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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 23 · p. Seite 417-418

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 23
Date
1851-01-01
Page
Seite 417-418 (sequence 1)
Language
German
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417 Die Talmud- und Kurze UeVerfkchten. I Bereicherungen der Talmud- und Midraschliteratur.,; i) nuiop ninnoo jnt? u. s. >v., d. h. die sieben kleinen jerusatmisch-tatmud'ischen Traktate, nach? einer Handschrift der Bibliothek des Dr. Eljakmr Carmoly, zmn ersten Mate in aller Vollständigkeit herausgegebm und mit einem sachlichen und kritischen Kommentar versehen von Rafael b en S i m o n Kirchheim. (Hebräisch.) Frks. a. M. 1851. 8. S. 44 (enggedruckt). Bei Js. Kaufmann; in Leipzig ' bei C. L. Fritzsche. Preis: 15 Rgr. n. Es ist ein schönes Zeichen unseres wissenschaftlichen Strebens, daß man nun auch auf Bereicherung der alten Talmud- - und Midraschquellen, soweit es noch möglich, bedacht ist, überhaupt daß man sich der historischen und kritischen Erforschung jenes dunkeln und für die jüdische Religionsgeschichte denkwürdigen Zeitabschnittes, den man Kon? bIo%y\v den talmudischen nennt, mit wissenschaftlicher Ausdauer und mit Fleiß hingkebt, da jeder Einsichtige und Unbefangene weiß, daß nächst dem biblischen und jüdisch-hellenistischen Zeitabschnitte der jüdischen Kultur- und Literaturgeschichte keiner so lehrreich und wichtig als der talmudische ist. Wenw die Arbeiten über die Sprache der Mischna von Löwifohn (in Bet Ha-Osef), Luzzatto, Geiger, Gr ätz und Dukes und dazu die Kritiken in diesem Literaturblatte, Landau's Ausgabe des/Aruch mit den dazugehörigen Kritiken, das Or Ester der Brüder Bondi, die zwei Hefte Lcschon Chachamim von David Lowi in Amschelberg, das Scharosche Lebanon von L e v i n so h n und eine große Zahl kleinerer Mittheilungen hier die Aufhellung der sprachlichen Seite dieser Literatur bedeutend förderte : wenn die biographischen Arbeiten als die von Könitz, Rapaport und Jost über Rabbi Zehuda Ha-Nasi, über Hillel von Biesen thal und Kämpf, über Chijja von Kirchheim, die historische Arbeit über die talmudische Periode von mir, in meiner Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien, über die Ebionitcn und Nazarener von Heilpern, über Gnosticismus und Judenchum von Gra tz, Sentenzen und Sprichwörter im Talmud von D ukes, Fürst u. andern, und noch viele einzelne zcrstreuete-Arbeiten über gewisse Partien des Talmud oder der Midraschim u. s. w. eine wissenschaftliche Erforschung dieses Gebietes anbahnten, so ist die reelle Bereicherung dieser Literatur durch Veröffentlichung der weniger zugänglichen Traktate oder Midraschim doch von noch höherer Bedeutung und Hr. Kirchheim verdient unseren Dank für die Herausgabe der 7 Traktate, die noch dazu musterhaft commentirt stad. In Bezug auf das Aeußerliche wird es für unsere Leser genügen, wenn ich aus dem kurzen Vorworte das Wesentliche hier mittyeile. Hr. Dr. Carmoly hat vergangenen Jahres diese sieben Traktate mit seinem begonnenen Kommentar cp^j? kem Hrn. K. übergeben, und da er in der Vollendung des Comm.'s Midrasch-Literatur. 418 verhindert wurde und die Freunde der jüdischen Literatur dem Erscheinen entgegensahen, so hat Hr. K. es übernommen, dieselben mit einem kurzen Comm. vorläufig zu veröffentlichen als Vorläufer zu der Ausgabe Carm.'s sich betrachtend, in welcher der Comm. weitschichtiger sein wird und wo noch eine ausführliche Einleitung, dann eine rjn^n von dem Gaon Hckja, deren nur Ziuni gedenkt, ferner ein Sendschreiben desselben an Samuel ha-Nagid und viele andere Dinge mitgetheilt . sein werden sollen. In Bezug auf das Literatur-geschichtliche hat Hr. K. aus einem Schreiben Luzzatto's, an den er sich gewendet, Einiges mitgetheilt, das ich für die Leser dieses Blattes nicht für ohne Interesse halte. Dnjj HD DD, eines der sieben Traktate, hat Asulai am Schluffe seines Werkes ^,-j ntlD!^ (Livorno, 1782) abgedruckt, und es heißt da vorn: „dieser Traktat unter den bekannten sogenannten kleinen, war noch nie gedruckt und ist aus einem handschriftlichen Talmud in Pfersee (geschrieben auf Pergament zu Paris im Jahre 1343 von einem der Verwandten des Simfon aus Se ns)entnommen*. Im Jahre 1790 hat I a k o b N a u m b u r g in seinem '□ Dpy1, welches in Fürth erschien, diesen Traktat wieder ausgenommen. Im Jahre 1805 gab benannter Asulai in Livorno heraus sein Werk pyn rviOD2 und dort heißt es p. 71 b wie folgt: „Mit Hilfe Gottes ,-pn h. DTld min , LND1M , DOT , nniDn; die Traktate npflD und miDn gehören zur talmudischen Literatur. Was DnJl D3DD anlangt, so habe ich zwar diesen bereits am Schluß von ^nn nnD^ gedruckt z allein da ich jetzt eine andere Recension derselben, worin viel mehr und noch dazu correctere Lesarten sind, so habe ich sie nochmals überdruckt." Der Traktat crna wurde also von Asulai in jvyn HWD (Livorno 1805) nach einer andern Recension gedruckt. Zuerst kommt also eine andere Recension des Dn3 rDDD, dann folgt ^ddd und DHDy i“ODD ohne Commentar und ohne Abtheilung in niDbn . Auf Seite 74 dieser Ausgabe sagt Asulai: Vor langer als 20 Jahren hatte ich das Glück, ei-^ 'ß aus einer HS. in Pfersee zu Ende des Werkes ^n,-j nrm 'd abzudrucken, die nachher der Verfasser von apyi commentirtez nachher aber erhielt ich aus dem Innern Maghreb's durch Jakob Toledano die 3 Traktate qviO , QHDJ? und qt-jji; wo ich in letzterem eine andere Recension gefunden, so habe ich mich zu einem nochmaligen Abdruck entschlossen, mit \) Schon in der Amsterdamer Talmudausgabe von 1714 war dieser Traktat ausgenommen. Ueber die fragliche Talmud- Handschrift habe ich ausführlich iu meinem Aufsatze: „Handschriften des Talmuds" (LB. d. Or. 1851 o. 141 flg.) berichtet. 2} Bei dieser Gelegenheit will ich bemerken, daß n'N")Q jVpn eigentlich Erklärungen der Haggada'ö des Bn Jakob enthält und bereits früher schon einmal Livorno 1755 gedruckt wurde. Die 6 Gegenstände, welche unter dem Titel nVl DJp angehängt sind, bilden ein Sammelwerk für sich unH^'^n^DD ist nur aus den angegebenen Gründen eine Zugabe, Auch nniDH MID ist von Asulai vielmals gedruckt worden. 27

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