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Von deutsch-jüdischer Jugend · 1925-10-23 · 2 (23.10.1925) · p. Seite VIII

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Journal
Von deutsch-jüdischer Jugend
Volume
1 (1925)
Issue
2 (23.10.1925)
Date
1925-10-23
Page
Seite VIII (sequence 1)
Language
German
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Nr. 2 Serlm, 23. Gktobsr 1925 Jahrgang 1 Von ^lfreö tzirschberg. Die einleitenden Gedanken, die Fritz B r o d n i tz «diesen Blättern mit ans den Weg gab, sollen heute, da die zweite Nummer hinausgehen soll, ihre vorgesehene Ergänzung finden. Daß kein großes Programm die neue Beilage der „E. B.-Zeitung" erösfnete, mag manchem, der spöttisch die Jugendbewegung nach ihren A e u ß e r l i ch - leiten -beurteilt ein Beweis dafür gewesen sein, daß wahre Jugendlichkeit in der Leitung der Beilage nicht Zu finden sei- Denn programmatische Erklärungen machen, nach der Meinung vieler, die ganze Jugendbewegung aus. Und im Hintergründe des Gedankens ahnt man die ein wenig überlegene, ein wenig übelwollende Einschätzung von jugendlichem Denken und 'Arbeiten, dem man klingende Formulierungen und beglückende Ziele beimißt, ohne zu ihm das Vertrauen 311 haben, daß sie das Denken in Handeln, das Ziel in Besitz umsetzen können. Die deutsch-jüdische Jugendbewegung teilt damit das -Schicksal aller von einer Idee erfüllten, zu einer Idee hinführenden Bestrebungen, die stets den I u ge nd l i ch en , Radikalen zu u ü chter n un d verkalkt erscheinen, den am Leben reis Gewordenen zu ü b e r s ch w ä n g l i ch und der Verwirklichung unerreichbar Vorkommen. Tie Ausgabe, die aus dieser Erfahrungstatsache entspringt, hat Lrodnitz, weil sie im Geistigen liegt, bereits gekennzeichnet: Diese Beilage soll der K r e u z u n g s p u n k t sein, in dem sich die Alten und die Jungen treffen — bei der Arbeit, einem neuen deutschen und jüdischen Menschentum den Weg Zu bereiten. Bon' der deutsch-jüdischen Jugend sollen diese Blätter handeln, deren Urgrund die Weltanschauung des Eentralvereins ist. von dem Geschlecht, das aus dem Gedankenstoss der ersten C. B.--Generation schon schöpfen kann, unb sie als die „Söhne" verkennen und kritisieren mag. Die Kritik soll an dieser Stelle geäußert werden — und das Verkennen wird damit sein Ende finden. Denn die Tatsache, daß diese Beilage mit der „E. B.- Zeitung" eng verbunden ist, mit dieser Zeitung, die von nüchterner Arbeit zeugt, aus der unerschöpflichen Kraftquelle unserer 6. V.-Jdee genährt, ist u n m e r kl i ch e r innerer Z w -a n g zur Sachlichkeit. Zu leicht ist dem aufmerksamen Leser die Vergleichs-Möglichkeit von Tatsachen und Phrasen, als daß utopische Betrachtung und unwissende Kritik sich hier behaupten sollten. Und vielleicht bringt dieses Zusammenarbeiten im engen Raume die Erkenntnis, daß echter C. V.er sein heißt, einMenschent u m verwirklichen , dessen Tragik darin besteht, daß wir nach a u 6 e n kämpfen müssen, ehe wir der Idee leben können. Tie deutsch-jüdische Jugendbewegung kann kein höheres Ziel erreichen, als zu arbeiten, daß dieser Zwang schwinde, solange aber der Kampf noch währt, ihre Anhänger zu E. V.ern vorzubereiten. In diesem Sinne bezeichnen sich auch diese Bestrebungen als d e u t s ch -jüdische Jugendbewegung, nicht E. V. -Jugend, weit das crstere den Willen zur Lösung bedeutet, das andere äußerlich als Bescheidung ausgefaßt werden könnte. „Von deutsch-jüdischer Jugend" — von der Jugend soll diese Berlage geschrieben sein, von denen, die jung an Jahren sind, von denen, die junges Wollen und Verstehen für jugendliches Wollen haben. Wer sich in unserem Vaterlande zum Gedanken denti'ch-jüdischen Einsseins Defennt und zu den Fragen, die dieses Bekenntnis nahelegt. Wahres, Warmes und Ehrliches zu sagen hat — er soll hier sprechen und von hier gehört werden. Die Probleme