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Central-Verein-Zeitung · 1925-03-06 · 10 (6.3.1925) · p. Seite 179

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
10 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
Seite 179 (sequence 13)
Language
German
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1?ö -- Seenarö Shaw über die Juden. 311 der Notiz in unserer letzten Nummer schreibt inan uns ans *%“&, mit bet Ihr Artilci skt,licht, ist bcrcitcl'rantwcrrct: >; jö n {c u t r c n A Ter h n b c n B crnard w 1) n w l n u c\ ft 'um I n d c ii c i‘ n « ui; t! einer -UvitiL über .Die Ijcihßc Iohaima'' die im t ü r ni e r", fccm Blatt des Landlngsnbgeordneten t r c i eh e v . kürzlich erschien,, finden sich folgende Sätze: ( Mt Du pp-e scher Genehmigung wird zurzeit im NilNibergor -tadtlbeater ..Die heilige IochattzmR ausgesührt, das bcn engeschen o u d c n B c v u a r d h a w zürn Bertarier ijni. ^umc* .-tiiet, das durch seinen anziehendei! Titel viele nichts Bötzes ahnende Nichti'i-den anlockt, ist ohne jeden >luuf:u'crt und iuststge seinem irrcii* niö'>ii Inhaltes geeignet, jeden noch anständig empslndenden nichtindischen L'ten'chen anss schwerste zu verletzen.^ _ ¥ ... .. ^ie ^nden werden in den: Stück cherausgenrichen und geloot, die n'brlstcn'oetadett. Die Inden seien diejenigen, die ihre .Ware" nnch entsprechend ^zahlen und liefern: wer etwas nngomt wolle, ser inniier b'hrist. "Besonders geschmackvoll wird die gefangene Johanna >.arrn als ./Ware" bezeichnet, die «um ans französischen in engchche.^nud< verlauft flies ..verschiebt") mW darauf „Prozente" verdient. Was da? „nnserwählle Volt" mit der ..heiligen Johanna" h'Ä enaliichen Inden ^ruard Shaw aus deutschen Bühnen bezweckt. dnZ TnVt der Heberfctzer des d) iv c i n l; n n d ft ii ac e s , der Jude Siegfried Trcbit'ch,' offen ausgesprochen Wir fragen: Was sagt ch'rr Pfarrer Dr/ Braun, der Führer der bäuerischen Ientrüiuler im Nürnberger Ltadtral, zn den jüdischen S ch \o >: i n c r c i c n aus den städtischen Bühnend" Der Sott öre Rüche. W v ch e n b c t r a ch t u n g. j Wenn ein Gegner des Judentums ihm einen besonders kräftigen - -bnb versetzen, es gewissermaßen ne re niit einem Schlage für abgetan ertn'iren will, so sagt er: „Ihr kennt ja nur den Gort der Rache, der Gott der Liebe steht euch fern." Darin liegt dann des weiteren der Borwnrf, ihr wisch nichts von wahrer Menschen- und Rächckenliebe, eure Herzen sind voll von Gefühlen des Hasses und der Rache gegen die Andersdenkenden und Andersgläubigen. 1 ' Cb wohl einer von diesen klugen Rednern wirklich einmal den! 1*4. Psalm gelesen hat, der in der Tat mit den Worten iK'Qiunt: j Gott der Rache, o ewiger Gott der Rack;e erscheine. Mir wollen; einmal die Uebersetzuug „Gott der Rache" gelten lassen, wenngleich : der Zusammenhang nicht Rache, sondern. Vergeltung erfordert. Ter Psatmisi entwirft ein er schäl ne rüdes Zeitgemälde. Die Hochmütigen. die frevler, die Hebel later sind obenauf, ^ie vergewaltigen die Gerechten, unterdrücken die Diener Gottes. Sic erschlagen Witwen und Fremdlinge, sie ermorden Waisenkinder. Sie tun dies alles aber nicht nur im blinden Drange ihrer gewalttätigen Triebe, sondern in grundsätzlicher Leugnung eines göttlichen Waltens. indem sie rufen: Der Herr siecht nichts, der Gott Ialvbtz I?ai nicht acht darauf. Tie Masse des Volkes ift in tiefster Grregnng. Scheint nicht die Wahrheit ans ihrer Seite? Sündigen sie nicht n n gestraft? Auch sie beginnen schon, an der göttlichen Gerechtigkeit zu verzweifeln. Vergebens ringt der in sistnem Glauben unerschütterliche Sänger in.Wort und Tat mit den Mächten des Bösen, sucht die