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Central-Verein-Zeitung · 1925-07-03 · 27 (3.7.1925) · p. Seite 469

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
27 (3.7.1925)
Date
1925-07-03
Page
Seite 469 (sequence 1)
Language
German
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Serlin, 3. 3uli 1925 IV. Jahrgang ❖ Nr. 27 Einzelnummer 10 Gol-pfenmz HLänzenöer Verlauf öer Runögebung und verbanöstagung. WchLs ö§s €M Köln, den 30. Juni 192^. Es waren nicht mehr heitere Rheinländer und bedächtige Westfalen, nicht mehr gemütliche Süddeutsche und gestrenge Brüder von Nord und Ost —, die Kundgebung sür Rheinland und Deutschtum im Kölner Opernhaus hatte die Zweitausend tzu einem festen Ganzen zusannnengeschweißt, machtvoll und glühend beseelt von der u n a u s l ö s ch - lichen Liebe zu den Idealen unseres E. V. Hier hatte es jeder gefühlt und jeder erjagt, daß die Synthese von Deutschtum und Judentum nicht das Ergebnis nüchterner Erwägungen eines großen jüdischen Deutschen gewesen ist. Das Ticsinnere des jüdischen Menschen, sein frommes Erschauern vor den Ewigkeitswerten unserer heiligen Religion blieb u n - trennbar verbunden mit der natürlichen, spontan znrn Ausdruck gebrachten Begeisterung für deutsches Wesen und deutsche Kultur. Tie rheinische Jahrtausendausstettung sei gesegnet, daß sie in diesen Tagen unfruchtbaren Tiskntierens um den notwendigen deutschen und jüdischen Prozentgehalt im E. V. Gelegenheit gab, Gefühlschemiker und Verstandesmathematiker intra et extra muros als mehr oder weniger ernst zu nehmende „Theoretiker" erscheinen zu lassen. Köln hat weithin leuchtend gezeigt, daß wir im E. B. auf dem richtigen Wege sind; daß wir Eugen Fuchs' Erbe erworben haben, um es gegen alle Anstürme von links und rechts zu schützen und — zu besitzen. Krisenwitterer und Zerfallspropheten werden nach dem 28. Juni 1925 ihren Feldrlugsplan gegen den E. D. ändern müssen, wenn sie künftig nicht bei allen gerecht Denkenden in allen Lagern den lebten moralischen Kredit verlieren wollen. Köln mit stinen Stunden unbeschreiblicher Erhebung und erfolgreichster Arbeit war ein Markstein in der E. V.-Geschichte, an dein selbst ein Trommelfeuer von Verdächtigungen wie an einer uneinnehmbaren Wahrheitsfesie scheitern muß. Was ist C. V.-Weltanschaunng ohne Wille zur Arbeit! Während sich draußen Jehntausende zu festlichen Zügen zujsammensügten und in lauter Freude durch die Straßen der Stadt zogen, einte 250 westdeutsche Delegierte nach den unver- Kunden des Vormittags ernste E. V.-Arbeit. Ein stüchtiger Blick auf den unseren knappen Raumverhüttnissen Rechnung tragenden Verhandlungsbericht der Westdeutschen Tagung wird Freund und Gegner belehren, daß die Besten des Eentralvereins sich in Köln gemüht haben, die uns -um* laucnibc Gefahr des Judenhasses nicht nur vom Standpunkt ves Abwehrgedankens zu erkennen. Das Suchen nach dem Gott in unserer eigenen Seele soll uns aufwärts und vorwärts führen, soll zu Nutz und Frommen des gemeinsamen Vaterlandes die Atmosphäre entgiften, in der noch immer Haß eines Volksgenossen gegen den anderen wuchern kann. Wiederaufbau aller deutschen Kulturw e r t e, Vertiefung und E n t w i ck l u n g der j ü d i - scheu R e l i g i o n s w e r t e auf der Grundlage der deutschen Kultur sollen unsere E. D.-Arbeit leiten, unsere Willens und Geisteskraft zu einem Höchstmaß von Energie steigern und unsere Opferwilligkeit sür den E. V.- Gedanken erhöhen. Die Kölner Jahrtausendansstellnng ist von symbolischer Bedeutung sür unser Leben und Streben als überzeugnngstrene C. V.-Bekenner. In einer gewaltigen, der deutschen Geschichte geweihten Ausstellung — eine „Jüdische Abteilung". Kein „Fremdkörper" inmitten herrlicher Wahrzeichen der Entwicklung deutschen Volkstums. Jeder, ob christlicher oder jüdischer Deutscher, der den Meyepalast mit unbefangener Anteilnahme besucht, wird sagen müssen, daß die Jüdische Abteilung ein o r g a Nische r B e st a n d t e i l der Jahrtausendansstellnng ist, mit ihr verwachsen wie die Geschichte der rheinischen Inden mit der deutschen Kultur selbst. Auch unsere Kundgebung für Rheinland und Deutschtum und unsere Westdeutsche Tagung waren aus eine m G u ß. Wer sie miterleben durfte, dem wurde offenbar, daß nur im Geiste d e r K ö l n e r T a g u n g das deutsche Judentum sich siegreich wird behaupten können. A r t ur S ch w e r i n e r. Köln - ein Mattstem In der Geschichte des G. $. Äon Arlur Schweriner. Deutsche Frauenwoche am Rhein. S. 472. Die erste Tagung des preußischen Landesverbandes. Don Or. John Wertheim (Äerlin). S. 474. Das deutsche Judentum und seine jüdischen Gegner. Von Dr. Felix Goldmann (teipzig). S. 477.

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