Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 22 (29.5.1925)
- Date
- 1925-05-29
- Page
- Seite 389 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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389 Kleine Chronik. Anläßlich des 50. Jubiläums des Mecklenburger Krieger- Verbandes fand in der Synagoge in Schwerin öm 'iß. Mai eine erhebende Feier statt. Der Mecklenburger Kriegeroerband ließ durch eine Deputation an der Gedenktafel der gefallenen Kameraden der israelitischen (So rneindr einen Kranz nicderlegen. — Am ersten Tage des Wochcnfesics feiert in Berlin Rabbiner Dr. Ludwig A. Rosenthal feinen 70. Geburtstag. Er ist der bekannte Talmudgclehrtc, dem man das dreibändige Werk „Hebe r den 3 u f a ru m c n t) a n g , d i e Quellen und die Entstehung der Mischn a", womit «ine Anzahl weiterer mischnischcr Arbeiten verbunden ifr. verdankt. In der Bibelwissenschast hat er „I o e l, N a y u m, H a b a k u k" als Vergleich gebolcn. Der Philosophie ist er gleichfalls nicht fern geblieben. Von ihm ist erschienen: „D i e m o n l st i s ch e P h i l o s o p H i c" und „L a z a r u s Geige r". Als Herausgeber des ,,I ü d i s ch e n L i t c r a t u r b l a t t e s" hat er viele wichtige Arbeiten in Bibelwissenschast, Talmudsorschung, wie in vergleichender Literaturgeschichte, ganz besonders viele Besprechungen in all den Gebieten geboten. Lange Jahre war Dr. Roscnthal mit seinen Vorträgen eine Hauptstütze des Verbandes der Literaturvcreiue. — InNördringen feierten die Eheleute David Hermann und Frau und Joseph Roggcc und Frau das seltene Veft der goldenen Hochzeit. Beiden Jubelpaaren wurden von Freunden und Familie Dewei»e xvößter Hochachtung zuteil. Auch wir sprechen den beider: Jubelpaaren unsere rvärrnsten Glückwünsche aus. — Am 8. Mai vollendete unser Vereinsmitgiied Herr Lcvi Meier in Littfeld, Kreis Siegen, sein 97. Lebensjahr in -vorzüglicher körperlicher und hervorragend geistiger Frische. Denn Jubilar wurden nicht nur v-vn vielen seiner Glaubensgenossen, sondern von der ganzen, zum größten Teil rvamgelischen Bevölkerung der Stadt herzliche Ehrungen zuteil. — Leo O e st e r r e i ch e r, O 34, Mcvieler Straße 36/37, seit vielen Iabren Vorstandsmitglied der Berliner Ortsgruppe Osten, ist vor wenigen Tagen nach schwerem Lcid-en verschieden. In unermüdlicher und tatkräftiger Weise hat er sich jederzeit in den Dienst unserer Arbeit gestellt und unsere Bestrebungen auf des tatkräftigste gefordert. Sein Andenken wird auch in ruiferem Kreise in Ehren gehalten werden. Antworten F-cldberg i. Mcrklbg. Der Besitzer von Pfitzncrs Hotel, Feld- Le rg i. Mcecklda., A. Pfitzner, teilte einen: unserer Freunde aus seine Anfrage nach Quartier aus vssener Karte mit: „Israeliten n c h m c Dicht au j." $taä) Kisfingen. Der Photograph Otto Pilar tz, Vad Krssingen, S c I i n c tt p c o ::: c v. c b e 2, leg: Wert auf die Feststellung, daß er in Lnserem Verzeichnis jud-enfeindlichev Erholungsorte und -Pensionen zu Unrecht feführt wird. Er bittet uns, mirzuteilen, daß er n i 6) t antisemitisch st und ihm jüdischer Besuch erwünscht sei. Nach Karlsruhe. Die in^unserer Nummer vom 27. Februar 1925 geerstellt. Herr haben. Dieser hat uns erklärt, noch nie ein Hakenkreuz getragen zu Lum Juden ernannt. Auch Professor Hans Driesch (Leipzig), von Lem wir in der „C. B. - Zeitung" einige Beiträge veröffentlichen konnten, ist nun von den Völkischen zum Juden ernannt worden. Völkische Studenten Lehaupteten. der bekannte Leipziger Philosoph sei jüdischer Abstammung. Herr Professor Driesch ermächtigt uns liebenswürdigerweise auf unsere Anfrage / W-.' fiifiiir .v.,x mw<T: ^4 v'iüj; mitzurcilen, daß er aus einer mecklenburgischen Familie stamme, sein Vater Hofbeamtcr gewesen sei und von jüdischer Abstam:::ung gar keine Rede^setn könne. — Die Völkischen formen sich nun einnnal nicht vorstellen, daß Nichtjuden nur um der Gmechtiglcir und der Wahrheit wegen sich auch einmal für Juden entsetzen können. Nach Johannisdura, Dstpr. Der Kmcsmann Paul Heß in 3o* f) a :t n : r» b u c g , O st p r., hat einen seiner Berliner Lieferanten, statt zu bezahlen, mit antisemitischen Schmutzphra''en bcworscn. Er wurde dafür vom Amtsgericht Berlin-Mitte mit 3;>0 Mark Geldstrafe belegt. Nach Stuttsiart. In dom „Evangelischen. Sonntagsblatpst Stuttgart, vom 10. Mai lesen wir: „Die A d v e n t i st e n in Bayern haben 1924 über 150 009 2)1 (Durchschnitt für ein Mitglied etwa 53 M.) aufgebracht als Zehnten, außerdem über 66 000 M. (Durchschnitt: 25 2ll.) an Gaben. In diesem Stück sollten wir von ihnen lerne::/" — Auch wir möchten unseren Mitgliedern diese Gebesrcudigkeit der Adventisten als nachahmenswertes Beispiel empfehlen. Buck) ricsucht. Wer gibt das Buch von Tcer-Hossmann „Ter Tod Georgs" kaufiich ob? Zuschrift an C. B., Lindernstraße 13. Fortsetzung des redaktionellen Teils Seite 390. Wirtschaftliche Nachrichten. Tie Ausbesserung eines Mvttenschadens kostet oft mehr als die geringen Anfbewahrnngsgebühren. Mcm sollte deshalb olle Pelze, Teppiche und Winterkleidung während des Sonnners einer guten Kürschnerei zur Aufbewahrung und Konservierung übergeben. Tie größte Konservierungsunlage nicht nur in Deutschland, sondern sogar in 0'urvpn besitzt die bekannte Firma C. A. Herpich Söhne, Berlin W, Leipziger St raste 9/11, Telephon Zentrum ICH) 41—4ö imb 113 £8—89. 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