Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 14 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- Seite 241 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2277379-2277569-2277583--02017-3536932- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
$0000 Serlin, 3. ^prtt!V. Jahrgang <- Ne. 14 (inZetnummer 10 Gölöpfermlg - ft? i / i! / \ lMM ML-LÄ^ftM - LWÄL 'Ä8HM tes LWW-A c-'or. 2!sab o NN er.! e n t 40 Eoldpfcnnig zuzüglich Best-Lgrld ÄÜ^sr^Slr^S Zeitung des Gadenrums Leilog und Schriftleitung: B-rUn 8^V 63. Lindeuftr. 13. .*. Fernsprecher: Amt Donhof? 3634. 3-'97>. .'. Sanffonto: Dresdner Bank. Wechselstube 0. Berlin 8^V68, Lüidenftr. 7 mimae Vwetocno.nnahmt: Annoncen. Expedition Rudolf Mossc. Berlin 8>-V 19, und deren Filialen. Anzeiaenpreise: 0 90 Sotdmnrr für di- 7 gespalten^ Zeile nach x.udols Mosses Norrnulznleurucsser Nr. 4, Faniilienanzeigeu und StellengesuchL für Milgliedcr des Cenirnl-Dereins 0,4.0 Soldmork. die 90 mm brette Rekrorn z U 4-) ^olDmar? Die Tigfefiüoft für Jarres — Hsllpüchs „juöische" frbstammung — Ein auffälliges Protokoll — Die erneuten völkischen Verluste — von. Zukünftigen Reichspräsidenten. Die Generalprobe des 29. März ist vorüber. Sie hat den deutschen Wähler und die deutsche Wählerin in keine allzu große Aufregung versetzt. Die Agitation der Parteien für ihre Kandidaten war im wesentlichen gedämpft, und sie stellte mehr in den Vordergrund, welche leuchtenden Eigenschaften jeder Kandidat als Steuermann des Reichsschisfes mitbrachte. Bei 'dieser Sachlage siel die Wahlbeteiligung gegenüber den Reichstagsmahlen vom 7. Dezember beträchtlich und in einzelnen Wahlkreisen senkten knapp 50 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmzettel in die Urne. . . Daß der Kandidat des Reichsblocks, Dr. Karl Jarres, als Oberbürgemneister von Duisburg seinen Mitbürgern ohne Unterschied der Konfession bisher gerecht gegenüberaetreten ist, haben• uns unsere westdeutschen Freunde bestätigt. Zu seinen Anordnungen für die bekannte Heldenged acht n is sei er vom August des letzten Jahres, die in deutschjüdischen'Kreisen recht böses Blut machte, hat er, wie hier schon mitgeteilt, dem Gentralvereingeschrieben, es habe ihm jede Absicht, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens zurückzusetzen, serngelegen. In seinen Reden zur Präsidentenwahl siel kein Wort, das dem deutschen Judentum gegenüber eine übelwollende Gesinnung verriet. Was aber haben seine An Hänger getan1 Kein jüdischer Deutscher und besonders keiner, der unter der schwarzweißroten Fahne vier Jahre lang für des Vaterlandes Bestand gekämpft hat, wird den schwarpoeißroten Farben als Fahne des alten -Heeres und des früheren Kaiserreiches seine Achtung versagen. Diese Fahne greift aber seine Ehre an, wenn sie mit dem Hakenkreuz, dem Zeichen aller jener Verbände, die das deutsche Judentum unterschiedslos grimmig befehden, versehen ist. Und Dutzende solcher Fahne n slatterten von den Kraftwagen,. die durch Berlins Straßen am Wahltage zahlreich ratterten. Und damit diese Gesinnung federn in die Augen sieche: Große Ha k e n k r e u z e, aus Jarres-Bildchen hergestellt, prangten an den Seiten dieser Wagen.. . . Daß der gefeierte Völkische M a x M a u r e n b r e ch e r auf Jarres als die „T ü r z u in völkis ch cn Deut s ch -! a n d".hmwres, ist in diesen Blättern bereits enoähnt worden. Deutlicher wird noch der „Berliner B o l k s f r e u n d", das amtliche Wochenblatt der Tentschnationalen Bolkspartei, der in einem Aufrufe zu Jarres Gunsten schreibt -(Nr. Ill vom 29. März d. I.): „Wollt Ihr Euch von einem ideologischen Halbgott der kleinen demokratischen Partei unter das Joch des internationalen Börsenkapitals nnd des herrschsüchtigsten aller Völker, der Juden, beugen lassen?" Es ist uns nicht bekannt geworden, daß Jarres auch nur mit einem Worte sich cholche" TFahlhilse verbeten hat. Und damit die Lacher zu ihrem Rechts kommen: „Ter alte Designer", das Kampsblatt der nationalen Frontsoldaten, hak bereits --herausgefunden, daß Hellpach jüdischer Abstammung und Präsidentschaftskandidat der Juden sei. Welch schweres Mißbehagen die durch Hitler herbeigeführte Kandidatur Ludendorsss den Rechtsparteien verursacht hat, haben dieTageszoitungen der verschiedenen Richtungen gemeldet. Heinrich Rippler, der Herausgeber der „Täglichen Rundschau", ging mit ihm besonders scharf ins Gericht, und er schrieb (Nr. 111 vom 22. März d. I.): „Die bedauerlichste, iveil unnötigste- und in sich unsinnigste Kandidatur ist die des Generals Ludendorsf, der sich von Hitler als Kandidat der Völkischen irr Bayern ausstellen ließ .... Es ist unerfindlich, wie General v. Ludendorsf. der in Bayern den ganzen Fluch des Ullramontanismus erkannt hat, der sich' als Vorkämpfer eines starken bewußten Deutschtums und des Protestantismus nicht nur fühlt, sondern auch bewährt har, sich von dem Phantasten Hitler dazu bemegen lassen kann, seinen Namen für eine auch von den Völkischen in Norddeutschland mißbilligte Sonderkandidatur herzu geben, die am letzten Ende nur dem Zentrum nützen kann und den auch von Ludendorsf gewünschten einheitlichen nationalen Willen beirrt." M§ öem Frchslt: AaH dem ersten WchlMg. Von Do. Alfred Wiener. Seit wann besteh! die hebraifHe Quadratschrist? S. 244. Zum pessaHfefl. Von Rabbiner Dr. Lierokowitz (Äerlln). S. 244. Professor ErkH WoPseld. 6me Würdigung. Von Dr. Lehmann. S. 245. w-