Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 41 (9.10.1925)
- Date
- 1925-10-09
- Page
- Seite 669 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die „Rassenfrage" A. stehle) Nummer _Z3? <sssür / MKWMdkW» Cii MonatZobonnemeni 40 Eoldxsennig -uzllgNH Bestellgeld Serlin, 9. Oktober 1925 IV. Jahrgang -» Nr. 41 Einzelnummer 10 SolöxsennlI " O MWWWS iSLLlMAÄ Allgemeine Zeitung des Oudeniums Verlag u. Schriftleituirg: Berlin LTV 53, Lindensir. 13. . . Fernsprecher: Am! Dönhoff 3594,3595. .:. Postscheckkonto: Berlin 304 72. Bankkonto: Dresdner Dank, Wechsel« stube 0. Berlin 85V 53, Lindenstr. 7, und von Goldschmidt-Rothschild L Co., Berlin W 8. Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-LxpediLion Rudolf Masse, Berli-n 85V 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 für die «gespaltene Zeile nach Rudolf-D^seS KormalzeUenmcsscr Nr. 4, Familienanzcigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder d. Lenrralvereius 0,45 JiM, die 90 narn.breite ReNamezeile JlJL tzissMöse VsEshsM von Dr. Hans Driesch, pzofcffot ett der Universität Leipzig. t Dieser Allssatz soll in breiterer Form einen Gedanken durchführen, welcher in einer früheren Studie von mir über „Rasse, Nation und Geist" bereits an einer Stelle kurz angedeutet ist. Ich wähle gerade ihn zu eingehenderer Behandlung. da er mir eine Bedeutung zu haben scheint, welche über das Bereich -des jüdischen Problems selbst noch erheblich hinaus geht. Dem Beginn der eigentlichen Untersuchung will ich ein paar Definitionen vorausschicken, um Kritikern die Möglichkeit zu nehmen, durch das Hängenbleiben an Nebensachen die Haupitsache, sei es absichtlich oder unabsichtlich, zu verschleiern. Wir wollen das Wort „Rasse" in verschiedenem Sinne verwenden, seine verschiedenen Bedeutungen^aber, wie es logisch natürlich gefordert wird, durch gewipe Zusätze deutlich kennzeichnen. Als „Nassen ersten Grades" bezeichnen wir die einigermaßen hypothetischen Tinge, welche heilte nordische, mediterrane („westische"), alpine („ostische"). dinarische, vorderasiatische, orientalische usw. Nasse genannt werden. Wir sagen hier nicht etwa, wie es vielleicht passend erscheinen könnte, „Ur-Nasse", weil wir nicht wissen, ob die Napcn ersten Grades nicht selbst schon Mischungen sind. „Nassen zweiten Grades" wären Gebilde wie Germanen, Kelten. Slawen, Semiten, deutlich aus den Rapen ersten Grades Qcniifdjt; Massen dritten Grades" sind Deutsche, Engländer, Franzosen, Italiener, Russen, Juden usw. Nassen dritten Grades sollen auch „Völker" heißen. Tie durch Staatseinheit zusammengeschlossenen „Nationen" sondern wir, da sie sich oft nicht mit den Böllern decken, durch den Namen von diesen ab, wohl wissend, das; von manchen Autoren die Worte „Volk" und „Nation" in gleicher Bedeutung verwendet werden. „Nasse" im a l l g e m e i n st e n , die drei Grade zusammenfassenden Sinne dürste am besten als „in Erbtichkeitsbeziehnng stehende Generationsgemeinschaft" definiert werden, welche .Gemeinschaft entweder durch äußere Schicksale oder durch den ausdrücklichen Willen ihrer Mitglieder eben zu einer „Gemeinschaft" zusammengeschlossen ist. Fast alles, was wir im folgenden zu sagen haben, wird sich nun auf „Rasse" in jeder der hier angeführten Bedeutungen, also auf „Rasse" im allgemeinen Sinne, beziehen. Wo wir schlechthin „Nasse" sagen, meinen wir also alle ihre Abstufungen zusammengeuommeu; in diesem Falle ist es also unseres Erachtens ganz gleichgültig, in welcher Bedeutung mau das Wort Nasse nehmen will. — Unser eigentlicher Untersuchungsgegenstand ist nun dieser: Wenn wirklich Wese n s unterschiede zwischen Nassen in irgendeinem Sinne des Wortes bestünden, so müßte ein wechselseitiges Verstehen, eine wechselseitige, intellektuelle, ethische, ästhetische und religiöse „Einfühlung" zwischen rhnen unmöglich sein. Aber eben das ist, wenn wir, aber mich das nur vorläufig, von den Negern lind -den Völkern der Südsee und ihren Verwandten abseheu, nicht der Fall. Ich beginne auf einem Gebiete meiner eigenen persönlichen Erfahrung: Wie stehen Germanen und Chinesen zueinander, oder, noch allgemeiner genommen, der europäische und der oftafiatische Kulturlreis? Die neuerdings wieder so beliebte Romantik pflegt hier von einem völligen Anderssein zu reden. Europa. Ostasien und weiterhin Indien und die islamische Welt sollen völlig verschiedene Anschauungen der Welt besitzen, völlig verschiedene Wahrheiten, die doch alle „Wahrheiten" seien: und zwar sollen die unzutreffenden Unterschiede in dem verschiedenen Wesen der in Frage kommenden Rassen, die in diesem Falle die Nassen dritten Grades oder Völker wären, begründet sein. An unsere Leser! Wir beschliessen mit der vorliegenden Nummer unsere Auf satzreihe über die sogenannte Rassenfrage. Indem wir noch einmal die grundlegende Bedeutung der „Rassenlehren“ für die völkische Bewegung unserer Tage hervorheben, bitten wir unsere Leser für die umfassende Verbreitung der drei „Rassenummern“ besorgt zu sein. Biese letzte Nummer enthält Beiträge von Professor Hans Briesch, Theodor Kappstein, Professor Ludwig Stein , und Studienrat Br. Lewin. ln den beiden ersten Sondernummern „Die Rassenfrage1* erschienen folgende Beiträge: Zur Einführung von Dr. S. Feist. Wie entstehen verschiedene Bassen? von Dr, v, Bchr-Finnow. Basse und Religion von Friedrich Muchermann, Prof. Dr. Hiebergall, Rabbiner Dr. Eschclbadicr• Rasse oder Vererbung? von Professor Franz Boas. Vas Rassengemenge der Juden von Hof rat Dr. Hertz, Zur Geschichte der Rassentheorien von “Dr, mccL Immertvahr, Unwissenschaftliches über dasRassenproblem von h. Bastheim. Ein Sonderdruck der wichtigsten Beiträge wird vorbereitet, \