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Central-Verein-Zeitung · 1925-11-13 · 46 (13.11.1925) · p. Seite 735

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
46 (13.11.1925)
Date
1925-11-13
Page
Seite 735 (sequence 13)
Language
German
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735 Earrltätsrat Dr. 2llfrcd GoldschmiVL zum 60. Gcbrirtötag. Sanitätsrat Tr. Alfred Goldschmidt, Grvtzsckrctär des Duubtzäugigen Ordens Bne Britz, VUtglicd des Hatlptvorstgudes des Gcutralvcrcins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, begebt am 20. November dieses Jahres seinen 60. Gcbnrtötag. Sunitätsrat Tr. Gold- > schmidt ist den jüdischen Tcutschen kein Unbekannter. Schon als Student nahm er in der Verbindung „Viadriua" in Breslau, der ältesten Verbindung deutscher Studenten jüdischen Glaubens, eine führende Stellung ein. Gr führte den schweren Kamps gegen eine verständnislose jüdische Philisterschaft, die für eine Bereinigung junger Männer, die mit Nachdruck und mit gutem Grsolg für jüdische Ghre nnd^dcutschcs Recht mit wärmstem Herzblut kämpfte, nur ein Achlelnirken batte, ^eine Gedanken sind cs gewesen, die in der Schärfe der Auffassung nnd der wunderbaren Ausmcitzeltmg der Form, durchleuchtet van einem warmen, alles Meuschlidic verständnisvoll in sich begreifenden Kerzen, nicht nur der deutschjüdischen Studentenschaft, sondern auch unserem Gcntralverein die Wege gewiesen hat. Lange Jahre war Sanitütsrat Tr. Goldschmidt Führer und Leiter unserer Ortsgruvvc Königs!) ütte und hat als solcher in seiner v b e r s ch l c s i s ch c n Wirksamkeit unendlich viel für die Gleichberechtigung, Gleiä-achtuug und für innere Ginkehr gewirkt nnd erreicht. Unvergeßlich wird ein Bortrag bleiben, den er in Berlin im Gcntralverein über das Thema „Gtzettospuren" im Jahre 1809 hielt- In diesem Vortrag behandelte er das Gebiet der sogenannten „Inneren Mission" des Gcntralvereins und des deutschen Judentums z u m c r st e u M a l c mit besonderer Schärfe und Genauigkeit, so datz die ganze nachfolgende Arbeit in einem so wichtigen Zweige unserer Tätigkeit im Grunde genommen auf seine grundlegenden Ausführungen zurückZufuhren ist. D-amals führte er unter anderem ans: Tie jüdischen T-cutschen müssen sich nicht zu einer politischen Partei, wohl aber zu einer sozialen Gemeinschaft zusammeuschlictzeu, die Freiheit und wirkliche Gleichstellung anstrebe. Ter Hochmut der Judengegner wird in dein Matze schwinden, in welchem unser Selbstgefühl in berechtigten Grenzen wieder zunimmt. Als Mitglied des Hauptvorstandes hat Sauitätsrat Tr. Evldschmidt uns jahrelang mit Rat nnd Tat unterstützt. Gr war uns stets ein warmer Freund und hat auch innerhalb seines grotzen Wirkungskreises in beit jüdischen Logen für unser Ideal „Teutschtum und Judentum" mit Mannhaftigkeit und -Ltol; gewirkt. Tausende haben von ihm gelernt. Tausende nnd Zehntauscnde sein Wort vernommen. Möge er uns in Frische noch' Jahrzehnte hindurch erhalten bleiben. L. II. Konsul Segall. In der vergangenen Woche ist durch den Tod der Konsul Tr. Segall aus unseren Reihen geschieden. Gin Leben von vorbildlicher Arbeitssreudiglcit ist beendet, auf das auch wir Juden mit Stolz zurückzublicken berechtigt sind. Tnrch ungewöhnliche Pflichttreue und seltene Klugheit ist Konsul segall schon in jungen Jahren lediglich aus eigenem Können heraus in matzgebende Stellung gelangt. Seine markante Persönlichkeit blieb bis zu seinem Tode in vorderster Reihe der deutschen Erotzindustrie. Er hat sich zu seinem deutschen Judentum zu jeder Zeit und in jeder Lage treu bekannt. Sein kluger Rat wurde auch außerhalb des geschäftlichen Lebens überall gesucht; auch uns stand er als treuer Freund mit Rat und Tat zur Lerfügung. Wir werden sein Andenken auch bei uns dankbar bewahren. Sanitätsrat Krotoschln (Gotha) gestorben. Am 5. November ist Sanitätsrat Tr. K r o t o s ch i n , Vorsitzender unserer Ortsgruppe Gotha und langjähriger treuer Freund unserer Sache, gestorben. Ter Tod dieses Mannes bedeutet nicht nur für die Ortsgruppe einen schweren Verlust. Unter seiner unermüdlichen Arbeit ist cs der