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Central-Verein-Zeitung · 1925-12-04 · 49 (4.12.1925) · p. Seite 765

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
49 (4.12.1925)
Date
1925-12-04
Page
Seite 765 (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 10 Holöpfeunlz ÄWM SZS LALÄ-Ä M»natL2b°Rn-ment «g Eoldpieilräg V ','w/yö Allgemeine Zeirunö des «uzügllch Bistcllglld e» ■ *» Verlag u. CchrifLleiLung: Vrrttn 8V7 53, Lindenstr. 13. .'. Fernsprecher: Amt Dönhoff 3594, S595. Posischeckkonto: Berlin 80472. ftubc 0, Berlin SW 68, Lindenstr. 7, und von Goldschmidt-'Noihichild & Co., Berlin W 8. Mrlnlgs Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Nudolf Mosse, Berlin 8^V 19, und derenFilialen. Anzeigenpreise: 0,üOMl für die 7gespaliene Zeile noch NuLolfMoffes Kormalzeilenmcsser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für n-ciiglicder d. Cenrralocreins 0,45 JIM, die 90 mm breite Nellamezeile 4,80 JIM* mirr^tv? UUUlKs li.« Die Mok der Abgebauken. — Wie bet lltiffclffauö verelenden — Gemiegke völkische PolUik. — Die Arbeiter sollen emgefcmgen werden« — Kemps dem Staate durch Centn und HM er. — Geheimbünde und Verschwörungen. — Der Rohbacher Schlachklied. — Die Lkresemannhetze. - Der Cen!rawerem auf der Wacht. — Helft mit! Helft mehr! Der Winter hat eingesetzt. Grimmig fährt der schneidende Wind über Wald und Feld, Dorf und Stadt. Nebelwände lagern sich vor den Blick des Wanderers, der schon bei wenig Fuß Entfernung den Nebenmenschen im weißen Dunkel spurlos untertauchen sieht. Hinter einer dicken Nebelwand verbirgt sich auch das Schicksal des deutschen Volkes in den Wi n ter mo na t en. Zehntausende braver Arbeiter sind entlassen, Tausende von Angestellten, manche nach einem Dutzend von Jahren fleißiger Arbeit im gleichen Betriebe, abgebaut worden. Ungezählte Beamte der staatlichen und städtischen Betriebe haben ihre Stellung verloren. In den Fabrikanten-, in den Handelskreisen bewegtes Klagen über den schlechten Geschäftsgang, ja über Geschäftsstillstand. Und am bemitleidenswertesten: die Zahllosen wohlanständigen Familien des Mittelstandes, die Pensionierten, die Witwen, die oft früher an erster Stelle standen, wenn es Not zu lindern galt, deren Wohnungen begehrte Stätten feiner Geselligkeit, edler Kunstpflege, hoher geistiger Interessen waren. Sie sind jetzt, Christen wie Juden, „abgebaut" vom erbarmungslosen Schicksal der Inflation. Wehe, wenn sie nicht die Hände etwas wenigstens rühren können! Wehe, wenn sie nicht verständnisvolle Verwandte haben, die ihnen in der Not die helfende Hand reichen! In den letzten Jahren wurde jedesmal im Herbste der kommende schlimme Winter vorausgesagt, und drückende Not und lastendes Ungemach haben so manche Winter der letzten Jahre, besonders die von 1922 und 1923, über das geplagte deutsche Volk gebracht. Der Stabilisationsfrife, der „echten Krise", scheint nun der Stabilisationswintcr, der Winter wahrer Not, zu folgen. Die „a r i s ch e n" N u tz n i e ß e r der politischen und wirtschaftlichen Nöte unseres deutschen Volles fühlen Oberwasser. sSchlmi haben die Völkischen ihr politisches Schisslein gesteuert: 'Haben wir Völkische das Volk mit Steuern beschwert? 'Nein, wir haben sie im Reichstage abgelehnt! Haben nur Brot :itnt> Fleisch durch Zölle verteuert? Nein, wir verwerfen sie! Ist Dir, darbende Witwe, Dir, pensioniertem Offizier, Dir, ehrwürdig greisem Rentner, Deine Hypothek. Dein Wertpapier eine nennenswerte Summe aufg einer Lei worden? Die Deutschnationalen haben, so sagen die Völkischen, ihr Versprechen gebrochen, und Dr. Best, euer Vertreter für die Aufwertung, der im Zorn von den Deutschnationalen schied, ist unserer Partei beigetreten. Wir Völkischen sind die Netter, und der „Retter", bcn euch die Deutschnationalen angepriesen haben, ist nach unseres großen Führers klarem Ausspruch eine Eesahr für den nationalen Willen. . Und ihr, A r b e r t e r , merkt ihr nicht, wie euch Locarno die Schlinge um den Hals zuziehen soll? Streicher spricht so in Essen und Strass er predigt Haß in Düsseldorf, K u n Z e wettert in Niederschlesien und I ü r g e n v. R a m i u arbeitet für den völkischen Gedanken in Ostpreußen. Und die Arbeiter vor allem sollen daran glauben. „Lenin oder Hitler?" werden sie in stark besuchten Versammlungen vom völkischen Agitator gefragt. Und er ruft aus'): „Es handelt sich nicht um die Persönlichkeiten Lenin und Hitler, sondern um zwei verschiedene grundlegende Anschauungen. Wenn es auch in Deutschland eine große Zahl von verschiedenen Parteien gibt, so sind es in Wirklichkeit nur drei Parteien. Die große Sammelpartei ist konservativ, aber nicht im parteipolitischen Sinne, sondern zusammengesetzt von den Deutschnationalen bis zu den Sozialisten. Diese Partei bezweckt die Erhaltung des gegenwärtigen Staates und seinen Ausbau. An den Flügeln stehen die beiden extremen Parteien, die Nationalsozialisten und Koniin uni jten, die beide den Standpunkt vertreten, an dem gegenwärtigen System sei nichts zu verbessern. Es müsse *) Rede des Dr. Goebbels (Elberfeld) em 26. November 1925 in der Der» Uner Vockdrouecei. i jff ip, 82! >'■) l: ü C- : i W /-:• I i :! i Ä I Der Winter. Von Dr. Alfred Wiener. „Vom sittlichen Irrsinn" - aber nicht der Inden. Seile 767. Die Aot der Juden ln Offmropa. Von Dr. 3. Tewin. Seile 769. Im kommenden Jahre in Jernsolem. Von Or. Hugo Theodor. Seile 779.

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