Schwankenden und Haltlosen zu. stützen. Ta ertönt denn ans seiner tiefsten SeelennoL der erschütternde Hilserns. Wie Lange noch, o Herr, wie lauge noch sollen die Frevler rnnchzen und triumphieren? Du, der Richter der Grde. du, der du gesprochen, mein ist die Rache und Bergettnng, du mußt nun endlich erscheinen und einschreiten. Man braucht nicht einmal unbefangen, man muß nur nicht böswillig fein, um diesen Ruf iu einem solchen Zusammenhang zu begreifen. Gs ist ein Rur, der aus der Tiefe nicht nur des jüdisch-religiösen, sondern eines jeden religiösen Empfindens emporguiltl, der Ruf des ll'uerbnidicn, dem irdische 'stacht nicht helfen kann, an die ewige cmsgkeicheudc Gerechtigkeit, die über den Sternen waltet. Wie erklärt s i ch nun die s e r st e t e B o r w u r j der R a ch siicht u u d G eh ä s s i g k e i t g egen ü be r n ns Inden, der dock) in unserer Religion durchaus Leinen Ruh alt findet? Ich glaube.das Rätsel löst sich uns, vocnu wir den Ursprung in dem geheimen, iin verborgenen zckinuncrlein ib.res Herzens doch vorhandenen <-ch u l d b e w u ß t f e i n u n » e v e v G c g n c r suchen. Cie denken an all das unendliche Leid, welches die Völker der Welt -ein Juden im Lause der Iahrrausti'de bereitet lwb-en, und meinen, ks wäre ja ganz unglaublich, wenn sie uns bei all dein Bösen, was vir ihnen zugefügt haben, nicht ans dem tiefsten Grunde; h rer Seele h a j s e u würden. Gs wäre ja das größte Wunder der Geschichte. Und doch ist dieses Wunder geschehen und reinste und heiligste Wirklichkeit geworden. Geroiß wird es Vorkommen, daß der kinzclue. dem unmenschliche Horden Hab und Grck verrncuteu, Weib und^tind l)imnovbeit, einen tiefen, miaiwlöichlicheu Groll iu der Seele trag!. R b e r I s r n e l als Ganzes hat nie nt a l s d i c B ölte r gehaßt. obwohl sie es wahrhaftig verdient härten, es hat sie viel« inehr geliebt und das Böse vergessen bei dem Schönen und 5iöftl'.chen, n^ls sie ichn, meist allerdings unbewn'tt. 'wbmten sn-'ben. Wie der vertriebene spanische und deutsche Jude früherer Jahrhunderte die Heimat, ihre Sprache unD Sitic nicht vergessen konnte und sie aG geistiges Gut an seinen neuen Zufluchtsort verpflanzte, so können wir die gteick)e Betrachtung bei dem polnischen und rujsischen Inden der Gegenwart machen. Und wie erllärt sich wiederum dieses Wunder? Wäre Nationalitätsgefühl das vorherrschende im Juden, so müßte ein heißer Rache- und Revanchegeist ihn erfüllen. So ist aber das Besriuunende in ihm allzett der Geist des Religiösen gewesen; dieser laß: stutz ucch heute in aller Nor und in allein Giend in Unterdrück urig selbst' süchtiger Rachegclüsle sich hiLsesnchend wenden an den, der da gesprochen: Mein ist die Rache und Vergeltung. H o s s m a n n. Purim-tzumor. Ben G h a j r in B l o ch l). An einem Pi'.rimtage waren in Miedziborz viele Ghassidim versammelt, die dn getonuncn waren, sich an diesem lustigen Tag mit ihrem cliabbi in Wonne zn vereinen. Der cktabbi saß aber traurig, in Gedanken versnnten und sprach kein Wort. Die Ghassidim waren darum sehr bestürzt, denn sie hauen gehofft, wenigstens an dic'cm Tage ihren Meister freudig gestimmt zi! sehen, Mid daß aus dieser Irende ein Strom, von Glückselig'eit und Güte sich über die Welt ergieße. Doch der Geists der Traurigkeit bemächtigte sich des Rabbi, und er seufzte schwer, ^eui Gemüt war trüb und es mußte der Schalk H e v s ch a l i T st r o p o l e r in das heilige Gemach gerufen werden. „Rabbi," sprach er, „jagmir, ich bitte euch, wie tommL es, daß der heilige Versohimngstag, an den: der Jude seinen Leib kasteien muß, Jom -G'Purim - - ein Tag wie Purim - - benannt wird? Hat unsere heilige Thora