Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 15 (9.4.1925)
- Date
- 1925-04-09
- Page
- Seite 261 (sequence 1)
- Language
- German
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ao n Einzelnummer 10 Golöpfennig iimcmcut 40 Golbpfer.nig ■Balf.fi i:nb edjriftlcitung: JScrHn SW 6>?, SMnbc»ifti\ 13. F-rnsprcchcr: Kuitxör.&nft 3594, 3535. Allein iae Siirdp.ennimnliins: Annoncen»^rpcdiNor: Nudols Mo,sc. Berlin 13. :;:u bereu? -Ailldolf MosscL Normalzeileurnenco blr. 4, Fnunlienanzcrgcn und Ltcilenociuch» für Milgl:ed°r des C Ul >)i Ufr?** Ga Ty><& '1 ‘ i.-<x 0fl frti sstz' Von Kaplan §. Nööe! (München). In einem Blatt, das sich zur Aufgabe gesetzt hat, den Judenhaß zu bekämpfen, ist es wohl angebracht, einmal dem Aufoa u unserer deutschen Volksge metusch a s t das Wort zu reden, nicht in dem Sinne partamentari- ,scher Parteien und Politiker, auch nicht nur vom Standpunkt .rein nationaler und völkischer Kreise. Gerade unter letzteren -finden sich so viele, die anch gleichzeitig mit den Antisemiten iwesensverwandt sind, und ihre vaterländische .Kurzsichtigkeit läßt sie das große Unheil ihres Treibens nicht sehen, weil eben auch der Haß, der nicht die Inden trifft, sondern das -deutsche Volk selbst, blind macht. Ueberblickt man den heutigen Fragenkornple x ü b e r .Volksgemeinschaft, so entgeht einem nicht, daß alles Reden und Deuten darüber, alles Versuchen und Experimentieren nichts weiter ist als ein Verschleiern von Gegensätzen, chie gar nicht real bestehen, sondern die man als Scheingegenfätze ansprechen muß. An sich muß es beim Ausbau der Bolksgemeinschaft für den Augenblick gleichgültig sein, ob ihr Fundament die Republik oder die Monarchie ist. All das muß nur als ein ^.Streiten um des Kaisers Bart gewertet werden. Für den .wahren Deutschen, dem sein Vaterland wirklich am Herzen ^Azt, kann von solchen Belangen aus, die ja doch nur im Bereich von Partei- und Jnteressenpolitik liegen, diese Elementar- .wage unseres deutschen Volkes nicht gelöst werden. Es muß;ArbeiL für die Zukunft geleistet werden, und die .geschieht nicht von jenen nationalen Radantrommlern, die Wohl von Größe, Stärke und Macht des Vaterlandes bis ins Uferlose reden, ohne jedoch zu bedenken, daß ein innerlich krankes Volk niemals nach außen groß sein und werden kann. 'Was uns diese nationalen Dauerredner von unseres Vater- .landes Größe sprechen, ist nichts anderes als eine Scheingroße ohne gesunden inneren Kern. Aber zu diesem gefunden Kern im Innern können nur nur auf dem'Wege e r n e r wahren Volk s g e ur e i n s ch a f t gelangen. Volksgemeinschaft ist B o d e n q e m e i n s ch a f t. Der Heimatliche Boden ist das Urfeld, ans dem die Gefühle der Hiebe, des Opfers, der Treue wachsen. Diesen Boden müssen lmr den einzelnen so lieb und teuer machen wie das Vaterhaus. Diesen Boden lieben nur als die terra patriae, und lvn^ fühlen uns dieser Erde in patriotischem Streben ver- Pfucylest nicht weil diese vaterländische Erde einen großen Staat ausmacht, sondern weil ans ihr ein uns teures Volk lebt, mit dem uns das Band der Bodengemeinschaft bindet und umschlingt. Und diese kostbare Scholle darf für den einzelnen rncht dazu gemacht werden, daß er sie nur unter schweren Opfern oder gar nie erkaufen kann, n>cit ein solcher Oann nie zu einer wahren Vaterlandsliebe kommen wird. Bodengemeinschaft! Sie soll es Hineinhämmern in die Herzen: machte euch zu Brüdern, ich schenkte euch meine Erde. Run laßt aber auch alle Brüder ans mir und von mit* leben: nur so noerdet ihr mich heilig halten können,, wie ich euch heilig hatte. Voltsgemeinschaft ist G l i e d g e m e i n s ch a f t. > In ihr darf der Gliedgedanke nicht in einseitiger Weise ausgebaut werden, indem man eine Auslese von Gliedern trifft und andere gleichberechtigte Glieder davon ausschließt. Allumfassende Gtiedgem'einschatt! Anders wird die Gemeinschaft zertrümmert und zerstückelt; denn das eorpus unionis setzt sich zusammen aus den membra unionis, und in einem gesunden Organismus müssen alle Glieder beteiligt sein oder man erhält nur eine Scheingemeinschaft. Volksgemeinschaft ist S ch i ck s a l s g e m e i n s ch a f L. Hier heißt es: einer für alle und alle für einen, hier arbeitet, leidet einer für den anderen, hier wird die Not des einen zur Not des andern, hier schlagen Samariterherzen, hier wirken. Samariterhände, hier wird die Not des Ganzen mit dem Obolus des Blutes erkauft, eine Not, die nicht sinnloser Ehrgeiz oder wahnwitziger Nationalismus herausbeschwörst sondern eine Not, die gottloser Frevel gebiert. Volksgemeinschaft ist nicht eine Ge meinschaft der 9N acht, sondern in ihr ist wirksam die Macht der Gemeinschaft,- denn alles, was auf den Gedanken der Macht sich gründest entfesselt Gefühle der Ablehnung, des Hasses und der Bekämpfung. Macht steigert sich zum Fanatismus und unterdrückt jede gesunde Toleranz, Macht erhält schließlich die Hegemonie, itnb wo nur die Macht vorwaltest wird nie de? Gemeinschaftsgedanke sich auswirken können. . ' .?Y Ms ösm Inhalt: Auftarrunferek BMgLmeiuschasi. Von Kaplan F. Nobel (München). die Inden ln ll-WW. Von Bruno Heilig. S. 264. Ans der SesHiHie der ArsnArisr Inden. Von Moritz A. Loeb (Berlin). S. 263. Die äMLMs SHmüch. Von Nabbiner Dr. Zacob (Oorimrmb). S. 269. V -ch