Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 14 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- Seite 248 (sequence 15)
- Language
- German
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248 die dniischen stlachbarn feien Israeliten, er würde sich besonders über ihre Anwesenheit bei den Vorlesungen aus der Bibel freuen. ' Austen CH. scheint der würdige Sohn seines großen Vaters zu sein. Möge es Deutschland in Lerwirtlichung seines feierliä)en Wortes vergönnt sein, nun bald an der Neugestaltung des europäischen Zusammenlebens mitzuwirken und sür die Organisation des Friedens diejenige Stellung irn Rate der Völker erhalten, die ihm nach seiner kulturellen Mission in der Weltgeschichte gebührt! JnsLizrat Dr. Henry Silbe r st e i n. QberposrsekreLär Moritz Bieber ist in Köln im Alter von 63 Jahren am 19. März plötzlich gestorben. Der Dahingoschiedene hat 47 Jahre bet Reichspo st Verwaltung angehört; er war hiervon mehr als drei Jahrzehnte in dem überaus schweren und anstrengenden Bahnpostdienst tätig. Bieber war fast ein ganzes Menschenleben im Dricfsortierdienst der schwer belasteten Bahnposten in den Spät-, Nacht- und Frühschnellzügen auf den verkehrsreichen Strecken K ö l n — H a n n o vc r beschäftigt, die den H a u p L b r i e s v e r k e h r zwischen dem Often und dem W c st c n des RcichsPvstgebiets vermitteln. Tiefen schweren und anstrengenden Bahnpostdienst, der unvergleichlich h ö ch st e Anforderungen an die Nerven-, Körper- und E c d ä ch t n i § t r a f t des einzelnen stellt, hat Ober- Postsekretär Bieber in seltener PslichLtreue Jahrzehntelang mit p o r b i L d lich e m Diensteiser und unter allgemeiner Anerkennung seiner?)! i t c t h e i 11 r und Vorgesetzten verrichtet. Bieber, mit dem mich eine langjährige treue Freundschaft und gemeinsame berufliche Beziehungen fest verbunden hatten, war in seinem Auftreten einfach. schlicht und bescheiden, zwischen ihm und seinen christlichen Blltarlwitern bestand allezeit ein gut«.?, harmonisches Einvernehmen. Dabei war Bieber ein gerader und aufrechter Mann, der, stolz ans sein angestammtes Judentum, auch das rechte und passende Wort der Erwiderung zu finden wußte, wenn cs galt, sich gegen antisemitische Angriffe Zu wehren. Durch feine allgemein anerkannte berufliche Tätigkeit, durch fein werktätiges Schassen und seine Persönlichkeit har Bieber als einer von vielen die alle Mär von der Scheu der Juden vor körperlich anstrengender Arbeit und von ihrer Nichtcignung zum Staats¬ oder Reichsbeamten klar und treffend widerlegt. Cr hat damit im Sinne unstres C. V. praktisch auf klärend, belehrend und versöhnend innerhalb bce Kreises seiner Berussgenoffen gewirkt- Sein Andenken werde auch in unseren Kreisen dauernd, in Ehren gehakten. Ruhe in Frieden, mein lieber rlter Freund Bioritz Lieber!. * Poftdirektor Phittpsohn (Köln). Kleins Chronik. Der in der Berliner Geschäftswelt sehr bekannte frühere Kaufmann Edmund Landsberger, Liitzowufer 2, feierte am 1. April in völliger geistiger und körperlicher Frische feinen 70. Geburtstag. — Bezirksrabbiner Dr. Hermann Pinkutz (Heidelberg) feiert am 5. April fein llöjcrhriges Amtsjubilaum. — Den 95. Geburtstag beging am 1. April unser langfährigcs Mitglied Moses Po Nack in Barop bei voller Rüstigkeit und geistiger und körperlicter Frische. — Auf Anregung der Zeutralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden ist der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Ostpreußen begründet worden. Mit der vorläufigen Vertretung wurde Herr GcmeinLerabbiner Dr. 2 c u> i n (Königsberg) beauftragt. Die <5rüu« dungsvcrsarnmluug enuö Mitte April in Königsberg ftattfiuben. — Am 13. März feierten unser Vertrauensmann ln o dj i p p c u b c i I (Ostpr.) Herr Siegfried Jacobs, Vorstand der dortigen Jüdischen Gemeinde, und seine Gattin das Fest der Silberhochzeit. — Das IvOfährige Jubiläum der Synagoae der tfr<3crtlifd^cit Religionsgcmeindc Spccndluuzen (Rheinhesfen) fand om Sonnbend, 28. März, statt. Herr Kreisrodbiucc Dr. Appel (Bingen) wohnte der seltenen Feier bei. NieSerlassuttgsrn.ögliMciterr. Dir werden unter diesem Stichwort von Zeit zu Zeit unter fortlaufender Numerierung bekanntgegcbcn, wo für einen jüdischen Akademiker die Möglicheit besteht, sich eine aussichtsreiche Existenz zu schaffen. Wir werden entsprechende Eingänge an uns weiter bearbeiten und bitten bei Zuschriften an uns die Nummer anzugeben, unter der die Stellung bei uns veröffentlicht worden ist. Angeboten: 1. Frauenarzt nach süddeutscher Universitätsstadt. 2. Praktischer Arzt noch p o m m erschcr Mittelstadt. 3. Rechtsanwalt nach p o m ut erfcher Mittelstadt. 4. Praktischer Arzt nach o st f r i e s i s ch e r Kleinstadt. Gesucht: 5. Von Diplomingenieur Stellung in elektrotechnischem Unter, nehmen (insbesondere Prüffeldingenieur oder Vetriebsassistent). Prof. Dr. Biederts Erfindung ist einer wirkliche Wohltat für Säuglinge. Dose M.1.50 in Apotheken und Drogerien. 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