Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 22
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 415-416 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2360092-2360688-2360691--7474-3536457- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
415 416 Literatur-Berichte. Leipzig. Von den in nächster Zeit zu ewartenden Wuchern sind zu erwähnen: 1) Der ausführliche rabbinische Commentar von Dr. Carmoly zu den von Hrn» Kirchheim soeben mit kurzem Commentar veröffentlichten sieben nüöp DTODD\ Sn einer ausführlichen Einleitung wird «Ho. Dr. C: über Zeit und Ort der Abfassung dieser Traktate ausführlich handeln und außerdem noch mittheilen a) eine merkwürdige rpwn von dem Gaon H a j a, deren sonst weiter Niemand als der Zijjuni gedenkt; d) ein Sendschreiben des Gaon Haja an Samuel ha-Nagid, die Geomm betreffend; e) die Vorrede des sogenannten .TOTI p *]DN zu seinem medieinischen Werke, das auch ^2 üw ISO genannt wird, wie eine ausführliche Beschreibung des sogenannten nittlDVl t£mo »on. ymn und mn L-N2I p pnr. Da diese fabelhaften Schriftsteller, Asas und Jochanan aus Ierecho sonst ganz unbekannt sind und, Hr. Dr. C. nun einmal deren Werke handschriftlich besitzt, so ist eine ausführliche Darstellung sehr wünlschenswerth. Außerdem wird Hr. C. noch andere Gegenstände daselbst mittheilen. — 2) von dem Herausgeber der Gutachten des Iehuda b. Ascher wird nun bereits der Commentar des Gaon Haja zu nnnü (po 'l rD nnnta gedruckt. Es ist weniger Commentar als Worterklärungen in arabischer Sprache, wie man es von dem Verfasser des el- Chawi ^OO), das Grammatik und Lexieon in arabischer Sprache enthielt, erwarten konnte, und der Herausgeber hat sich an Arabisten gewandt, um etwas Ordentliches zu bieten. — 3) Von Werbluner erscheinen 4 bis 5 Sachen des Kaspi, die natürlich noch nie gedruckt waren. — 4) Edelmann's neue Ausgabe des bekannten MO? "NfrgD von Farchr ist nun auch vollendet und soll bald ausgegeben werden. — 5) Von Ge kg er erscheint eineSammlung der Gedichte des Iehuda ha-Lewi. * * * Wien. Der bekannte Herausgeber der „Wiener Blätter", Dr. M. Letteris in Wien, kündigt in seiner hebräischen periodischen Schrift Zefirat Tifara die Herausgabe des kostbaren historischen Merkchens Emek ha- Beche ' j?Dy ^O)'''von 'Josef ha - Kohen (geb. 1496) aus Avignon, dem bekannten Verfasser der Dibre ha-Ja mim (o^vi die auch in anderen Sprachen übersetzt wurde. Das Werkchen 'Emek ha-Be che erzählt, etwa in der Weise beg S ch eb.el.Ieh u d a, die Verfolgungen auf, welche die Juden seit dem Untergänge ihres Staates bis auf seine Zeit erlitten Haben, und bildet einen schönen Beitrag zu unserer bekanntlich gar nicht sonderlich angebaueten Geschichtsliteratur. Hr. Prof. Luzzatto hat die Handschrift mit trefflichen Noten begleitet an Hrn. Dr. Letteris zur Veranstaltung der Ausgabe überfchickt und letzterer hat ebenfalls seinerseits manche Bemerkungen hinzugefügt. Außerdem ist noch als Einleitung eine ausführliche und umfängliche Abhandlung versprochen, die theils eine Biographie des Josef Verlag von C. L. Fritzsche. ha-Kohen und eine Charakteristik seiner Studien, seiner zeit u. s. w., theils die geographischen und persönlichen Eigennamen erklären soll. Der Subscrlptlonspreis ist 1 Thtr., indem die Ausgabe sehr gefällig und geschmackvoll gemacht werden soll, und es wäre sehr zu wünschen, daß Hr. Dr. L. durch reichliche Abnahme entschädigt werde. Möge sich jedoch Hr. L. nicht durch einen anfänglich mindergünstigen Erfolg abhalten lassen, da die Zerfahrenheit des jüdischen Wesens , die Herz- und Bildungslosigkeit jüdischer Aristokraten und der Epikuräismus der meisten unserer Rabbinen immer jedes literarische Unternehmen zum Wagniß machen wird. * * » W ü rzb u r g. Von unserem Distrikts-Rabbiner Seligman Bär Bamberg er ist erschienen: Einige Worte des Aufschlusses im Betreffe der Emancipation der Juden. Fürth, 1850, 8., gerichtet gegen den aus der vorigen Abgeordneten- Kammer bekannten Judenfeind Pres. Sepp. Dieses kleine apologetische Schriftchen liest man mit Vergnügen, und man könnte es jetzt um so eher auch für weitere Kreise empfehlen, als der alte christlich-germanische Haß wieder auszuleben scheint. Groß-Kanischa. In der hier soeben eingerichteten Buchdruckern des Israeliten I» Markbreiter ist erschienen: „Erstes Buch der jüdischen Antiquitäten des Flav. Iosephus, oder Geschichte der Juden seit der Schöpfung der Welt bis zum Tode Isaaks. Jahr der Welt 1—2233, Uebersetzt und durch Anmerkungen erläutert von Dr. M. H orschetzky. Groß-Kanischa, 1851, 8 S.111. Bei diesem Werke sind Originalschriftsteller, Uebersetzer, Drucker und Verleger Juden und in Betracht dessen und da I o s e p h u s zum Bedauern noch wenig unter Juden bekannt ist und Dr. H. bereits durch Uebersetzung des 1t. und 12. (Prag, 1826, 8.) und des 13. (Groß-Kam'scha, 1843, 8.) Buches der alten Geschichten sich bekannt gemacht, so ist natürlich diese Arbeit zu empfehlen. Allein es ist auch hier, wie oft bei jüdischen Arbeiten, das Unpraktische zu beklagen. 1) Der Preis ist 15 Ngr. und wenn das in diesem Verhältnis; fortgeht, so kosten Iosephus' Antiquitäten 10 Thllr. 2) hat das Publikum bis jetzt blos die Uebersetzung von Buch t, XI, XII, XIII. und es weiß nicht, was es mit diesen machen soll und— 3) hätte es dem neuen jüdischen Drucker und Verleger gar nicht geschadet, wenn er weniger den Geiz hervorgekehrt und das ganze Werk gleich in 4 Abtheilungen gedruckt. Wir wollen hoffen, daß es noch geschieht; denn in jetziger Weise-ist es nicht zu empfehlen. Frankfurt a. M. Seit dem Januar d. I. erscheint hier eine Monatsschrift: „Der israelitische Volkslehrer." Eine Monatsschrift, erbaulichen und belehrenden Inhalts zur Kennrniß des Judenthums, sowie zur Läuterung und Förderung des religiösen Sinnes unter den Israeliten, herausgegeben von Leop. Stein. Franks, a. M. 1851, 8. Aus dem Titel wird hinlänglich klar, was man darin zu suchen hat. Druck von I. H. Nagel.