimgshuch für israeiiüsdis Knaben «.Mädchen. Heraus ge geben von E. Gut. Dritter Band mit 6 Jllusirailonen, Gondeln enband M. 7,—* J.Kauffinann Verlag, Frankfurt a.M. SchUlcrsirasse 19. i O»|niiiiiiiim0«*iriii!iiiu»Oin!!i!iii!i©«*iiiinuin»Of*|*iiinnii*,*o \ Hausers Hotel X ß* »Der Reichsadler" g Besitzer: Albert Hauser ff Herzog.DÜhelM'Sirasre 32, am Rartelor. X Jernspr.56012-17/Tcl.-?ldr.:SavoyMurichen. 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