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Central-Verein-Zeitung · 1925-05-01 · 18 (1.5.1925) · p. Seite 313

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
18 (1.5.1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 313 (sequence 1)
Language
German
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Serlin, 1. Mai 1H2Z lV. Jahrgang Nr. IS Einzelnummer IS Golöpfennig «^onaLsabonnernent ^2 Eoldpsenili! zuzüglich Bestellgeld Verleg und Schristlrilrmg: Berlin 63V 63, L'mdenstr.13. .'. Fernsprecher: Amt Dörchvff 359L, 3-93. /. DanNonto: Dresdner Dank, Wechselstube (?, Berlin 33V 63, Linbenstr. 7 Alleinige An eigennnncrstme: Annoncen'krpedition Rudolf Moste. Berlin 83V 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: O.SO Goldmark für die 7 gespaUcne Zeile nach Audols Most.'S Siormnl;nlemnester Nr. 4. Familicnanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder deS Ceulral-Vereins 0,43 Goldmar?, die SO mm breite NeNarn-zeile 4.Z0 Svldruark I. Tie Frage, die sich jedem jüdischen Deutschen nach der Wahl aufdräugt, ist, „Wie wird Präsident Hindenburg sich zur Verfassung, zu den Judenfeinden und deren Zielen stellen? Es wird darauf hingewiesen, daß General v. Hindenburg in den schweren Jahren nach dem Kriege niemals zu den zahlreichen Beschimpstmgen jüdischer Kriegsteilnehmer Stellung genommen hat. Und das ist richtig. Es mag dies aus seinem Bestreben zu erklären sein, nicht — besonders kurz nach 1918 —- in der Oefsentlichkeit hervorzn- Lreten. Bor einigen Jahren hatte ein Mitglied unseres Hauplvorstandes Gelegenheit, sich mit Feldmarschall v. Hindeuburg zwanglos mehrere Stunden zu unterhalten. Dabei hat Hindenburg Aeußerungen getan, die auch in unseren Fragen ander Vornehmheit 1 einer Gesinnung keinen Zweifel lassen. Insbesondere fielen die Sätze: „Ich habe gegen keine religiöse Richtung irgendeine feindliche Stimmung. In allen Parteien und religiösen Richtungen gibt ergute u n d schlechte M e n s ch e n." Und in der sogenannten „Tsterbotschast", die Herr o. Hindenburg vor einigen Wochen erließ, heißt es ausdrücklich: „Wenn diese Pflicht mir nur gebient, aus dem Boden der Verfassung, ohne Ansehen der Parteien zu wirken, so sott cean mir nicht fehlen": so ist auch hier wiederum dasselbe ausgesprochen, was Herr v. Hindenburg unserem Freunde persönlich gesagt hat. Die Vergangenheit des Generalseldmarschalls gibt die Gewähr dafür, daß er bestrebt fein wird, die Gleichberechtigung und die Gteichachlung aller Deutschen in gleicher Weise zur Durchführung zu bringen und für den inneren Frieden zu sorgen. Es Ist also nach unserer Auffassung gänzlich falsch, an der Reinheit seiner Absichten zu zweifeln oder gar seine Person, zürn Judenfeind zu stempeln. - - II. Ein Bedenken ist aber sicherlich begründet: Tie UUmgebung des neuen Reichspräsidenten wird ihre Gesinnung, die, wie Nur Nüssen, zum Teil stark jndenfeindlich ist, durchznsetzen versuchen. Die „Frankfurter Zeiluug" vom 2.o. April d. I. macht darauf aufmerksam, daß der „Kgl. Landrat a.'D." Hans Joachim v. Brocklnrsen-Justin in der „Kreuz-Zeitung" einen Aufsatz schreibt, in dem er den Reichskanzler Marx und seine Freunde folgendermaßen beschimpft: „Eine Schicksalsstunde nnlst sich dir, du deutsches Volk! Sollen Marx und Marxismus, Börsenjobber und Schieber, Juristen (?) und Barmatisten dich noch länger beherrschen? Hie Marx — hie Hindenburg. Hier nationales Denken und Handeln, dort die schwarzrotgoldene Internationale!" Dieser höchst unsachliche Herr v. Brockhnsenu st i n ist — der Schwiegersohn Hindcnburgs! Herr v. B r o ck h u sen -I u sti n war auch der Gründer des „Bundes der Aufrechten", der, bevor er wirklich aufgelöst wurde, in höchst j ud e n f e i n d l i ch e r Weise wirkte. Auch eine Reihe von anderen Herren der bisherigen Umgebung des Generalfeldmarschalls ist als deutschvölk i s ch bekannt. Es wird also mit der Gefahr zu rechnen sein, daß Herr D. Hindenburg in judenfeindlicher Richtung stark beeinflußt wird. Ob er die Kraft besitzt, diesen Einflüßen wirksam entgegenzutreten und den von ihm im Leben immer bezeugten Gerechtigkeitssinn restlos dnrchzuführen, ist abznwarten. Gewiß ist ein Reichspräsident kein absoluter Herrscher, gewiß ist seine Zuständigkeit eng begrenzt. Gewiß sieht sogar die Versagung seine Absetzung durch Reichstag und Volte-. entscheid vor. Wollte man aber trotz aller dieser Einschränkungen den ungeheuren Einfluß des Reichspräsidenten auf Reichswehr und Regierung verkennen, so würde man sich eines schweren Irrtums schuldig machen. Dazu kommt noch, daß die Völkischen in Hin denbürg ihre n M a u n zu sehen glauben. So sehr aus der einen Seite immer betont wurde, die Kandidatur habe als eine überparteiliche zu gelten, so klar zeigt sich auf der anderen vierte, was der völkische Blätterwald schreibt, woraus die Herren hinaus wollen. Es reizt zum Lachen, wenn Herr v. Schilli n g , einer der gewissenlosesten Haupthetzer unter den Völkischen, in der „Deutschen Zeitung" vom 28. April d. I. schreibt: Z t/ - i'HiDNc'.iNiU /i i - -; >': uUj X Ser neue RelHOmsidenl. Zer Me auf der Vühne. Von Frih Engel. S. 314. VZ Düs enifleAe Mdische Problems Von Or. Paul Nalhan. S. 315. Wer Hai die hebräische Sprache irr Palästina tmederbelebi? Von Ephmim Eohn-Reiß. S. 317. '?

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