Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 19 (8.5.1925)
- Date
- 1925-05-08
- Page
- Seite 337 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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337?(injcr dm Schränken mit Gebetbüchern gab es dort keine weiteren "^Aachher lud uns der Rabbiner in ein Leitenzimmer ein, wo er rn-.s aus einer alten Handschrift folgenden Text vorlas: „Wir, Zünder von zehn Volksstammen, gehörten in den alten Werten dem Ltaate Israel an, nachher wurden wir durch ^ebuchadnezar vertrieben. Rach dem Niedergang des syrischen Staates sind unsere Vorfahren nach dem Osten Asiens gegangen, wunderten von Ort zu Ort, bis sie endlich zum fernen Osten kamen. Ter größte Teil unserer Vorfahren hat sich in China niedergelassen und Hmr ein kleiner Bruchteil hier im Lande. In Japan leben wir schon Jahre. Tie historischen Toknmente und die alten Vorkommnisse sind m unsere Bücher eingetragen, nach der münd sichen Uebergabe von einer Generation zur anderen." Ans meine weiteren An fragen habe ich folgendes erfahren: Tie Juden Japans besitzen keine Thora rollen. Ihre ganze Lehre über die jüdisiche Religion ziehen sic ans der Bibel, die sie ans Pergament in japanischer Sprache ausgezeichnet besitzen. Ten Beschueidnugeritus holten sie streng und führen ihn während des ersten Lebensjahres des K indes ^ans. Tie nächtigsten Festtage der japanischen Inden sind: Passah, Schewuoth, Snwth: sie werden durch vollständige Arbeitsruhe gefeiert. Tagegen unterscheiden stch die anderen Feiertage nicht vom Alltag. Äußernden i'imüdjeu jüdischen Feiertagen werden die Tagendes 13. bis_ 16. Juli als große Feiertage geheiligt, als Gedenktage für die verstorbenen Seelen. Bekannt ist, daß dieselben Festtage von den Buddhisten gefeiert werden. Jeden Samstag sowie Feiertag kommen die japanischen Juden in den Gebethäuscrn zusamrnen. Bevor er in den Tempel tritt, muß der Betende baden, die besten Gewänder anziehen und stolz mit erhobenein Haupte dein Eingang des ^empels zugehcn. Bei der Tür wascht man die Hände in dein Brunnen und bevor mau ms Innere des Tempels ciulrin, muß man in einen dort hängenden Spiegel hiueinschauen, das soll bedeuten: „Gleich wie du dein Antlitz im Spiegel siehst, so schaut'Gott in dein Herz hinein, und liest alle deine Gedanken." Telath und Teüllin besitzt jeder japanische Jude, nur ziehen sie diese nicht an. sondern behalten sie als Heiligtum in einem elfenbeinernen Kästchen. Während des Gottesdienstes liest der Rabbiner Abschnitte der Psalmen, während die Andächtigen die größte Ruhe bewahren. Nachher hält der Rabbiner die Predigt. E hes ch l i e ß u n g e n gehen die japanischen Juden nur unter s i ch ein. Tie Verlobten sehen sich nicht, bevor der Bräutigam seine Braut in sein Heim führen kann. Tie Eltern erledigen alle Vorbereitungen. Sogar in der Synagoge, wo die Trauungszeremonie unter dem Baldachin ftatrfinbet, ist die Braut mit einem Schleier vom Kopf bis zu den Füßen bedeckt. Die jüdische Gemeinde in Japan zählt 3000 Seelen. Alle find a u s s ch! i c s; l\d) mit Handwerk beschäftigt und wohnen in Ofoki, Kioto und Umgebung. Ihre Sitten und Gebrauche unterscheiden sich gar nicht von den japanischen Nichtjuden. Während einer Unterhaltung jagte mir der Rabbiner flüsternd: „Israel! Israel! Glaubt, Freund, daß wir Israeliten sind und an den einzigen Gott glauben, an einen Gott Israels. Weder früher noch später hat bei uns simand seinen Glauben verlaßen und ist nie dem Glauben unserer Vorfahren abtrünnig geworden." Deutsch von A. Walek^ verrinsnachrrchten. Montag, 11. Mai, 8 Uhr. Ortsgruppe KöPcniLk-Karlstzorst. Vortrag Tr. I. Berufe l d : „Tie Angriffe aus den Talmud und ihre Abw e h r". Köpenick, Kaiserhof, Grünstraße 10. Rechtsanwalt Hugo Z i p P e c t, Vorsitzender. Dienstag, 12. Mai, 8 Uhr. Ortsgruppe Alter Westen. Vortrag des Herrn Justizrat Heinrich Kirfchner, Hauptvorstandsmitglied des E. B.: „S h y l o ck und R a r h a n im Spiegelbild der Gegenw a r r. Roswitha-Saal des Deutschen Lhzeunrklubs, W 62, Lützowplatz 8. S. H o r w i p, Vorsitzender. Dienstag, 12. Mai^ 8 Uhr. Ortsgruppe Spandau. G e s e 11 f dj a f t § a b c n b im „Roten Adler", Spandau, Potsdamer Straße. Vortrag Tr. Vcargarete Edelheim: „Gemeinschaftsarbeit im C. B." — $1 ü n ft 1 e r t f rij e Rosige H^ui/arbe* kräftige Entwicklung derBaucfcEGnskuIafar, guter Appetit, grosse Gewichtszunahme und vor allem 'Wohlbehagen des Kindes sind nach ärztlicher Aussig die Folgen der Ernährung mit den Propan t cn von. (Jeheimrat Prof. Dr. Hiedert. Offenbaebtttain] Deutschlands Edelwasser vornehmstes Tafelwasser. Quelle Von 3t. Jom Mm IMmihe ist die vielfach verlangte Abhandlung, velche die Stellmi^naliine des jüdischen Deutschen zu Zionisten und Naumann klarlegt Preis broschiert 1,50 Mczrk OCLQ71 Dönhoff35S5. Berlin 5\V6S, Lindenstr.13 .JLt JuH ■ L £ e S ’.lg’stsii 0 £ Q reich illustrier*, auf Kunstdruckpapier, gratis und franko* / Fehllisten in besseren Altdeutscb'&Qd- und Europa-Marken werden prompt il preiswert erledigt,