Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1925-01-29 · 5 (29.1.1925) · p. Seite 94

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
5 (29.1.1925)
Date
1925-01-29
Page
Seite 94 (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2277569-2277574--01861-3536767
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

94 [ Der Februar wird eia?Narksteiu in der Geschichte der preußischen und niittelbur der deutschen Indenhei't werden. Männer und Frauen werden an die Wahlurne gerufen, um mi'töestimmsnd an der Entwicklung des jüdischen Lebens in Preußen teilzunehmen. Die Isolierung der einzelnen Gemeinden Hai damit ein Ende. Nach mißen ist eine gemeinsame Vertretung geschaffen, deren Stimme bei der von uns geforderten gesetzlichen Neuregelung der Verhältnisse der jüdischen Religionsgemeinschaft nicht ungestört bleiben wird. Nach innen erwarten wir von dem Verbände Förderung der gemeinsamen jüdischen Interessen durch Zusammenfassung aller Kräfte. Aus der Not der Zeit ist der Verband geboren. Infolge des wirtschaftlichen Zusammenbruches ist in vielen kleineren und mittleren Gemeinden das religiöse Leben zum Stillstand gekommen, Kantoren- und Lehrersiellen bleiben unbesetzt, der Religionsunterricht ist eingestellt, Rabbiner- und Lehrerseminare veröden, Wohlfahrtsanstalien und rituelle Einrichtungen sind zum Teil vom Llniergang bedroht. Soll der Verband hier Abhilfe schaffen, so muffen alle, die der festen sleberzeugung sind, daß das Judentum nur in der von der: Vätern überkommenen Gestalt den Wandel der Zeiten überdauern kann, ohne Rücksicht aus die Verschiedenheit ihrer Auffassung in Einzelsragen sich eng zusammenschlicßen. Nur so kann dem bedrohlichen Einstuß, den radikale Kreize durch immer neue Resormbestrevrmgen auj das religiöse Leben auszuüben versuchen, wirksam entgegengeireten werden. Wir wollen in unserem religiösen Leben unsere Eigenart bewahren. Deshalb müssen folgende Grundsätze maßgebend sein: 1. Der religiöse Charakter der jüdischen Gemeinde (Kehilla), in mehr als tausendjähriger Geschichte bewährt, muß ihr erhalten bleiben. 2. Die Fürsorge für den Wiederaufbau des religiösen Lebens in den kleineren und mittleren Gemeinden unter Wahrung ihres religiös-tradin'onellcn Charakters ist die erste und wichtigste Aufgabe des Verbandes. 3. Innerhalb der Großgew.einden müssen, soweit der Einfluß des Verbandes reicht, alle religiösen und Kuituseinrichtungen, welche für den gefetzestreuen Teil der Gemeinde bestimmt sind, so geschaffen und erhalten werden, daß sie dem Veugionsgeseh entsprechen- Das gilt besonders für die Schechitah und das gesamte Kaschruihwesen, für die Mikwoauß, für die Einrichtungen und den Vitus der Synagoge und für die Friedhose. 4. Vabbiner, Lehrer und Beamte der Gemeinden sind durch ausreichende Besoldung und der Bedeutung ihrer Wirksanikeit entsprechende Anstellungsveürage wirtschaftlich sicherzustellen. 5. Zum Aufgabenkreis des Verbandes gehören femer die Aufrechterhaktung und der Ausbau der jüdischen Schulen, Vabbiner» und Lehrerbildungsanstalten sowie die Sorge für die Verbreitung von Thorawissen. % n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.