Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 35 (28.8.1925)
- Date
- 1925-08-28
- Page
- Seite 587 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2277379-2277569-2277604--02384-3537320- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
587 Gehört das vor das ^ubltfitm? Ich glaube ja, denn ohnedem ist dab „Buch Juda" aar nicht zu verstehen. Ohne eine gewisse persönliche U e d e r e i n st i mm u n g ist ein einheitliches Werk vo n zwei K ü n st le rn ü be r h auPt gar nicht zu schaffen. Nur wer Lilien und mich kennt, wird alles in unserem Euche verstehen, und das ist im Grunde die Entschuldigung aller persönlichen Erinnerungen eines Künstlers. Tie Lache muß die Person entsckMdigen, das Werk den Künstler. Weil nur durch die Duinner die Lache, nur durch den Künstler das Werk erklärt werden kann! Rheintandkmidgebrrngett. Ter Reichsbund jüdischer Fronlsoidaten veranstaltet vom 5. bis 7. September eine N h e i n I a n b t u n b a e b u n n in W v r m s und Llöln. Tiefe Taguna soll der Tvlumentierung der über UiOlljähngen Verbundenheit der deutschen Juden am Rhein mit dem Schicksal des dcutsä)en Volkes und Landes dienen. Zu den Kundgebungen sind als Redner Tr. Ludwig Haas «.Karlsruhe?, Vt. d. R., Zustizrat Bernhard Falt (Köln), M. d. L., und andere gewonnen worden. Ter Zcrrtralverband jüdischer Handwerker Deutschlands (Sitz Berlin L Geschäftsstelle Berlin XO 18, Gr ehe Frankfurter «tuiBc A'/81, veranstaltet am Sonntag, d e n 6. S e p t e m b e r 1 0 2 ü , in T ü s s e!- dors anläßlich der Jahrtauseudseier der Rheinlands eine große Kundgebung. Ans allen Gauen Teutschlands werden die jüdischen Oandweitsmeisler in Tüsseldorf Zusammenkommen. um erneut das Gelöbnis der unwandelbaren Treue und Liebe zum deutschen Vaterlande abznlegeu. Im Anschluß an diese Kundgebung wird der H a u p t v o r st a n d des Verbandes am M ontag , den 7. S c p t e m ber , eine Sitzung, die sich ausschließlich mit internen Verbandsangelegenheiten befassen wird, abhalten. In eigener Lache. Herr Rechtsanwalt Ludwig Foerder stBreslan), Beitglied des Hanptvorstandes des Gcntralvereins, hat, aus vermeintliche Unrichtigkeiten im Anisatze des Herrn Tr. Jakob Marr „In eigener Lache" (Nr. 82 der „E. B.-Zeitung"), der ebensalls Mitglied des Hanptvorstandes ist, der LchrnUeitung eine „Berichtigung" in einer Aufmachung gesandt, die gegnerischen Zeitungen gegenüber üblich zu sein Pflegt. Ter Direktor des Vereins, Herr Tr. Holländer, schrieb daraus Herrn Rechtsanwalt Foerder, es sei überaus ungewöhnlich, wenn ein Borstandsmitglied des Gentralvereins eine „Berichtigung" gegen einen Aufsatz eines anderen Vorstandsmitgliedes verlange, und der Vorsitzende des Vereins, Herr Jnstizrat Brodnitz, schrieb kurz darauf, die „Berichtigung" enthalte Angaben, die nicht ohne Widerspruch hingenommen werden konnten. Inzwischen aber hatte Herr Tr. Fritz Foerder, als Vertreter seines Bruders, des Herrn Rechtsanwalt Foerder, mitgeteilt, daß „er sich auf keinerlei Unterhandlungen eiulasse und ermächtigt sei, im Falte der Nichtaufnahme der Berichtigung in die nächste Nummer der „C B.-Zeitung" weitere Maßnahmen zu trefsen". Wir beschränkten uns hiernach in unserer Zeitung auf die gewünschte Feststellung, daß Herr Rechtsanwalt Foerder Berufung gegen das Urteil in Lachen Tr. N a u m onn eingelegt hat. Nunmehr erscheint in der letzten Nummer des „Jüdischen Wochenblattes" die „Berichtigung" mit einer recht unfreundlichen Einleitung gegen den Gentralverein. Dabei ist bekannt, daß das „Jüdische We>chenblatt" dem Centralverein im Wahlkampf und bis heute bei besten nationaljüdischer Schrifrlcitung nicht wohl will, und daß Herr Tr. Fritz Foerder das Blatt der „Achduth" für seine heftigen Angriffe gegen den Gent ratverein und seine Geschäftsführung benutzt. Wir beschränken uns auf die Mitteilung dieser Tatsachen und die Feststellung, daß wir adle h neu. diese interne Angelegenheit öffentlich zu erörtern. Die S ch r i s t l e i t u n a. Zweites WerbesporLscst ver ,,Vis". Die „Vis" (Vereinigte Uebungsstätten jüdischer Lportverbände) veranstaltet zugunsten der Errichtung eines Sportplatzes für die angeschlosseneu Lportverbände am Sonntag, 