des deutschen Juden in «seiner deutschen Umwelt in ihrer unübersehbaren Fülle können durch die Untersuchungen über die Stellung von Jugendlichen zu Jugendlichen ihre wertvolle Ergänzung finden. Vielleicht bemerken wir in der Betrachtung unserer Jugendentwicklung die Lösung mancher Erscheinung, deren Rätselhaftigkeit ihre Schatten auf unser späteres Leben wirft. S ch u l e <u n d Ausbildu n g, Berufs w a hl, L e h r - zeit und Hochschule, die Lehr- und Wanderjahre deutsch-jüdischer Menschen sollen Inhalt der Beilage werden. Jugendliche sollen ihre Wünsche und Röte Vorbringen, dann und wann auch verständnisvolle Männer der Erfahrung mit ausbauender ftritif Rat und Wcgweisung bringen. Der Centralverein widmet der Jugend seines Gedankens und seiner Nachfolge diese Blätter. Und damit erhebt sich «die Frage der Verantwortung für ihren Inhalt. Schon immer hat die Leitung der „C. V.-Zeitung" betont, daß sie von den Aufsätzen, die sie zur Veröffentlichung bringt, nur die ausdrücklich als solche gekennzeichneten vcreinsossiziös oder -offiziell aufgefaßt haben will. Das Bereinsprogramm von Männern und Frauen, die sich praktischer Arbeit unterziehen wollen und müssen, hat konzentriert zu sein, einfache Formeln und Bestimmungen zu enthalten, um möglichst vielen den Weg zur Mitarbeit freizumachen. Der Kamps der G e i st e r im weit u nt f affe n d e n R a h m e n einer W e l t a n s ch -a u u n g muß ungehindert durch diese Formeln und Bestimmungen vor sich gehen, können. Nur dafür übernimmt die Schrifileitung der „E. V.-Zeitung" die Verantwortung, daß er eben im Rahmen dieser W elta ns cha u u n g verbleibt. Daß die Aussätze der Jugendbeilage sich in diesem Nahmen halten werden, erscheint bei ihrem Sinne „von deutsch-jüdischer Jugend" gewiß. Daß sie entfernt sein werden von allem A b g e st e m pe l t s e in auf Taktik und vereint-politische Notwendigkeit, soll ihr Vorzug sein. Zu allem, dem die Arbeit der Aelteren gewidmet, sollen die Jugendlichen ihre Gedanken mitteilen. Und so ergibt sich vielleicht, daß jugendlicher Gedankenüberschrvang und skeptische Tat sich Zu einer Einheit nach wechselseitigem Austausch verbinden, daß, nach Randes Worte, bei uns allen der Fuß nicht den Boden, der Blick nicht die Sterne vertiert. Pr 0 gram au u n d V e r a n t w 0 r t u n g ist dieser - Aufsatz überschrieben. Der Inhalt der nachfolgenden Artikel erläutert am praktischen Beispiel beides. Politisch zu arbeiten ist zum wesentlichen Aufgabe des Eentralvereins. Von praktischer Politik handeln die Mehrzahl der Aufsätze der „E. V.-Zeitung". Bon Politik und Jugend in gedanklicher Untersuchung soll in dieser Nummer der Beilage die Rede sein. Nicht Zu verwundern ist es, daß bei einer Frage, die den Eentralverein in der Arbeit so stark beschäftigt, die Stellungnahme der Jugendlichen voller Kritik sein muß. Tenn je mehr einer tut, um so leichter läßt sich über seine Arbeit vieles sagen. Deshalb veröffentlichen wir gern auch Betrachtungen, die unseres Erachtens dem Eentralverein nicht völlig gerecht -verden. Diese Erscheinung wird, so hoffen wir, immer mehr schwinden, je länger die Zusammenarbeit zwischen Aelteren und Jugend in diesem Blatte dauert. Denn dieses Zusammenwirken bedeutet Willen zur Arbeit im Geiste des Eentralvereins. Programm und Verantwortung überdecken sich in der Eentral'vereins-Anschauung. Tenn anr M a ß st a b des Erreichbaren messen wir beides. Erreichbar sein heißt erarbeiten müssen. Und Arbeit macht bescheiden. UM ftpni w17 v fts N«s» * Alfred Hirschberg: Pr 0 gram m vvf/ v 11 u b Verantwortung. —- * Arthur Lilienthal: Jugendgedanken zur Politik. — Julie Meyer: P 0 l i t i s che I u g e n d b e w e g u n g? — „Blau- Weiß" und „Kameraden".— Was heißt national? —Jakob AZa stermanns Rat. — Hans Rosenberger? Herb st sah et.

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