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Central-Verein-Zeitung · 1925-12-04 · 49 (4.12.1925) · p. Seite 772

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
49 (4.12.1925)
Date
1925-12-04
Page
Seite 772 (sequence 15)
Language
German
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772 imb seslcn 3toat-5ivc[cn Distmi'ii, in gärenden Zeiten aber Trohki sind'''. „Wir haben cuornte Fehler", sagt der jüdische Verteidiger, „ich kenne sie noch besser als ihr: Versucht, euch gegen sie zu schuhen. Wir haben auch Tugenden: An euch lieg! e?, sie inchbar 3ii_ mach ein (In diesem Bliche kommen die Juden immerhin am schlechtesten weg. Die Darstellung politischer Verhältnisse in nicht de? Verfassers stärkste Seite. Auch die politischen Beziehungen Ungarns zu Deutschland beurteilt er ganz einseitig vom Sloudpmitt der sr.nr'.osisä'en Politik. Da? stark deutschfeindliche Buch ist dem Dentschenhauer älnnrieo 1 >arres gewidmet.) Wieviel Aufrichtigkeit, welche Hvnmmzökrmt liegt in dem alten Rufe ..I m k o nt in enden I a h r e i u I e r n s a! e tu", tveim man ihn in dem russischen, polnischen oder rumänischen Gbetlv Hort. In der Phantasie t>cv Inden de? Osten? lebt noch dein und stark die Liebe 31t Zion, (yiu Jude de? Westen? aber i:iisicht schon in den tausendjährigen Wunsch jene bittere Ironie, die dem jüdischen Volte eigen ist. Zn Pari?, London und Berlin gibt e? Jndcn. die mir feiten an den Messias denken, den doch die Inden von Schwarze Tente und Vel? täglich, ans einer weißen Eselin reitend, erwarten. Da? irdische Jerusalem an den Usern der Donau war eine kurze nnd blutige Episode, aber entfiel)! nicht inzwischen auf dem alten Boden de? Gelobten Laude? da? neue Zion? Ta? aktuellste der vier Tharandschen Bücher, „Int kommenden I a h r e i n I e r n s a l c nt", be'chäsrigt sich mit dem neuen zionistischen Palästina. Ein alter Jude de? Osten? verläßt bisweilen sein Ghetto und pilgert nach Jerusalem, um dort zu sterben, nachdem er mt der .Magcmauer gebetet und geweint hat. Ist doch in Palästina zu sterben ein Pfand des ewigen Lebens. Bier Schritte auf dem Lande der Väter getan zu haben, befreit von allen Sünden! Aber diese armen alten Juden der -stlageutauer, die mir noch sterben wollen, sind es nicht, die da? neue Zion aukbauen. das sind die jungen Leute in Khaki, urt Alpenichuhen, Apachentüchern, breitkrempigen Hüten und dem Nevolver in der Tasche, die Ghaluzi'.n, die nt oder neu. Zionspioniere, die über die Klagcmauer spotten. Welch Abgrund ztvischen den. alten und den neuen Söhnen Israels! In welchem Lager ist aber das wahre, echte Israel? Sind es die frommen, langbärtigen Nichtstuer der Klagcmauer, die Bettler, die von dem Mitleid der ganzen Welt leben, oder sind cs die modernen „Pioniere", deren Messias Lord Balsonr ist, die den Sabbat nicht heiligen, die die heilige Sprache des Gebets degradieren und deren glattrasiertes Gesicht schon eine Beleidigung Gottes ist? Gewiß, das neue Geschlecht kamt, mit alletn Wstzeng moderner WiZsenschast und Technik versehen, Häuser, Straßett, Fabriken, Städte, sogar eine Universität bauen, es kann — welch ein Wunder- — die alte Sprache, die tot war wie die Toten im Tal Josaphat, neu beleben, und es kann noch andere Wunder an Arbeit. Entbehrung, Nächstenliebe und gischendem Enthusiasmus tun, den alten nies fl am scheu Traum werden sie nicht erfüllen. Nach tat Jerusalem, dem die uralte jüdische Sehnsucht gilt, werdet! sie nie gelangen. Sie erwarten ja auch nichts mehr vom Messias, denn in Tel Awiw haben sie elektrisches Licht, Nadio und allen Komfort der Neuzeit. Und doch, welch eitler Traum, aus diese Weise das alte Königreich Davids wieder auszurichten! Es ist. abgesehen von allen politischen und technischen Schwterigkeiten, ans die in dem Buch mit Nachdruck hingetviesen wird, ein vergebliche? Bemühen. Denn der reine Geist des Judeninms, der, nach dem Willen der Zionisten, von der neuen Heimstätte au? ans die Inden der ganzen Welt ausstrahlen soll, der ist doch nur mt der Klagemauer zu finden, bei einem alten Nabbi Svnnettseld oder bei einem alten Nabbi im galizischeu Ghetto. Tort wohnt die jüdische