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Central-Verein-Zeitung · 1925-09-11 · 37 (11.9.1925) · p. Seite 617

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
37 (11.9.1925)
Date
1925-09-11
Page
Seite 617 (sequence 15)
Language
German
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616 Sanitätsrat Dr. Marx, in Köln durch den Syndikus des linksrheinischen Landesverbandes Eugen I a c o b i dem Reichsbund herzliche Grüße und warme Sympathien ausgesprochen, * Die Handwerkertagung in Düsseldorf. Don Hermann Schwarz, Oeschästsjührer des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands, e. V. Seit Jahrzehnten haben die jüdischen Handwerker erkannt, daß nur im engen Zusammenschluß die auch heute noch herrschenden Vorurteile, die sich gegen die Befähigung von Juden zur Handarbeit richten, widerlegt werden können. So haben sich in vielen deutschen Städten Vereine selbständiger jüdischer Handwerker gebildet, die sich dann in der Spitzenorganisation, dem Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands, e. V. (Sitz Berlin), zusammengeschlossen haben. Diese jüdischen Handwerksmeister suhlen sich nicht nur als^gute Juden, sondern empfinden es als ihre hohe Pflicht, als deutsche Staatsbürger an dem Wiederaufbau unseres so schwer bedrückten Vaterlandes miterarbeiten. Als gute Deutsche nehmen sie lebhaftesten Anteil an der Jahrtausendfeier der Rheiulande und an der Befreiung der rechtsrheinischen Städte von fremdem Joch. Um diesen Gefühlen in der iöeffentlichkelt Ausdruck zu geben, veranstaltete der Zentralverbaud am 6. September in den Räumen der Ludwigsburg zu Düsseldorf eine große Kundgebung der jüdischen Handwerksmeister Deutschlands. Der Derbandsvorsitzende, Wilhelm Marcus (Berlin), konnte in Sn er Begrüßungsrede die Vertreter der Stadt Düsseldorf, der jüdien Gemeinde, der Handwerkskammer, die Obermeister der Innungen und mehrerer anderer Korporationen willkommen heißen. Dann dankte der Vorsitzende des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens zu Berlin, Louis Wolfs, in seiner Festrede zunächst den rheinischen Schultern und Brüdern für ihr stcmdlMies und heldenmütiges Aushalten in den schweren Jahren der Besetzung. Er schilderte dann weiter die Bedeutung des Handwerks innerhalb unserer gesamten Wirtschaft und verlangte Achtung vor dem Handwerk. Der jüdische Handwerker, so führte er aus, arbeitet nicht, weil er arbeiten muß, sondern weil er m der Arbeit einen Segen für die Menschheit empfindet. Er erinnerte daran, daß es den Juden bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts gesetzlich verboten war, ein Handlverk auszuüben, und daß die Innungen und Zünfte streng darauf achteten, daß ein Jude zum Handwerk nicht zugelassen wurde. Erst irn Jahre 1813 wurde dieses Verbot aufgehoben. Die jüdischen Handwerker haben sich nicht etwa zusammengeschlvssen,. um sich gegen die Gegenwa-rtssvagen wirtschaftlicher Art abzuschließen, vielmehr arbeiten sie gemeinsam mit ihren nichtjüdischen Kollegen in den dazu berufenen Jnteresienverbändeu zum Wöhle des Standes und des Vaterlandes. „Wir sind hier nicht im Herzen unseres Rheinlandes, im schonen Düsseldorf, zusanunengekommen/ so fuhr der Redner fort, „um unsere Verbundenheit als deutsche und als, jüdische Handwerksmeister mit unserem Vaterlande zu beteuern; einer solchen Beteuerung b e d a r f e s nicht für denjenigen, der die geschichtlichen Zusammenhänge kennt, für jeden, der da weiß, wie seit Jahrhunderten auch besonders hier im Rheinland deutsche Juden für ihr Vaterland gelebt und gelitten haben/ Diese sehr eindrucksvolle Rede fand in folgender, widerspruchslos angenommenen Entschließung ihre Zusammeumssung: „Die aus Anlatz der Jahrtansendfcicr der Rhciirlande am Sonntag, den 6* September 1925, in Düsseldorf versammelten, im JcntraLvcrbaud jüdischer Handwerker Deutschlands, e. D. (Sitz Berlin), vereinigten jüdischen Handwerksmeister bekunden aufö neue ihren uncrschirllcrlichen Willen, an dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes wie bisher mit allen Kräften mitzuarbciten. Allen 'Angriffen zum Trotz werden die jüdischen Handwerksmeister mit allen ihren Berufskollegen die Aufgaben erfüllen, die unsere Wirtschaft an das deutsche Volk stellt, und so den Beweis erbringen, daß alle Behauptungen über das Nichtvorhandettscin von produktiven Kräften unter den Inden absichtliche Irreführungen dcS deutschen Volkes find. Die im Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands, e. V. (Sitz Berlin), vereinigten Handwerksmeister sehen nur in der engsten Zusammenarbeit aller VolkSkräslo ohne Unterschied der Konfession die Möglichkeit dcS Wiederaufbaues unserer Wirtschaft und somit auch des deutschen Vaterlandes." Nachdem die Vertreter der angeschlossenen Vereine gesprochen hatten, hieß Herr Beigeordneter Jecker im Aufträge der Stadt die Versammelten in der Stadt Düsseldorf willkommen und wünschte den Bestrebungen des Verbandes vollen Erfolg. Rabbiner Dr. Eschelbach er (Düsseldorf) betonte in seiner Ansprache, daß der jüdische Handwerker zur Erstarkung des deutschen I u b e n fu m § n o t w e n d i g s e i. Herr Dr. Roder sprach für die Handwerkskammer Düsseldorf, und Herr Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für säratl. Zeitungen Deutschlands und. des Auslands Berlin L^V 19, Jerusalemer Stratze 46-49 / BreZlau / Chemnitz /Dresden / Düsseldorf I (Erfurt / Frankfurt a.M. / Halle (Saale) / Hamburg / Hannover / Karlsruhe / Köln a. Rh. Leipzig ( Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg /Stettin / Stuttgart / Amsterdam / Barcelona / Basel / Budapest / Bukarest / Prag / Warschau / Wien / Zürich. LC^C^J*£.<Ö) J JC/ 'V.V , -Ü i5>v:v -K/ / Pp i fQ 'ItP’-vFi .<nj ‘fc 4 hss-ii» jSo ••]>«;>/it .’j.!,i'1|: J 1;>>f! yln ' vt: , is'ij | ’ <4i ./W sh f. MitWraüoa /) VdsJfäiiS ctor ~-A ulodon A-~ & pipzigorstK 36 ■ßiQ Chärtokonslv A rhj)Q(gniod9rhisung6^urfürston-'^-~^damm. Ccko3?änh(?sträss<? äUJNAUHUtCMH fOR MORtSCUi OAM£NKLUDUNÖ Oskar Mittevmaier München» Nnrhauser Skr. 16/8 ^VhaStunsen. Snnlttlnngen. LcHerchen U\ Krimlna!' päöt Lfto. und AnSlÜNfte «lleroNs. Arbeitet überall, erforscht alles unter prenLster Diskretion. Dclallniftnte für ein geführte Touren »u baldigem Eintritt ge« fncht. Offerten mit LichtbUt> u.ZeugniLabfchristen an Lcovold Selling, Manufakturwaren, Lehrberg (Mfr.). GSVGRtzSlS BlsG Tuchgroßhandlung vr. Zucksr's kOblS?ZsäNrS° lZädSr «ntt v«, ßiflrtr* v. 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