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Central-Verein-Zeitung · 1925-09-25 · 39 (25.9.1925) · p. Seite 641

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
39 (25.9.1925)
Date
1925-09-25
Page
Seite 641 (sequence 1)
Language
German
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IV. Jahrgang ❖ Nr. 39 Einzelnummer 10 OoIOpfermij MMMZL hrMzm, c^r.cisübonncmcnt 40 Goidpfennig V 2\llc6emeine Zeixunö des juderuums zuzüglich SkftcDßcIb Gcrlsq u. Gdjxiftlcltuna: Berlin L^V 63, Lindensir. 13. . . Fernsprecher: Amt Dönhoff 3,794, 3095. .:. Postscheckkonto: Berlin 304 72. Bankkonto: Dresdner Dank, Wechsel« stube O, Berlin LV.'63, LIndenstr. 7, und von Goldschmidt-RothschUd L Co., Berlin 8. - T2einiqe Anzeigenannahme: Annoncen-Dxpcdition Nudolf Moffc, Berlin 8^V 19. und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 für die /gespaltene Zeile nach Rudolf Mosses! Mormalzeilenmcsser Nr. 4, Fainilienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder d. Ccntralvereins 0,43 J2JI, die 9ü min breite Stekia:ne-eils 4,30 JtJL, von Dr. Kritz Lamm (S-rrlinj. fKGbSN MWM WsMhMpß „Tiehe, dem Hungrigen Brot brechen, umherirrende Arme in dein Haus aufnehmen: so du einen Nackten siehst, ihn bedecken, und daß du dich deinem Fleische nicht entziehest!" —; Jiefc* uralte Mahuwort des Jesaja, das uns am Bersöhuungstag entgegentönt, verlangt, daß nur uns Rechenschaft : oblegen über das, was wir nuferen bedürftigen Brüdern und Schwestern an Hilfe geboten haben, noch viel inehr aber, was wir, die Gesamtheit roie der einzelne, tun müssen, um den dringendsten Anforderungen einigermaßen gerecht zu werden, i Ter Winter naht heran, und mit ihm steigt die Not! 'Wirtschaftliche Fürsorge, I u g e n d w o h l - fahrt und Gesundheitspflege sind die drei großen Gebiete jeder Wohlfahrtspflege. Wie sieht's auf ihnen aus? Wer neu in die Wohlsahrtsaroeit eintritt, glaubt zumeist, , daß die Geldunterstützung Anfang und Ende jeder Fürsorge i sei. In wirtschaftlicher Hinsicht mag das allerdings eingeschränkt gelten: sicherlich dann, wenn man versucht, die ' Hilfe produktiv zu gestalten. So ist man in Berlin daraugegangen, die Jüdische T a r l e h n s k a s s e zu schaffen, die gerade dem erwerbstätigen Mittelstand die Begründung; oder Fortführung des Gewerbes ermöglichen soll. Tas Beispiel verdient allenthalben Nachahmung, und Handwerk und Gewerbe müßten diese Einrichtung noch viel mehr fördern, als es bisher geschehen ist. Unwirtschaftlichen Elementen gegenüber wird man wenigstens den Versuch machen müssen, ihre Einnahmen und Ausgaben zu kontrollieren, und dadurch nr eine möglichst zweckmäßige Verwendung bewilligter Unterll'ckrmgen sorgen. Es müßte interessant sein, wieder Wirkst) a s t s r e ch n u n g e n unterstützter Familien zu führen, wie das schon vor dem Kriege geschehen ist, um aus ihnen! Grundlagen für die Arbeit zu gewinnen. -- Das Wandern u g s p r o b l e m , von jeher ein Sorgenkind jüdischer . Wohlfahrtspflege, erfordert nach wie vor die größte Ausmerk-; famfcit. Arbeiterfürsorgeamt und die ihm angeschlossenen! Fürsorgestelten sind dauernd bemüht, dem planlosen Umherreisen ein Ende zu machen und mit der Beförderung die Arbeitsbeschaffung zu verbinden. Aehulich liegen die Ber- , ,■ hältnisse in der G e f a n g e n e n f ü r s o r g e. Nächst der ih ittunerhin noch durch Aufwendung von Geld zu beschaffenden Unterkunft und Kleidung, bleibt die Ausfindigmachung eines geeigneten Arbeitsplanes das Wichtigste, aber auch Schwerste. - Anzustreben ist der Ersaß für die den Kriegsjahren zum Opfer j! gesirstene jüdische A r b c i t e r k o l o u i c in Weißensee.!. . Iugendhilfe. Wem geht nicht das Herz auf, wenn j. or in sommerlichen Erholungstagen frohäugigen, sonnengebräunten, frohen Scharen von Kindern begegnet? Was in M beu jüdischen Gemeinden zur Verschickung ' in Ferien- Kolonien und Erholungsheime geleistet wird, . bürste bekannt sein. Aber die Zahl der Plätze ist beschränkt, vrecst können nur solche Kinder ausgewählt werden, bei denen ' Arzt die dringende Notwendigkeit bescheinigt hat. Und doch brauchen die übrigen nicht zu verzagen. Es gibt jetzt überall große Tagesspiekplätze, auf denen sich auch jüdische Tageskolonien für daheimgebliebene Schulkinder eiurichten lasten. In Berlin ist das schon seit einigen Jahren mit bestem Erfolg durck)- gesührt worden. Tie st ä d t i s ch e n und Kreisjugend - ä m t c r werden solche Einrichtungen sicherlich fördern, da dies Zu ihren Ausgaben gehört. Mit diesen Aemtern, die aus Grund des Reichsjugeudwohlfahrtsgesctzcs eingerichtet werden, wird sich auch unsere jüdische Jugendwohlsahrt in ein verständnisvolles, gegenseitig förderndes Einvernehmen zu setzen haben. Tas wird um so leichter möglich sein, als wenigstens in Preußen, Bayern, Baden und Hessen der Rabbiner von Amts wegen Mitglied des Jugendamtes ist. Anderswo wird sich die Wahl von jüdischen, in der Jngendwohtfahrt erfahrenen Männern und Frauen in die Äemter ermöglichen lasten. An vorbeugenden Einrichtungen sind Berufsberatung und L e h r st e l l e n vermittl u n g örtlich zu pflegen. Geregelte Arbeit ist für den Heranwachsenden das beste Mittel zur Verhütung der Wirkungen einer gefährdenden Veranlagung. Bricht diese aber durch, tritt Gefährdung oder gar Verwahrlosung ein, so helfen meist nur Zwangsmaßnahmen, die dann'aber frühzeitig und energisch eingesetzt werden müssen. Tie Serge für gefährdete Frauen und Mädchen hat die Zentralroohlsahrtsstetle der deutschen Inden in Verbindung mit dem Frauenbund und dem Ts I. G. B. zur besonderen dlusgabe einer Arbeitsgemeinschaft gesetzt, die sich auch mit der Umgestaltung der Erziehungsanstalt Nepzin befassen wird. In engster Verbindung mit dieser hi \ \ j '!' t)' ri r ' » i Wy i H i t l \ 1 1 I : f! 1 j •. I Aufgaben jüdischer Wohisahrl-pllege. jj Von ©r. Frih Lamm (Scrfin). Versöhnung. Von Stadirnbbiner Dr. Sieger (Stuttgart). S. 642. n Das Ergebnis des M. Zionisienkongresses. Don Ludwig Holländer. S. 644. O!es irae. Von Dr. Heinrich Haase (Wien). S. 646.

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