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Central-Verein-Zeitung · 1925-01-16 · 3 (16.1.1925) · p. Seite 37

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
3 (16.1.1925)
Date
1925-01-16
Page
Seite 37 (sequence 1)
Language
German
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Serlin, 16. Januar 1925 €taj*(nummer 10 SvlSpssnmg liiw WrrMWSWM cJ lMS6f83ife28!)JtaTOr'''7 / ULsIcn'gS'gWg^/ Allgemeine Zeitung des üudenrums MonatLabonnemenL 40 Go!dpfennrg Verlag und Schriftlriturig: DerNn8^V68. Lmdeustr.lL .'. Fernsprecher: Tmt Dönhoff 8594. 3395. .-. Dankkonw: Dresdner Dank. Wechfelsrube G, ßetlirtSWas, Lmdeustc.7 Alleinige An-eigenannah:ne: Annoncen«Expedition Nndolf Moste. Berlin S^V 19, nnd deren Filialen. Anzeigenpreise. V.75 Goidmark für die 7gespaltene Zeile nach Andorf Mostes Normufzeilcurnesscr Nr. 4. Famillenanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Ernrral'Derrinil 0,4u ©oU>Ertact, die SO mm breite Keklamrzeile 4 EolOmarL chen Derei nigu n g für Deutschland, der vor kurzer Zeit in Wiesbaden stattfand, hat die WahlParoledes Eentral- Vereins gegen die Jüdisch-Nationalen mit Unrecht arg verstimmt. Kein Wunder! Denn in der letzten Zeit werden bei allen Erörterungen der Jüdisch-Nationalen geflissentlich die Fragen übergangen, welche die inneren Meinungsverschiedenheiten zwischen uns und' den Jüdisch- Nationalen. aufdecken und eine entschiedene Stellungnahme unsererseits im Wahlkampf notwendig machen. Wenn es auf dem zionistischen Düegiertentag immer wieder so dargestellt worden ist, als wenn wir jemals die Jüdisch- Nationalen als Feinde des deutschen Staates bezeichnet und die staatsbürgerliche Gesinnung der Zionisten angezweifelt hätten, so ' ist dies eine Unwahrheit. Wir haben ..vielmehr im Gegenteil den Antisemiten gegenüber .stets betont, daß auch die Zionisten dem Staate geben, was des Staates ist. Wir möchten alle, denen es um eine sachliche Behandlung der Frage zu tun ist, doch entschieden bitten, diesen Punkt als längst erledigt aus der Debatte fortzulassen. Denn wir wißen sehr wohl, daß cs unter den Zionisten und unter den Nichtzionisten gute und schlechte Staatsbürger gibt. Wenn Herr Dr. Landsberger, der frühere Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung, es auf dem zionistischen Delegiertentag als eine beschämende Tatsache hinstellt, die Zionisten seien immer wieder genötigt, ihre loyale Gesinnung gegenüber den jüdischen Gruppen irn Staate zu betonen, so kennt Herr Landsberger und die, die es ihm nachgesprochen haben, die Dinge nicht oder wollen sie nicht kennen. Schon Eugen Fuchs hat es ausgesprochen, daß wir um des Judentums halber die jüdisch-völkischen Anschauungen bekämpfen, und weil dies der Fall ist. können wir bei einer Wahl zu einer Vertretung der preußischen Juden nicht einfach schweigen oder in seiger Rückgratlosigkeit grundsätzlich Kompromiße schließen, die uns in unserer Eigenschaft als jüdische und als deutsche Menschen bedrohen. , Wenn wir in der Geschichte des Zionismus oder in seiner Entwicklung der letzten Jahre die Wandelbarkeit gewisser Auffayungen sestgestellt haben, wenn wir feststellen konnten, daß vor ganz kurzer. Zeit die nationale Autonomie and} in Deutschland gefordert wurde, daß die Volksgemeinde als wesentliche Voraussetzung für die jüdischnationale Partei ernpfunden wurde, und wenn uns jetzt gesagt wird, der deutsche Zionist gebe im Gegensatz zu dem außerdeutschen Zionisten diese Dinge auf, so ist gewiß nicht unberechtigt, zu fragen, wie lange der Verzicht aus diese Forderung dauern wird. Unseres Erachtens kann er nicht lange dauern, denn wir denken von den führenden Zionisten von Luöwig Holländer. menschlich zu hoch, als daß sie die Folgerungen, die aus ihrer Grnndeinstollung u o t w e n d i g gezogen werden müssen, einfach aus politischen Zweckrnäßigkeitsgründen dauernd ausgeben können. II. In Chemnitz ereignete sich in einer Sitzung des Gemeindekollegimns folgendes: Es handelte sich um den Bau eines orthodoxen Bethanses. Der Vorsitzende hatte ausgeführt. daß man eine Synagoge für die Orthodoxen gern bauen würde, falls Geld vorhanden sei, aber nicht eine solche für Zionisten, denn man erwarte, daß die Juden, die in Deutschland wohnen, sich der deutschen Kultur anpapen. Hierauf machte der Vertreter der Zionisten, Herr Dr. Sich e l, folgenden Einwürf: „Wenn Sie von deutscher Kultur sprechen, dann machen Sie, daß Sie yrnan'skommen. Wir sind hier in einer israelitischen Religwnsgemeinde!" (wobei er mit dem Finger nach der Tür wies). Was folgt daraus? Nicht etwa, daß wir den betreffenden Führer der Zionisten einer illoyalen Staatsgesinnung zeihen wollen. Das liegt uns fern. Wir verstehen durchaus seine Aufsaffuug. Er denkt alljüdisch, und in diesem alljüdischen Gedankenkreise stellt sich die Forderung nach einer Vermahlung jüdischer Ideale mit 'deutschen Kulturbegrifsen als eine innere Unmöglichkeit dar. Er denkt, wie in einer großen Versammlung der Jüdisckjen Dolkspartei am 5. Januar d. I. in Berlin einer der Führer-der Jüdisch-Nationalen, das Mitglied Klarheit und Wahrheit. Von Ludwig Holländer. Ser Aufmarsch der Parteien zur Ver« dandMahl. Von Moritz A. Loeb - R.-A. Heinrich Eiern — Dr. E. Weiße. E. 40 ff. Groß-Verlmer Kandidatenlisten. 6. 42. Wieder einmal Rumänien. Von Objerver. E. 44. SO »Me Testament im Bildet Von Prof. Alfred Grolle (Vreslau). E. 46.

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