Seele, bei den Arntcn und bei den Frotnmcn, nicht in einem banalen Tel Atviw. „Wir sind". so sagt ein auf dem Boden des netten Palästina vom Zionisntns Bekehrter, „Menschen ztveier Planeten, der Erde und de? Mondes. Wir sind Zweifler und Begeisterte, wir glattben an nichts und erwarten doch immer etwas, einen Dollar, eine Frau, eme Petroleumhansse, die Nückkehr nach Jerttsalent, kurz, alles das, was wir den Messias nennen." Neitt, die nationale Heimstätte in Palästina, so schließt das Buch, ist ein Hirngespinst, die Juden erfüllen ihre Mission im Eril, unter den fremdelt Böllern (wo sie, tote schon in Babylonien, außerordentliche Leistungen vollbringen), in denen sie nie untergehen werden, denn das Blut der Nasse ist ztl stark. Aber sie bewahren in ihrem Herzen immer die alte Liebe zu Ziott. Und dieses Heimweh, dieser sehnsüchtige Wttttsch, den sie nicht erfüllen löttnett und nicht erfüllen wollen, dieser Kamps zwischen Traum und Wirltichkeit. diese ewige Uitruhe, das ist die Poesie Israels. Ter Standputtkt des Verfassers dort Inden gegenüber ist oben bereits angedeutet worden. Er ist weder einseitig judensretmdlich noch judenscindlich. Sein Versuch, sich mit dem jüdischen — unlösfroren — Problem auseinanderzusehen. ist in jeder Beziehung hochinteressant. Selbst dort, wo lvir widersprechen müssen — es fallen ja auch manch harte und ironische Worte —, und dort, wo tvir die Dinge mit anderen Augen ansehen. müssen lvir seine hinreißende Beredsamkeit betvnndern. tote ja der Hanptreiz seiner Bücher in der souveränen Meisterschaft seiner Sprache, der außerordentlichen Kunst seiner Darstellung, besonder? der Milieuschilderung, und der eigenartigen Beleuchtung der Probleme liegt. Darum werden seine Bücher auch in Deutschland lebhafte? Interesse und lauten Beifall finden. verbanS Groß-öerliner Ortsgruppen. Drtöürnvve Wilinersdors. Vortragsabend Sonnabend, 6. De» Aembcr, abends iN.Z Uhr, Vortragssaal der Synagoge Fasanenstraste <9/80. Rechtsanwalt Dr. Walter fl 0 di 111 q ji n nnd SDiaroarctc Fried fpucdicn zu dem Thema: nichts, der Jude wird verbrannt!" Einleitend Nezitationen von Frau Erna Feld. Eintritt frei. (Löste willkommen. Verbandsvorstandssitzung. Montag, 7. Dezember, abends WZ Uhr, Rheingold (Ebenholzsaal), -Potsdamer Straße .">. Ei::!eite.id Vortrag des Herrn LandgerickNsratcs Dr. Stern über „Meine Eindrücke in Amerika". Die wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Delegierten. Ortsgruppe Nord-West. Vortragsabend Mittwoch, 9. Dezember, abends rv.4 Uhr, Cafü Gärtner, Bahnhof Bellcvnc. Diplomhandelslehrer Errcst Berger und Dr. Gustav Haas sprechen über „Jüdische Erziehungs- Probleme in Vergangenheit und Gegenwart". Aussprache. Eintritt frei. Gäste willkommen. Ortsgruppe Lharlottenburg. Der zweite Abend des Ansilärungskur,us findet D o^n n c r 2 t a g , 10. Dezember 1925, abends 8 Uhr, im .-Vortragssaal der Synagoge Fasanen st raße 79/80 statt. Herr Ministe, rmlrat Dr. F. Cohn spricht über: „Die Juden in der Politik." Landtagsabgeordncter N n s ch l e spricht über: „Judenhaß in der Politik." Gäste können durch Hörer nach Anmeldung im Verbandsburcau SW, Lindenstraße 13 (Tel. Dönhoff 3593), in beschränkter Zahl noch cingcführt werden. .mn ö Sr.-r - -' ts Ziv'r- , ’ - — *—!i, * - i / . 1M } ' «r>! --- f >}J[ s % 1:! f" " Cfe i^Ü gl, /: «*v I j^s Sji | J: II ,1 [n- -tAu:.-'ft Pß'„ fl5 > 1- ’■ i ciüüiHl. I \V( sw ’ h 1 lSF ] f.~) . - Q; H r ] C-? ] AH ^If H ipl . .ch. | ' r- ' I r- \t ‘; f Ü j i! e ■■ ■. j L.__ J L ‘A « < VJi! L j i J v* “ J *■—i \— cks innc Trier;-! i < ***>}$%&■ M &tc&e$o^r 3 ■ü 0 '7wQigniQder!dssi/ng’yfurfiIrj/eri-^~~'y'da7vm Ccho!Jiänhosträsso 0/t WAUUZtUUtU fOR MOÜtSCm DAMEN KL t ID UN ö SssIbsm fei mein FdriJholftgepy' v m{\W ^fllustpiertep^^r Buchhandlung KARL BLOCK Benlio 6Ö. Postfach 201 Ei£zzz> Bequeme t^onofszahlungen! c. /i-zzi ÖO P/g. Brielmarken bitte beifügen. w 7^^712 // 'aujdlllllii&l (A flugelpian/nos .ALLEINVERTRIEB / I furGroß-ßerlin u.Umg.' j , . S-NstiimSiimP';/ /Kurfürsicndümm 226/7? KimstsplBl-Pianiis S UDd Fliiäel Ti!.: Bismarck 3HG/17 PMSM WM« wMlM

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