Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 20 (15.5.1925)
- Date
- 1925-05-15
- Page
- Seite 349 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Serlin. 15. Mai 1925 IV. lahrgang ■> Vit. 20 Einzelnummer 10 Solöpfenmz ADÄ L-ss LMsM WÄLK'EZxWE VALN - WSDLLMM.^- ) srr~-~rrxGJ'c~r^-r-—x ''iz&ss&zr?/ 9t?nr)n*«.n'Firtnr»«'TrTprtt j€A ^r.Thr>f#Tmio X X 6-Ä Allgemeine Zeirun^ des Oudenrums SRonaSsafcoitncment 40 ©olbpfeitnlfl zuzüglich Bestellgeld Verlag und Schr!fUUtrnrg: Berlin KV^k3, Lindenstr.ls. .'. Ferrrsvrecher: AmiT-önhok? LSS4. 3oS5. .*. BauTkonw: DrcLdn-r Dank. Wechselstube G, Serlin SW 63, Liudenstc. 7 roncen-vrpedilion Rudolf SJio^s. Berl.n 8W 19. unb deren Filialen. Lnzrigenprens 0.90 Soldmark für die 7 gefallene Zeilo nach Nr i. Faurilienanzeigen und SlellLNZ.cfuHe für Mitglieder deS Ceurral'DereinS 0.45 Gold mark, die 20 rum vreilr Aeklam-zcile 1.59 Sol oururl Alleinige An eigenannahrne: Am Rudolf MosstS Norm<zl.zei;rumester isMWMl Ein Seitrag Zur SerufsrrmMchttmZ Zsr ösutschstt Iuöen. Von % Neuhaus (§?itz!a?). Eine Bereinigung, die in der Hauptsache der Abwehr von äußeren Angrifjen dient, unterliegt Zu leicht nur der Gefahr, den Kreis ihrer Aufgaben zu eng zu ziehen. Ter nach außen gerichtete Blick wird von dem eigenen Ich abgelenkt und vergißt es, hier die kritische Sonde anznlegen. Und wo gar der Kampf in das Gebiet der Ideen hinüberfpielt, da wird die Bedeutung materiell-irdischer Kräfte zu leicht nur unterschätzt. Dieser Gefahr sind wir Juden eher ausgeseüt als irgendeine andere Gesamtheit. Die w e l tge s chi cy.t l i ch e Tatsache, daß wir als eine Minorität eine Idee durch die Jahrtausende trugen und große und zu ihrer Zeit mächtige Völker überlebten, hat uns in den Wahn versetzt, als ob die Zahl unserer Angehörigen an sich bedeutungslos sei. Nur so läßt es sich erklären, daß wir den auf die Erhaltung des Gesamtkörpers gerichteten Bestrebungen nicht das nötige Verständnis entgegenbrachten. Die Folge ist, daß' wir uns fast unvermittelt einer Lage gegenüöersehen, die in ihrer weiteren Auswirkung sich als die stärkste Bundesgenossin unserer Gegner erweisen dürste. Die sich stetig mindernde Zahl der Geburten, die Verluste durch Taufe und Mischehe nagen, Wühlmäusen gleich, an der Wurzel unserer Existenz und müpen eines Tages zu katastrophalen Erscheinungen führen, wenn es uns nicht gelingen sollte, diesen verderblichen Kräften Einhalt Zu gebieten. Ihrem zum Ruin führenden Wirken gegenüber muß jede Scheu vor volksöiologischen Maßnahmen überwunden werden. So darf denn auch in diesem Zusammenhang von einem völkischen Sein gesprochen werden;'wir rvipcn uns dabei frei von jeder Tendenz der Trennung und Loslösung von den Andersgläubigen. Alles Geistige ist unlöslich mit dem Irdischen verknüpft; Seele unb Körper in dieser Betrachtung eine untrennbare Einheit. Teshalb kann auch die noch so sehr betonte Tatsache unserer Zusammengehörigkeit mit unseren,mchtjüdischen Volksgenossen uns nicht der durch den Selbsterhaltungstrieb der engeren Gemeinschaft gebotenen Pflicht überheben, die Grundlagen unseres rein physischen Seins zu sichern und seinen Fortbestand vor allen Erschütterungen zu hüten und zu wahren. Die verwickelten Verhältnisse der Gegenwart machen es schwer, austdie Frage nach den U r s a ch e n der z u mVersa l l e u n s e r e r Reihen führende n Erscheinungen eine alle Gründe erschöpfende und umfassende Antworr zu geben. Aber doch läßt sich mit ziemlicher Gewrßheit eine Tatsache anführen, die in ihrem weiten Nahmen alle die Dinge umschließt, die als die wirkenden Kräfte der Degenerierung des jüdischen Gesamtkörpers ui unserem deutschen Vaterlande wohl anzusprechen sind. In der Zusammendrän g u n g unserer Glaubensgenossen in der Großstadt, in der sich immer mehr vollziehenden Entvölkerung des flachen Landes von Juden haben wir den Hauptfaktor für den Verfall der deutschen Judenheit zu erblicken. Felix T Heilhab er hat in feinem Buche: „Der Untergang der deutschen Juden" diese Verhältnisse schreckhaft klar beleuchtet. Seine Mahnungen und Warrnungen haben auch ihre Früchte gezeitigt, die aber wohl mir der Zionismus gepflückt hat. Für den Teil der Juden, der sich auf deutschem Boden ausleben und auswirken will, scheinen die Lehren des Theilhaberschen Buches nicht zu gelten; wir verminen noch immer die entscheidende Tat, zu der sie hätten führen müssen. D-aß wir uns aber keiner Täuschung hingeöen und die Gefahr nicht unterschätzen, die langsam, aber sicher näherfominH In genauen, wissenschaftlichen Untersuchungen ift von namhaften Gelehrten der Beweis geführt worden, das; die großstädtische Bevölkerung "sich viel schneller verbraucht als die des flachen Landes und q d) einer Reihe von Generationen ihre F ü h r e r st e l l u n g d e n vom Lande n a chd rä n gende n B e v'ö l k e r u n g s s ch i ch t e n a b t r c t c n m n B. Zur weiteren Leitung des städtischen Derwaltuugswesens und der großen Unternehmungen unfähig, Lauchen die Nachkommen der einst herrschenden Geschlechter in der großen Masse der Namenlosen unter und überladen ihren Platz den frischen, unverbrauchten Söhnen des flachen Landes, selbst ein so unbefangener Zeuge wie Walther Rathenau macht in seiner „Kritik der Zeit" daraus aufmerksam, daü „das tüchtige und warmblütige Geschlecht, dem wir die Erneuerung deutscher Kunst verdanken, fast alle seine -Kräfte aus dem Lande gesogen hat, nicht aus den großen Städten", So erklärt sich uns auch die immerhin befremdliche Tatsache, daß wir in den großen kommerziellen und industriellen Betrieben, in den Verwaltungen fM§ Mm SxsMoM Schafft ländlich? Siedlungen! Von Ä. Neuhauö Fritzlar). Ai§ Men kn Georgien. Von Or. 3. Goldmann. S. 352, Als DeulfHe Akademie. Von Dr. Max Oöborn. <£. 353. GeWHlm von Ma Dolfl-Franlimler. Von Dr. jur. 3. -tei’ii (SerUn). S. 355,