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Central-Verein-Zeitung · 1925-02-05 · 6 (5.2.1925) · p. Seite 114

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
6 (5.2.1925)
Date
1925-02-05
Page
Seite 114 (sequence 19)
Language
German
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114 ,,Zwingen kann ich euch nicht öazu." Ein Geschichtlein von Johann Peter Hebel. Unter der Ueberschrift ,. G I1 m p f gebt ü der Schi m P f " finden wir im „Piperboten für Kunst und Literatur" ein köstliches Gesclsichtchen von Johann P e t e r H ebel als Probe aus dem Werke von Wilhelm Fraenger „Teutscher Humor aus fünf Iahrh u nde rt en g esa m m e! t": „Ein Hebräer aus dein Snndgau ging jede Woche einmal in seinen Geschäften durch ein gewisses Torf. Jede Woche einmal riefen ihm die mutwilligen Büblein durch das ganze Torf nach: „Jud! Jud! Jndenmanschcl!" Ter Hebräer dachte: Was soll ich tun? Schimpf ich wieder, schimpfen sie ärger, werf ich einen, werfen mich zwanzig Aber eines Tages brachte er viele ncugeprägte, weistgekochte Baselrappen mit, wovon fünf so viel sind, als zwei Kreuzer, und schenkte jedem Büblein, das ihm zurief: „Jndeumauschel!" einen Noppen. Als er wiederkam, standen alle -Kinder auf der Gasse: „Jud! Jud! Judeumauschel! Schaulem, lechem!" Jedes bekam einen Nappeu,! und so noch etliche Male, und die Kinder freuten sich von einer Woche auf die andere und fingen säst an, den gutherzigen Juden lieb zu gewinnen. Auf einmal aber sagte er: „Kinder, jetzt kann ich euch nichts mehr geben, so gern ich möchte, denn es kommt mir zu oft, und euer sind zu viel." Ta wurden sie ganz betrübt, so dast einigen das Wasser in die Angen kann und sagten: „Wenn ihr uns nichts mehr gebt, so sagen wir auch nicht mehr Jndeumauschel." Ter Hebräer sagte: „Ich must mir's gefallen lassen. Z w i n rj c n kann ich euch nicht dazu." Aljo^gab er ihnen von der Stund an keine Nappeu mehr, und von der Stund an ließen sie ihn ruhig durch das Tors gehen." Tr. A. L. Das jüdische Lied. Wochenbetrachtung. Ter Berkunder der Religion des Gesetzes, der ernste Richter, der streng^ Lehrer ruft seinem Volle zu: „dinget dem Ewigen!" Alles, was Leele hat, lobet den Herrn. Einsam, in unerreichbaren, eisigen hohen rollen die Gestirne ans ihren ewigen Bahnen nach ewigem, unabänderlichem Gesetz und singen das Lied der Sphären. In den Tiefen brausen, schäumen und tosen die Fluten, und es ertönt von ihnen der Sang: „Erhaben in der Höhe ist der Ewige." Es rauscht aus den Wipfeln des Waldes, es jubiliert aus der zarten Kehle der Vögel, es klingt von den Tieren des Feldes der Preis des Allmächtigen. Und der Mensch allein, der nicht nur Seele hat, sondern dessen Wesen die Seele ist, sollte stumm dastehcu inmitten dieses Weltenchors? Tarnm ist die erste Tat des frei gewordenen Israel ein Lied, ein Lied dem Ewigen. Ein Lied ist das Leben des einzelnen Israeliten. Ein Jubeltdu ift jede einzelne Tat. treuer Pflichterfüllung. Ein Lied ist die ganze Geschichte Israels, ein Lied dein Ewigen, und der Text dieses Liedes lautet: ,.T e u n h v ch e rh a b e u ist er!" In diefein Liede ist die Einheit und Einzigkeit unserer Gemeinschaft begründet. Tie Schönheit und Reinheit des Liedes quillt ans der Harmonie. Tie Sänger fügen sich dem leitenden Ri eist er, jeder singt den ihm zugewiesenen Tech jeder ist ängstlich bcnlüht. den rechten Ton zu treffen. Jeglicher Misttvn must fernGerben. Im Liede einen sich die Menschen, im Liede finden sich die Seelen, im jüdischen Liede. Tie Lieder der anderen Hallen wider von Gold und Erdenglanz, von Sieg und Menscheng röste. Sie klingen wider einander, sie schallen mißtönend durcheinander. Wie die Erden dinge wider einander streiten, so auch die Lieder, die ihnen geweiht sind. Frieden und Eintracht bringt das jüdische Lied, das Lied vorn Ewigen. Trum singet. Brüder, das heilige Lied, das Lied treuer Pslichtermllung. dem Ewigen geweiht! Singet es durch euer ^ganzes Leben! Es klinge aus allen euren Taten, es Halle ans eurem Gememschastsleben! Kommen wird einst der große und erhabene Tag. nw cs mit mächtigem Posaunentou die ganze Welt erfüllt, wo alles, was ^ec.e hat. singet dem Ewigen. Hoffman n. << / \ //V" \ *°-tß \ i!i \f .... Diaetei-leacoR-DrötchGn, unbegrenzt haltbare Weissbrüicher., arzUich begutachtet umi verordnet. IM IJcri;ei n. 4 Brötchen >1. 3. , Jh-utel M. 30,— frar.fo. Ciaetei-Prirr.äibrot. GoschiracU herzhaft wie richtig* s Schwarzbrot. 1 Prot M. 0,75. Diaetei-Primiirmeh! zur Herstellung de> I'riiiKirbroies im eigenen Haushalt' 1 Beutel 2 Frole M. 1,25, 15 Beutel ML 18,75 franko. Diaetei-Fcrment-Schokolade, ohns Saccharin. Höchster Wohlgeschmack. I Packung M. 1,25, 10 Packungen IM. 12,50 franko. Ferner: Weizenmehl, Früchte, Marmeladen, Säfte. Verlangen Sie unsere ausführliche Preisliste, welche sofort frankezugesandiwirrt. 1 SIMONS APOTHEKE, BERUM C2 SPANDAUERSTR.1F ' ^Berlins ä.(t&rteAjDOtf\Qkj2, pnv.AD.l4&8. V TEL*. MERKUR 3000-3004* RufenSicun* an.wIr^cnden^ofcri-fraiHeu^ l n V \\' ifr ,, , . v OO T\ }\ G- \i Ii i\! lY;?\ |Y \ \f \/ v b- - j O G vw ü: -! 0 u I n \ \ N-‘ Wny?Mrl \ü.'7‘ t_J V-J' Kohlengrosshandlung Charlottenburg T e 1 ep h o n:. 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