30. August, aus dem Sportplatz des B. S. (5. in der Cicerostraße, Berti n-Ha lenste, ihr zweites Werbesportfest. Das Festprogramm enthält Begrüßungs-Worte von Justizrat Tr. Julius Brodnitz, die also enden: „In diesem Sinne grüßen alle, denen eine seelische und körperliche Ertüchtigung des deutschen Judentums am Herzen liegt, die in der „Bis" vereinigten deutschen Juden." — Die Hauptkämpse beginnen nur 3 Uhr mit einem Aufmarsch sämtlicher Teilnehmer. Eintrittskarten in der Geschäftsstelle der „Bis", Bnrgstraße 30, Zimmer 75, bei den angeschlostenen Lportorganisationen fotuie an der Kaste. Menschenwiiröe. W o ch en b et r a ch t u n g. Wenn man die Methoden, nach denen die Böller der^ Welt seit nunmehr zwölf Jahren ihre inneren und äußeren Angelegenheiten zu ordnen versuchen, mit einem kräftigen Worte bezeichnen wollte, so müßte man unser Jahrhundert das Jahrhundert der Brutalität nennen. Es tritt damit in einen schroffen Gegensatz zu den beiden früheren Jahrhunderten, deren geistige Strömungen doch vorwiegend unter dem Zeichen der Humanität standen. Tas Charakteristische unserer Zeit ist, daß deL einzelne Mensch, seine Leiden und Schmerzen, seine Würde und Ehre für nichts gelten. Hekatomben lebender Wesen werden den Götzen des Nationalismus, des Imperialismus und wie sonst heißen mögen geopfert. Tas Weh und die Klage von Millionen werden mißachtet, wenn es gilt, die Wahnvorstellungen irrender Geister in die Wirtlichkeit umzusetzen. In solcher Zeit ist es unser einziger Trost, vor dem Trllunphgcschrei des herrschenden Götzendienstes in die stillen, reinen Tempel des ewigen, allmächtigen Gottes zu flüchten, des Vaters der Men ich - heit. der in jedem einzelnen Mensckzcn eine ganze kleine Welt sieht, zu deren Erhaltung auch die höchsten Opser nicht zu scheuen sind. Aber nicht nur das Leben, sondern auch die Ehre des Menschen findet im religiösen Leben die höchste Berücksichtigung: Tie Strenge des Gesetzes mildert sich oft, wenn die Ehre eines Menschen beeinträchtigt wurde. DJtit schärfe und Rücksichtslosigkeit mußte gegen den schweren Verbrecher und Mörder vorgegaugcn werden. Wer Mcnschenblur vergossen hatte, dessen Blut sollte durch Menschen wieder vergossen werden. Aber auch in ihm war das im Ebenbilde der Gottheit geschaffene Wesen zu achten. Es wäre eine Geringschätzung des Höchsten, wenn man selbst diesen Entarteten über Nacht am Pfahle hängen ließe. Man mußte seine sterblichen Reste am Tage der Urteilsvollstreckung der Mutter Erde übergeben. Fern von jener L ch w ä ch e, die alles Unrecht entschuldigt, in gerechter Beurteilung einer jeden Tat, kommt doch hier der Gedanke der echten Humanität .zum Tnrchbrnch. In jedem Geschöpfe mit Menschenantlitz ruht der Funke des CotLesgeistes, der stets zur heiligen Flamme emporlodern kann. Niemals soll der glimmende Funke verlöscht und erstickt werden. Alles ist daran zu setzen, ihn 31t erhalten und zu neuem Laben zu erwecken. Durch Brutalität werden die Menschen entmenscht, durch wahre Humanität zur Heiligkeit und Gottühnlichkeit geführt. Darum fort mit allen Rache- und Rassegedanken! Heben wir die Ehre und Würde der Menschen, so wird das Herannahen einer besseren Zeit vorbereitet. Hofsmann. - Für den Verband Groß-Berliner Ortsgruppen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin SV/66, Lindenstraße 13, werden in den verschiedenen Skadtgegenden Groß-Berlins Mitarbeiter gesucht, die sich für dis Verbreitung unserer Ideen und für den Abwehrkampf einsetzen. Ausreichende Honorierung wird zugesichert. Nur schriftliche Bewerbungsschreiben erbeten. Alleinige Anreigcn-Annalinie Rudolf Mos se, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands! Berlin 8>V w, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz j Dresden / Düsseldorf I Erfurt / Frankfurt a.M. } Halle (Saale) / Hamburg / Hannover / Karlsruhe / Köln a. Nh. r Leipzig | Magdeburg / Mannheim | München / Nürnberg /Gtcttin f Srntlgar! / Amsterdam / Barcelona / Basel / Budapest | Bukarest / Prag / Warschau / Wien / Zürich.! DIE ALTBEKANNTEN WEtf^AMDMAEKEN < X K Q l F\ V um .MsisferstücR ..."'"‘'I rcr\ fl J : LJ iS %*r' i 1 j 1 w- 1 | j b—jl t«j lj L~LLJ U DIE DEUTSCHE UJERT-ZIGRRETTE