diesem ehrwürdigen und w er nun: Tag keine schönere Bezeichnung geben tonnen, als ihr; mit dem ans ge lasse neu und heileren Pnrimtag. an dem jeder Jude turnten jein soll, zu vergleichen?" Der .Rabbi sah ans il)n und sprach mit trauriger Stimme: „Ich weis; leinen Bescheid, sprich Ln!" „Das ist doch ganz einfach." arckwortcte der Schalk, „weil an diesen beiden Togen die Juden fick) versiesteuu: am Purim verstellen sich Juden als Gojim. am Jom. Zbippnrim aber verstellen sich Gojim als Juden, indem sie in die Spuagoge gehen und sich fromm stellend Da hob der Raobi die Angeu hoch, sah sich eine Werke Her schall an und Hub zu lachen an. Nun erst stimmten die Ghassiei^ b:i: Melodie: „Tie Rose Ialoös ist freudig'" an. Als RaWiuer in , Bukarest Halle der berühmte Schrifterkläror. Rabbi Meier Neidisch Mnlvim viele Berwlgnuaeu von den der Zleform zn neigenden Juden zu erdulden, die ihn. bei jeder Gelegenheir zu ärgern, und zu beleidigen suchten. Am Purim hatten die: Rädelsführer, die als seine größten Gegner bekannt waren, vejduüneu, dem Rabbiner wohl das „Mischlomch MonvrlG zu senden. do<h in einer Weise, daß er pch getrmckt fühlen fol-e. So schickte ihm der eine, ein aus Gold gesonnws S cg w e r n ch e u , der andere einen Schinken, der dritte eine Torte, der cr die g-orm eines Hundes gW-eu ließ. Ter Matbirn sandle nur: drm ersten, die Ni'.s Wachs gegossene Iignr eines Rabbiners und schrieb ihm: „Du bist ein reicher Mmm und hast iitir Dein Standbild ans Gold geschickt, ich aber bin arm und schirre dir daher das weinige aus WachsT Dem zweiten schrieb er: „Jetzt erst nverzeugte ich mich, daß Du doch wein flrcnnd bist, indem Du sogar den Bisten ans dem Munde iür mich hergegeben hast-". Der dritte erhielt ober eine gar ..gelehrte" Antwort. Diese lautete: „Gs heißt im Bliche Gsther: -TJ’nii^ehlouch monolh l^ch ]*n‘ithu! Hub es se'ude Geschenke der Mensch seinem Nächsten.'? Nie verstand ich es, wvpr das Wort Ißw'Meusch? Gs Erstünde sich doch von selber? eare haben mir aber nun durch ihr Geschenk bewiesen. driß dieses Wort doch nicht nberslüisia ist. Der Bors ist aber so zrt deuten: lind es schicke Gescheute der Mensch seinem Nächsten. Wer aber keiner ist, ist des Brauches entbunden'" Gin anderes Mal schickte ihm einer seiner Frenude eine hübsche Geldsumme als Geschenk und degleit-ete dieses mit einem herztich-e-t Brief, in welchem er an M a l h j m die witzige Trage richtete, ob er mit diesem Geschenk die Pflicht des „Geschenkes an den Gefährten oder jenes cur dem Armen erfülle. Darauf gab ihm der M alb im folgende Anlrvort: „Di! hast durch dein GcstWnk, weder die eine noch die andere Pflichterfüllt. Denn das Geschenk für den Rabbiner obliegt jedern Gemeindenüstchred. Willst du aber auch der Psiichlen des GenchenWs au dur Ir-eund oder au den Armen genüge leisten, dann mußt dn mir nmitere Gcstchenie fchstckenR Der BczirLslzattplmann von Sotnl. ein bekannter galizisicher Pascha und verbissener Judenfeind, kud einstmals den Ravvi von Bestirr einer Sache vor. Im Lause des Ichors sagte dieser: „sx-rr Rabbiner, wissist ihr nicht, daß ich der zweite Ha man bmV Schlagrerug erwiderte der Rabbi: „Gewiß, der erste ist ja hiutt tt In den nächften Ta^en -erfa;cir.t den: Qloitfjcn Cocrfa[;'ov: Däqi Gfiatiii» ^uuUf t>ct}rl}i,jiöi1r:c jüdischeu Gebens. 5.1 T rabdin!ick:<n Neiprnün'.wiierawr v&iw Bccrb 39. IahrV'.ndcr:^. ‘tinc-ncrocW: rr::ö 41:u ' versetzen, wn Gljüiim Bwä». Z) BcrsnLcn — iRosÜcrcr». :3i! ^u'aijcn X'crfüjjcv: ^zar Chotzum iriniurbüiorifdjc Bei trüge cucs der Bcqinn idre-? enrüeh-.'N2 dis (inde dc2 n rrüi'^cn Amtn.'Lttmgcn und Acgstler

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