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Central-Verein-Zeitung · 1925-10-02 · 40 (2.10.1925) · p. Seite 653

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
40 (2.10.1925)
Date
1925-10-02
Page
Seite 653 (sequence 1)
Language
German
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s Lettin, 2. Oktober 1925 IV. Jahrgang * Nr. 40 Einzelnummer 10 Golöpfenniz * ,r) * i O “O1 vVs? J ZMO2MÄLV. Allgemeine Z.eiiunj£ des Oudenrums Mono tsLbonnem ent 40 Goldpfennig zuzüglich Bestellgeld wmmt&msm mm Bttlafl u. Echriktleitung: Berlin SW 68, Lindenstr. 13. . Fernlxrecher:?lml Dönhofl 3531, 3535. .:. PostsäicckloiUo: Berlin 33472. .:. Danlkon!!-: Dresdner Bank, 33ccf)feU‘ stube G, Berlin SW 68, Lindenstr. 7, und von Goldschinidt.Nothschild L Co., Berlin W 8. Alleinige Anzeigenannahme: Annonccn-Expedition Rudolf Mosse, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: O.OOJ^ für die Tgefpatter.c Zeile nach Rudolf Moffes Srormalzcilentneffer Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuä)e (nicht Stellenangebote) für Mitglieder d. Ccnrralvereins 0,45 MX., die 90 mm. breite üleklame-erle 4,80 JL4i* 22S >1)40 Eine ernste deutsche Stimme von der Uebersee. Vor kurzer Zeit hat das Leipziger Landgericht in dem bekannten Prozeß Dr. Ludwig Holländer s, des Direktors des C. V.. gegen Theodor Fritsch endgültig entschieden, Fritsch sei die falsche Ueberketzung einer Talmudstelle nachgewiesen, und er habe Tr. Holländer den für diesen Nachweis von ihm ansgelobten Preis von 100 Mark zn zahlen. Statt wegen dieses, durch Gutachten erster Gelehrter gestützten, für teil f völkischen „Talmudsachverstündigcu" vernichtenden Urteils zu , schweigen, rückt Fritsch nun m i t neuen gehässigen A n - griffen in Flugblättern und Zeitungsaufwtzen heraus^ Bei \ dieser Sachlage wird das hier abgedruckte Bekenntnis eines i um das Deutschtum hochverdienten Auslands- . g e i st l i ch e n besondere Beachtung beanspruchen dürfen. Es I ist uns ohne irgendeine Aujsorderung zugegangen, j Die Schristleitung. j „Der Gott der B esch n eidu n g. Eine Existenzj frage für die Kirche/ Unter diesem Titel ist mir und verschie-! denen meiner südafrikanischen Amtsbrüder ein Sonderdruck, vermutlich ein Abdruck aus dem „Hammer", von unbekannter Seite Zugegangen. Ter Verfasser dieses Artikels ist Herr Theodor Fritsch. Ehe ich ans den Inhalt näher eingehe, möchte ich einige Bemerklmgen vorausschicken. Daß es auf unserer Erde verschiedene Völker und Rassen gibt, isb eine gottgewollte Tatsache, mit der wir uns , abzufinden haben. Daß eine jede dieser Nassen ihre geschichtliche : Berechtigung und ihre gottgewollte Aufgabe im Nahmen des Weltgeschehens hat, kann auch im Ernst nicht bestritten werden. | Daß unter den Völkern und Nassen gewisse Sympathien und Antipathien bestehen, läßt sich nicht leugnen. Von jeher ist es aber ein Zeichen mangelhafter Bildung, die mit sehr viel Wissen verbunden sein kann, gewesen, eigene Eigentümlichkeiten als wertvoll, fremde als verächtlich zu betrachten. Selbstkritik ist wichtiger als Kritik der andern; schlägt sie freilich in Selbstbezichtigung um, wie es heute in manchen deutschen Kreisen der Entente gegenüber Sitte ist, so wird sie verächtlich. Nur auf Selbstkritik und Selbstzucht darf sich " Kritik anfbauen; tut sie das nicht, so ist es die Kritik eines 1 Ungebildeten und vermag allerhöchstens ans solche zu wirken.; Geht aber eine Kritik so weil. daß sie den Haß als obersten 1. Grundsatz aufstellt, so ist sie Sünde, 11m so entschuldbarer, je 2 geringer das Wissen und der Verstand des Kritikers ist. Macht aber der Haß gar das Wissen und die Wissenschaft zur Metze, gibt sich der Verstand dazu her. ehrenrührige Beleidigungen, bis ins tiefste hinein verwundende Lästerungen in eine wissenschaftliche Form zu kleiden, so fehlt dem gebildeten Sprachschatz das genügende Wort, Bosheit ist meines Erachtens dann zu wenig gesagt. ,^Doch nun zu dem Sonderdruck. In der schweren Nüstung wissenschaftlicher Form schreitet er daher. Ter Verfasser läßt deutlich erkennen, wie tief er (nach seiner Meinung) eingedrungen lst sin die Geheimnisse der Neligionsgeschiehte und der Sprachwissenschaft. Und der Zweck der ganzen Sache ist die Feststellung der verblüffenden Tatsache: der Gorr der Juden ist in Wirklichkeit der Teufel. Es ist verständlich, daß da ein unerfahrenes Gemüt schaudert, und da unter den Nichtjuden noch nicht ein Prozent imstande ist,' die wissenschaftlich klingenden Behauptungen nachzuprmen, so wird es leider Menschen genug geben, die solchen Unsinn glauben. Geht man freilich der angeblichen Wissenschaft zn Leibe, so ist man geradezu entsetzt, wie hier das Rüstzeug der Wissenschaft benutzt wird, um eine Behauptung an die andere zu reihen, von denen keine einzige auch nur die geringste andere Grundlage Hai als den Haß, den blindesten, wütendsten Haß. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß mir in meinem Leben noch kein Beispiel bekannt geworden ist, wo die Wissenschaft dermaßen zur Metze des Hasses geworden ist. Nach den vorausgegangenen Bemerkungen kann ich unter das Machwerk nur das Urteil schreiben: Sünde aus Bosheit; ein schärferer Ausdruck wäre am Platz, fehlt mir aber. Immerhin will ich das kurze Urteil anführcn, das mir einer meiner südafrikanischen Amtsbrüder schrieb: „Eine gotteslästerlichere Schrift ist mir noch nicht zu Gesicht gekommen." Soll ich mich nun daranmachen, all den wissenschaftlichen Unsinn zu widerlegen? Sicherlich nicht, denn erstens ist das in Tcutschland sicher längst geschehen, ehe wir in Südafrika das Machwerk gelesen haben, und zweitens: Es lohnt sich nicht, mit Leuten zu streiten, die ihre wissenschaftlichen Schlüsse nicht aus wmm xwmmsüilZ iS „Sünde aus Bosheit". Don Pastor Friedrich chührs. Rund um Mler. e/655. Die Umsiedlung der Juden in Rußland. Don Dr. Paul Nathan. S. 657. Jorih Heimann. Don Herbert Eulenberg. S. 659. Kgaaaage« an sx&fttazsaiZGx

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