Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1925-01-29 · 5 (29.1.1925) · p. Seite 93

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
5 (29.1.1925)
Date
1925-01-29
Page
Seite 93 (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2277379-2277569-2277574--01860-3536766
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

£sr G ,,i.iiii;!ui:u!iuum:,.iiiiii;;ui;iiini;iu!ij;;muaiuuui»iui.;i;t:m'aiiii;iüaü»:uin.;iu;uiii:„ua;jjüa!iiii;mimj„ .i.-irimiiüiii'i.!-.:.-....;:: .t.ü.nnl PIWMU Nur noch wenige Stunden trennen uns von der Wahl zum Verband preußischer Synagogengemeinden/ einer Wahl, die über Wohl und Wehe der preußischen, ja der deutschen Zudenheit für lange Zeit entscheiden wird. Zn dieser Stunde ist es nötig, noch einmal zu sagen, was wir von dem Verband wollen, und was wir nicht wollen: Wir wollen das dcuische Judentum auf der durch Jahrtausende bewährten Grundlage erhallenwir: wollen nicht» daß die wechselnden Strömungen des Tages entscheidenden Einfluß auf unseren heiligen Glauben gewinnen. Wir wollen deutsche Zuden sein und wollen unser Judentum als religiöse G e m eins ch a st erhallen und ausbauen,- wir wollen nicht unser Judentum zur Sache der Willkür des einzelnen Herabdrücken lassen. Wir wollen Palästina als das Heilige Land in der ihm zulommenden Bedeutung erhalten und ausbauen, wir wollen es weiter als Sehnsucht und Ziel unserer religiösen Gefühle behalten,- wir wollen nicht unser deutsches Vaterland nur als Gaststätte für uns und uns selbst als geduldete Fremde ansehcn lassen. Wir wollen in einer Zeit, da die Staats- und städtischen Schulen einen rein konfessionellen Charakter tragen, für die Errichtung jüdischer Schulen einkretenwir wollen nicht» daß unsere Kinder eines politischen Phantoms wegen Sabbat und Festtage entbehren und schutzlos antisemitischer Verhetzung preisgegeben sind. Wir wollen» daß jeder Jude in jeder Gemeinde nach seiner ileberzeugung leben kannwir wollen nicht» daß eine Minderheit von der Mehrheit in Gewissensftagen vergewaltigt wird. Wir wollen» daß Rabbiner, Lehrer wie sämtliche Beamte der Gemeinden so gestellt werden, daß ste berussfreudig willen könnenwir wollen nicht, daß sie durch wirtschaftliche Sorgen oder Druck ihrer Vorgesetzten zu Handlangem herabjinken. Wir wollen, daß die Fürsorge für die Juden auch auf die Zeit nach der Entlassung aus der Schule ausgedehnt wirdwir wollen nicht» daß die Zugend unser kostbares Gut, dem zerstörenden Einfluß der Llmwelt, insbesondere in den Großstädten, preisgegeben wird. Wir wollen, daß in unseren jüdischen Gemeinden Inländer und Ausländer in bezug auf Rechte und Pflichten völlig gleichgestellt sindwir wollen nicht» daß Glaubensgenossen, weil ste Ausländer sind, in ihren knechten gekränkt werden. Wer helfen wist, ein Zudenium dieser Art aufzubauen, der stimme überall für die konservative Liste: Zn Groß-Berlin für die Liste Kosservütiver LandeMatzlauWüß.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.