Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 22 (29.5.1925)
- Date
- 1925-05-29
- Page
- Seite 381 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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! :; | Sttlia, r». Mal IS« IV. Jahrgang 4ttr. 22 Einzelnummer IS Holöpfenmg f;^r" fr: W11 t .C. i "f V y^WN> <^^^^VVWV<.--SX>4 \ «'■‘jy -•‘5-r'S^'S^ *) <>.->/ MÄMMZ AC-fV _***Ä yry-<l! f. '*y> f..- f ’j <rp ■ . A f■ j ,'A O «C'-wnS y <J*v-V> *£]> Y>;sk>srv *k>w-^«0-^4;-^4> J-iv JkjA*' ^':rfc-3^23^' ©fcoucisaBonnement 40 GolLpferrrriZ zuzüglich DrsteLgeld Verroh rrnd SchriftlelLung: B-rrlmS^Ves. Lürda^str.12. .'. Fernsprecher: Amt L-Srrh^ff LWL» LA5. .'. BLNkcorrto: Dresdner Danr Wechselstube G, Berlin 3>V 6S, Lkndenstr. 7 M-LniLe Dn;eiaenannahrnr: AzurorrecN'Crpedit^N Rudolf Drosse. SrrLur IS. und deren Filialen. NrrZeigenpreife: 0L0 Doldmar! für dis 7 gespaltene Zeile nach Rudolf MosfcK SiornralLeUernnelser Nr. 4, gfamilitnajiieifim und Stellengesuche für Mitglieder d-LZ Ceutral-DereinL 0.45 Qoibvxazl die 90 mm breite Nellairnzeile 4,SO Soldruart "Allgemeine Zeixun^ des Judenrums m v0 ü imn p 1 <9 t. > L f Mahnruf an alle Grts§ruppenvorjrtzen-en. A von UechtsanwalL Dr. J. Eharig (Emösn). Siegt es nur daran, daß ich jetzt auf etwas einsamem Posten stehe, oder fühle ich doch richtig, wenn ich es offen ausspreche, daß das Leben in unseren Ortsgruppen bedeutend ftn Stärke nachgelassen f)at. Haben uns die Wahlkämpfe, die nun schon ein Jahr dauern, so ermattet, daß wir dringend der Ruhe bedürfen? Oder müj^n wir nicht jetzt erst recht an die Arbeit gehen? Machen wir uns doch wieder einmal klar, tvie es mit der sogenannten Judenfrage honte steht. Noch immer sind die Millionen der deutschnationalen Wähler — von den Völkischen ganz zu schweigen — Leute, die trotz aller Höflichkeit im persönlichen Verkehr uns doch nicht als vollwertige Mitbürger betrachten. Man kaust zwar immer noch bei uns — und das auch nicht mehr so wie vor dem Krieg —, man läßt sich gern von jüdischen Anwälten beraten -und von jüdischen Aerzten behandeln. Aber sonst will man uns nicht kennen. Als die Wahlen zum Reichstag am 7. Dezember eine glatte Niederlage der Völkischen brachten, als die ersten Neichspräsidentenwahlen diesen Zusammenbruch noch deutlicher erkennen ließen, da frohlockten unsere Freunde, und mancher glaubte: Nun haben wir» geschafft. Ter Antisemitismus ist tot. Tie Judenfrage hat aufgehört, eine Nolle zu spielen. Erst die Entscheidungswahr vom 26. April hat mit ihrer zum Teil zügellosen Propaganda manchem wieder die Augen geöffnet. Es liegt sicher nicht im Sinne des alten Feldmarschalls, daß den schwarzweißroten Fahnen, unter denen er einst Soldaten aller Parteien und Konfessionen geführt hat, heute wieder Hakenkreuze ausgenäht werden. Und wenn man sieht, wie der Sieg vom 26. April auf all die Leute gewirkt hat, die sonst in aller: möglichen „Verbünden" ihr Unwesen trieben, dann wird man doch stutzig. Eine neue Zeit soll, wenn man die rechtsradikale Presse liest, angebrochen sein. Man glaubt, den „Marsch nach Berlin" mit dem l Stimmzettel in der Hand nun doch gewonnen zu haben. '. . Und n n s e r e O r t s g r u p Pen? Sie stellen allmählich die sonst so eifrig betriebene Anfklarungsarbeit ein, verschicken - keine. Schriften mehr, veranstalten keine Versammlungen für die'christlichen Mitbürger,'kurzum: man „baut ab". ** 'Ist das richtig? Ist das politisch klug?; '. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Nein! Man ' zeige mir doch die'Besserungen, die uns^nötigen mußten, tati sächlich abzubaüen. Ist'etwa die Mehrzahl der b e u t . s ich e n Oberlehrer; u denfre u n d l i ch e r geworden? . Ja, wenn. man in dem Hinüberwechreln vom.alten Schutzttn b Trutzbund z u nr Iungdo einen Fortschritt sehen f will, dann hat'man recht.-'Sind'etwa die vielen höheren - Post-', Bahn - -und Fi n a n.z beamte n rn ihrer Zu- - Neigung zu'uns-wesentlich gestärkt werden? O ja. wird man ' antwortenu /Niemand;trägt mehr ein Hakenkreuz, wie man ' es'vor'zwei Üttd drei.Jahre»'noch gewohnt war. Stimmt. -Aber dafür ' blinkt in aller Bescheidenheit der Werwolftote n k o ps am Rocke. Und dieJngendanden deutschen Hochschulen und die jungen Akademiker, die jetzt allmählich in ihren Berus kommen? Ta fällt die Antwort schon schwerer. Jungdo und Werwolf sind hier zu leichte Kaliber. Je jünger man ist, desto stärker liebt man. Wir stellen also ohne jede Uebertreibung fest: De r G e i st d er A b n e i g ung g egen a ll e s I ü d i s ch e, die Geringschätzung und das Gefühl der Fremdheit uns gegenüber müssen uns nach wie vor mi t großer Sorge erfüllen. Wer an Judenfeindschaft erst glaubt, wenn er bewaffnete Hitler- Banden sieht, der darf ruhig weiter schlafen. Wir wollen ihn um seine politische Klugheit nicht beneiden. Wenn ich oben sagte, wir mußten jetzt „erst recht" an die Arbeit gehen, so hat das feinen guten Grund. Es kann nicht verkannt werden, daß die Rückkehr zur Vernunft und zur innerpolitischen Gesundung seit den Wahlen vom'4. Mai zu marschieren begonnen hat. Unsere Pflicht ist es, diesen Zug nicht durch unsere Untätigkeit aufzuhalten, sondern durch tatkräftiges Mitarbeiten zu beschleunigen. Also nicht ^Abbau" heißt die Parole, sondern „Ausbau". Sollte e s wirklich Orte geben, von denen der Vorsitzende mit gutem Gewissen versichern kann: Wir merken nichts, so darf das nicht dazu führen, daß auch unsere Mitglieder nichts vom E. V. „merken". Mit Recht hat man sogar in den Tagen der Hochflut unserer politischen Arbeit es nicht unterlassen, daraus hinzuweisen, daß der C. V. auch die hohe Aufj; * ■: n pv r *'; \\? * y Kesseren Zellen entgegen? Don RechiSanwali Dr. 3. Charig (Emden). Kor der Wahl und nach der Dchl. Von Ludwig Holländer. S. 354. Heinrich Heine — Chajim KüSeVurg. Von Dr. Hugo Lachmans?,'. S. 356. Ruth und Anligom. Don Rabbiner Dr.H. Auerbach (Goitingen). S. 357.