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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 28 · p. Seite 795-796

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 28
Date
1851-01-01
Page
Seite 795-796 (sequence 59)
Language
German
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Sach s, StimMn vom Jordan und Euphrat. Wie es im Gesetz, geboten, Also thut er, ,treu der Pflicht. Und da er vom' Baume steiget, Trifft ihn einer Schlange Stich. Die am Fuß faö Baumes lauert, Und er stirbt vom gift'gen Biß. Wie Elischa das ge schauer, Wird er irr' «nd spricht voll Unmuth: In der Lehre steht geschrieben: Frei sollst du die Mutter lassen, Und die Zungen dir behalten, Daß dir's gut geh' und du lebest. Hat das Wort sich hier erfüllet, Die Verheißung sich bewähret? Fand der Fromme Heil und Segen, Der nach Gottes Spruch gehandelt? Und so ward er irr' und wirre, Und es wußte nicht der Thor, Daß der Worte Sinn ein andrer, Wie Akiba ihn erklärt: Daß bir’ö. gut geh' — dort im Jenseits, In der Welt des Heils und Segens, Daß du lebest in der Welt — dort, Wo das Leben ewig dauert. Noch ein Zweites wird gemeldet, Das gar schwer ihn hat bedrängt. Einstmals sah er, wie von Hunden Ward herumgezerrt die Zunge, Die dem Frömmsten ausgerißne, Unter harten Marterqualen. Rabbi Judah war's Hanachlom, Der so schmählich hat geendet.' Diese Zunge, sprach Elischa, Die nur für das Gotteswort, Nur zu frommer heil'ger Rede Nur für Gott sich hat geregt, Die wird hier im Koth geschleppet! Also ist es eitler Wahn, . Der von Lohn, Vergeltung faselt Und vom Segen für den Frommen! — So entschwand ihm Lust und Liebe Zu der Lehre Israels, Nur der Heiden Bücher trug er Stets im Busen des Gewandes, Daß wenn er im Lehrhaus aufstand, Schon in frührer beßrer Zeit, Aus den Laschm ihm entfielen Die gottlosen Pergamente. Oftmals, saß er bei Gelagen, Unter Sang und Saitenklang, Griechischer Sänger Lieder füllten Unablässig seinen Mund. Wo er eintrat>-unv die Kinder Vor dem Lehrer sitzen sah, Der sie in der heil'gen Schriften Sprach' und Inhalt unterwies, Rief er rauh: Das Alles frommt nicht! Mögen sie ein Handwerk lernen, Schneider, Zimmrer laßt sie werden, Statt daß nutzlos hier sie brüten! Und wo Einen ec gewahrte, Der durch Kenntniß in der Lehre Glänzt' hervor, da wußt' er spottend Jeden frommen Trieb zu tödten. In der Zeir des schweren Druckes, Da die Lehre Israels Von den Her'derikaisern Roma's Ward verfolgt und hart bedränget, Da Gesetz und Brauch zu halten War den Juden streng verpönt, Wie hat seinen gottentfernten Sinn so böslich er bekundet! Denn die armen Treugesinnten Mühten sich mit Kunst und.List, Daß sie ihr Gewissen wahrten, Nichts Verbotenes begingen. Und wenn er's, der Frevler, merkte, Der Gesetz' und Bräuche Kundge, , Wußt er böslich sie zu zwingen Zu bewußter Uebertretung. 3. Einst — an einem Sabbat war es — Ritt er durch Liberias, Und es führt sein Weg vorbei ihn An dem Lehrhaus jener Stadt. Lauschend saß der ernsten Stimme - Ihres Lehrers die Gemeinde, 'Der das Wort der Schrift erläuternd Weisheit lehrt und fromme Sitte. Und wer war es, der dort lehrte? Welcher Weise fuhrt das Wort? Rabbi Meir, dessen Name Weit und ruhmvoll wird genannt,

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