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Central-Verein-Zeitung · 1925-03-06 · 10 (6.3.1925) · p. Seite 173

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
10 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
Seite 173 (sequence 1)
Language
German
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Serlin, b. März 1925 IV. Jahrgang «- Nr. IS Einzelnummer IS GolSxfennig Auflage SSSSS S®$1’ MonallaborurLment €0 ©olbpfentiig Verlag und Schriflünung: Berlin 8^V 68, Lindenstr. 13. .'. Fernsprecher: ArntTönhssf 3591, 3595. Bankkonto: Dresdner Bank. Wechselstube G, Scrlhi SW63, ßnibcrtftc. 7 Lllcmige Dn;eigcnannak)lire: Annoncen»Erpcdition Rudolf Mosse, Berlin 8^»V 19, und derer: Filialen. Anzeigenpreise: 0.99 Eoldnrark für die 7 gespaltene Zeile rmch Ludolf Moffes Swrrualzeilellmesser Rr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Central-Vereins 0,45 ©olbmatf, die 90 mm breite Reklamezeile 4,80 Soldruark f l I j I t! i i f f f t I i i \ j i I r Halbmast wehen die Fahnen im Deutschen Neich, in äeutschen §anäen. VW i\t aus dem Heben geschieden, vom Volke ins Kmt, von Gott in die Ewigkeit berufen. Dereinst ftand im Geist das ganze deutsche Volk mit Wehmut, mit Würde an der Bahre unseres ersten lkaisers, an der Bahre seines herrlichen Lohnes. Auch alle, denen die Ccb* Monarchie nicht Ltaatsideal war, zeigten sich dessen bewußt, daß der Heimgang eines Ersten Dieners des Reiches einen Lchicksalstag bedeutet. Wie erhebende Worte fand der nun auch längst Heimgegangene Führer der deutschen Sozialdemokratie Singer für den ins Grab gesunkenen Kaffee Friedrich und dessen Gemahlin! And heut? Heut tönen in den Ernst der Trauerstunde aus der Gasse und in der Presse Mißklänge hinein, die uns den blinden, blöden Fanatismus, die würdelose Herrschsucht, staats» vergessene ltampfgier eines leider nicht unbeachtlichen Volksteiies erkennen lassen. Auch in unserer Glaubensgemeinschaft sind die verschiedensten Staatsauffassungcn vertreten, auch unsere Brüder sind zu einem Teil erfüllt vom Glauben an die Segnungen der Monarchie, zum andern Teil überzeugte Republikaner. Aber als Juden stehen wir alle auf dem Boden der Erkenntnis, die Stahl, der wissenschaftliche Begründer der alten preußischen lvonscrvativen Partei, in seiner „Philosophie des Rechts" vertrat, daß nicht nur der Staat selbst Gottes Gebot ist, daß auch „überall die b e sr i m m t e Verfassung und die bestimmten Personen der Obrigkeiten Gottes Sanktion haben". And verehrten wir im König, im lxaistr das Oberhaupt unseres Volkes, so erkennenwicimReichspräsidentendieVerkörperungdesInbegriffsder Volksgenossen, geboren aus ihrem von Gott geleiteten Millen, geschaffen aus ihrem Fleisch und Blut. Wenn Gott uns die Zeitlichkeit unserer Werke kund tut, beugen wir unser Haupt. Dem Heimgegangenen aber danken wir für sein staatsbürgerliches Wollen und Wicken. Mit seinem Haust trauern wir um einen vortrefflichen Gatten und Vater und rufen unfern Glaubensgenossen zu: Friedrich Eberto Liebe zum Volk, Friedrich Eberts Treue ans Vaterland seien uns Vorbissd und W e g w e i s e r! Centraloeceua äeutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens i.A.: Hugo Sonnenfeld.

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