Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 23 (5.6.1923)
- Date
- 1923-06-05
- Page
- Seite 397 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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'■Berlin, 5. Juni 1925 IV. Jahrgang <• Hr. 23 Cknzrlnumm^ 1C GMpfenmg V-WWI öss LNLMMMWA ijmiUMg] J 4j>y^4> *>' 1<*> w '**■**</* vw^ *«V. Allgemeine ZeiiunjS des Oudenrums -L AM Iärra;isW> |i T^ir gö-^pn frsi^tO fitinirrft P ■VW <? V- Mouatrabonnement 40 E-old^fermig zuzüglich Bestellgeld Verleg rmd SchristlrNung: Berlin 8V/68. L'mdeuftr. l3. .'. Fernsprecher: Amt T'"hoff 8594, 3Ä>5. .'. RanNonto: Dresdner Danl. Wechselstube O, Berlin 3W 68. Liudenstr. * l Alleinige An'eigenonnahme: Annoncen - Expedition Rudolf Moste. Berlin BW l.i, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0.90 tzoidruark für die 7gespaltene Zelte nach Nudolf Mostes Normalzrilenraxster Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Cenlral-Vereins 0.45 Goldnurrk. die 90 mm breite Neklamzcile 4.30 Doldruarl! '<> s ly/i 1 v\ |5 fl n ff1!? fi i.i Vi r i v i<y u n?f h /i \, c> f-f p y ro 7^4 4> 0 Cj/jl ^j| Äck? I) ÜÄ" & jr £pT £} £ ^fNf^ Dr. Jiif. I. Eevp (Serlm). < „Es muß ein eigentümlicher Zatlber in diesen! Wort .Deutsch' liegen/ sagte Otto v. Bismarck am 22. Januar -.1864 im preußischen Abgeordnetenhaus, zu einer Zeit, als seine alten Parteifreunde unter derRechten von dreifarbiger Begeiste- ■rung noch nichts wissen wollten, gegen den deutschen Natio- - naiverem den preitßi.rchen Voll oerein gründeten und den Einheitsdrang als Revolution und Nationalitätenschwindel be- - kämpften. Ja, es lag und liegt ein eigentümlicher Zauber in diesem Wort „Deutsch". Wie hat nicht Walter von der Woget weide das deutsche Herz, die deutsche Zucht gefeiert! -Wie hat nicht Fichte das deutsche Volk gepriesen, weil es zu jeder Begeisterung, zu jeder Klarheit leicht zu erheben sei, -„und seine Begeisterung hält aus sür das Leben und gestaltet dasselbe-um". „Es ist daher kein Ausweg: wenn ihr versinkt, so versinkt die ganze Menschheit mit, ohne .Hoffnung einer einstigen Wiederherstellung." So ries er im Schlußwort seiner Reden an die deutsche Nation. Wie hat nicht Theodor Körner geklagt und getröstet: Deutsches Volk, du konntest /allen, aber sinken kannst du nicht!" Ernst Moritz Arndt und Scheukendorf und Freiligrath und Hoffman n v. Fallersleben und wieviele Dichter neben ihnen von alter sher bis in die Gegenwart haben den unwiderstehlichen Zauber des Wortes „Deutsch" empfunden und in gefühlvolle Lieder ausgeströmt. „Dies Land und Volk" — sang A rut st a f i u s G r ü n — „deutsch ist sein Herz und deutsch sein <Nnn und Treiben, deutsch sind wir noch und wollen deutsch trotzdem und dem auch bleiben." Und Heinrich Heine, wie hat er nicht sein deutsches Vaterland geliebt! „Scheltet mir nicht die Deutschen! Wenn sie auch Träumer sind, so halben doch manche unter ihnen so schöne Träume geträumt, daß ich sie kaum vertauschen möchte gegen die wachende Wirklichkeit unserer Nachbarn", so bekannte er schon« in den Neisebildern, und im Wintermärchen seufzte er aus: -„Seit ich auf deutsche Erde trat, durchströmen mich Zauberkräfte, der Niese hat wieder die -Dhttter berührt, und es wuchsen ihm neu die Kräfte/ Nicht anders auch Ludwig Börne: „Welche Sprache darf sich mit der deutschen, messen/, so schrieb er, „welche andere ist so reich und mächtig, so mutig und an- .mutig, so schön und so mild als unsere? *. . . Aus'deutschem Boden sind alle jene großen Ideen hervorgegangen, die von geschickteren, unternehmenderen und glücklicheren Völkern ins Werk gesetzt und benutzt worden sind . . . Der Brite ist -nur Brite, der Spanier nur Spanier, der Franzose nur Fran- -zose; Mensch ist der Deutsche allein . . . Ich bin ein Deutscher und bin stolz daraus; doch immer erröte ich dessen, wenn ich höre, daß Deutsche selbst ihr Vaterland verachten . . / Auch an solchen Verächtern hat es nicht gefehlt und fehlt es heute -nicht. Aber ebensowenig au unduldsamen Fanatikern, die das 'Deutschtum zum Zerrbild machen und deutschen Geist, deutsche Art. deutsches Ikecht allen absprechen, die sie nach ihrem eingebildeten „heiligen Gesetz der Rasse" als Fremdlinge zu betrachten belieben. . . - ' Da kommt .eure tiefschürfende Betrachtung ül>er;* den Sinn jenes Wortes, das nach Bismarcks Ausspruch einen eigentümlichen Zauber ausübt. gerade recht. Es ist ein lesenswertes Buch, im Breslauer Verlag Ferdinand Hirth unter dem Titel „Erziehung zum D e ut sch s ei n" erschienen, das He r ma u n S ch n ei der, Professor der Philosophie und Pädagogik an der Universität Leipzig, dem deutschen Volk und insonderheit der Jugend widmet. „Ihr habt deutsch und überdeutsch sür blondes Germanentum und sür blasses, gerechtes Menschentum geschwärmt", sagt er in der Einleitung. „Die einen seien abgehackten, die anderen zurückgestoßen worden: dennoch wolle der Jugendkreis beisammenbleiben, seinen Willen zur Zukunft betätigen: ich aber soll Euch zu Euren Zusammenkünften weite Aussichten auf deutsche Dinge liefern, die Ihr im Gespräch betrachten, prüfen und je nachdem annehmen, verwerfen und umbilden könnt/ Und^also freut er sich seiner Ausgabe und redet in schöner, reiner Sprache über deutsches Land, deutsches Blut, deutschen Glauben, deutsches Wesim, Staat, Schule. Ein Mann der Wissenschaft rodet, nicht der Partei. Er redet mitunter hart und herbe. Beispielsweise über Wilhelm II. Ohne aber schlechthin Republikaner zu sein. "Wie er denn erklärt, daß sich heut „alle Parteien im Schnwlztiegel befinden", und eine neue „Nationalpartei" vorausncht, geboren aus der „inneren Einigung" . Ob Schwarz-Rot-Gold oder Tchwarz- Wciß-Rot, der ganze Fahnenstreit sei vom Uebel, da das eine wie das andere Symbol große Erinnerungen sür sich haben. Wer den „Tag des Deutschen", des wahren Friedensbundes, heraufführen will/dessen erste Tack mäste sein, alles zu vermeiden. was entzweien, und alles tun. was die Deutschen aller Landschiasten, Glaubensmeinungen und politischen Richtungen einiger machen kann. SWi '/ rT? sfstN ff?* O Erziehung zum DeulsKsem. Don Dr. jur. 3. revy (Scrlin). Meine Elfatzrungen in der LcmdMMm Don Dr. A. philippson (Hümburg). S. 400. Als Ehlisiin ln der israelilisKen Schule. Don Lenka v. Koerber (Leipzig). S. 401. Ausgrüöungen im vorderen Orient. Don llm'versi.ätsprosessor O.Dr.Hugo Greßmann (Lerlin). S. 402. || P-' fl