Ortsgruppe gelungen, dank seiner frischen Initiative, in den letzten Jahren vorwärts zu kommen und mehrere größere Veranstaltungen, insbesondere die Abhaltung von Borträgen vor geladenen Gästen, sowie eine ausgedehnte Versendung von Büchern und Schriften durchznsühren. Sanitätsrat Tr. Krvtoschin hatte im Verlauf seiner jahrzehntelangen Praxis als Landarzt häufig Gelegenheit, mit führenden Personen der Landbevölkerung, wie Geistlichen und Großgrundbesitzern, in Verbindung zu treten und durch Belehrung und Neberlassung von Aufklärungsschriften den Vorurteilen gegen das Judentum erfolgreich cuigegcnzutreten. Noch mehr aber tat er für den jüdischen Namen durch sein vorbildliches Leben und Wirken. Von seltener Lauterkeit der Gesinnung, gepaart mit einem ausgeglichenen und versöhnlichen Gharakter, verband er Schlichtheit und Bescheidenheit mit einem tiefgründigen Wissen und autzerordentlichem beruflichen Können. Hilfreich ftnub er mit Rat und Tat ohne Untersälied der Person und des Statides, der Religion und der Abstammung jedem bei. der sich an ihn wandte, als ein wahrer Menschenfreund. Auch in den Kreisen seiner Berussgeuonen erwarb er sich durch selbstloses Arbeiten im Tienste der gemeinsamen Standesinteressen höchste Anerkennung rind Zuneigtrug. Was er unserem Gentralverband, seinen Verwandten, seinen Freunden und seinen zahllosen Patienten getvesen ist, wird ihn für diese unvergeßlich machen. kleine Chronik. In Veuihen (O.-S.) starb unser langjähriges Mitglied Sanitätsrat Dr. Hermann Dorn. 16 Jahre lang hat der Verstorbene der Stadtverordnetenversammlung, darunter viele Jahre als Stellvertreter des Stadtverordneten- Vorstehers, und 12 Jahre der Schuldeputation als Mitglied angehört. In der ärztlichen Standesbcwegung zeichnete er sich durch rege Teilnahme an allen Standcsfragen aus. Sein Andenken wird auch in unseren Kreisen unvergessen bleiben. — In Osnabrück verstarb das ehemalige Vorstandsmitglied unserer dortigen Ortsgruppe, Herr Simon W e r t h c i m. Er war einer unserer eifrigsten, wärmsten und opferwilligsten Freunde und — so lange seine Kräfte cs gestatteten — uns ein treuer Mitarbeiter. Auch in der Stadtverwaltung und zahlreichen gemeinnützigen Vereinigungen hat sich der Verstorbene betätigt. — Im 75. Lebensjahre starb nach kurzer Krankheit der bekannte Romanschriftsteller und leitende Redakteur der volkstümlichen Zeitschrift „Allgemeiner Wegweiser" Wilhelm R u b i n c r. — In Koblenz legte am 1. November anläßlich des Allerfeelentages der O b e r b ü r g c r m e i st e r Dr. Ruf sie l l nach einer Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkrieges auf dem christlichen Ehrenfricdhof auch am Ehrendenkmal des j ü d i s 6 c n Friedhofes einen Lorbecrkranz im Rainen, der Stadt nieder und sprach dabei herzliche Worte der Dankbarkcit für die jüdischen Kriegsgefallen.cn. — Herrn Noah ttcrn tu Trebnitz wurde der der Fahnenweihe der T r e b n i tz e r G c ft» wirte anläßlich seines 25jährigen Gefchäftsjubiläums vom Deutschen Gastwirtsverband in Berlin die silberne Nadel und ein Diplom überreicht. — Der Gärtnerei „I m m e n h o f" in D e s s o w i. Mark bei Berlin, Inhaberin Frau H e n n p L i n R o s e u t h a l, ist von der zuständigen Landwirtsch-aftskammer die amtliche Anerkennung als Lehrwirtschaft sür gärtnerische Ausbildung erteilt worden. Damit ist dem „Immcuhof", der schon früher als Mustergut staatlich prämiiert wurde, d«s offizielle Recht verliehen worden, Lehrlinge in der Gärtnerei auszubilden, die daselbst nach absolvierter Lehrzeit auch die Prüfung ablegcn können. TD ein Q^ind, ich rate (Dir gut:; Himm M® £3AE. ZS. Preis einer Dose 1,90 M. Erhältlich in Apotheken, Drogenhandlungen und einschlägigen Geschäften. G e b r. Patermann, Tel to v; ■ Pr lin 14. Alleinige Anzcigen-Annalime Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für samt 1. Zeitungen Deutschlands und. des Auslands Lettin LXV 19, Jerusalemer Straße 46-49 / fSvcHau / Chemnitz i Trespen - Düsseldorf - Erfurt - Frankfurt a.M. - Halle(Saale) / Hamburg / Hannover I Karlsruhe / Köln a. Nh. 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