Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1851-05-03 · Heft 18 (3.5.1851) · p. Seite 287-288

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 18 (3.5.1851)
Date
1851-05-03
Page
Seite 287-288 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2360092-2360688-2360714--7406-3536385
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

287 Literarische Analekten. 288 Literarische Analekten. Sabbat Ha-Gabol n^). In Nr. 32 und 33 der „Wiener Blätter" sucht ein Hr. d nachzuweisen - wie „trotz der Sorgfalt der Rabbiner nichts Fremdartiges eindringen zu lassen, sich dennoch aus dem Mittelalter manche Namen und Gebräuche eingebürgert haben, deren Ursprung keineswegs dem Iudenthume angehört." Als Beweis wird angeführt, daß der Sabbat vor Pesach „seit dem 12. SäeuUrm" brUl rot^ heiße, welche Bezeichnung dem Christenthume entlehnt sei. Wir dachten, lene Geschichtsforschung, welche auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft die buntesten Einfälle ohne objektive Berechtigung für Geschichte ausgiebt, sei einer richtigen Erkenntniß gewichen; wir sind nun eines Andern belehrt. Ohne zu bedenken, daß a priori > 6ct den schroffen.Scheidewänden, welche Iudenthum und.Christenthum so wie Juden und Christen in religiöser und socialer Beziehung von einander trennten, eine solche Wechselwirkung kaum denkbar und die Rückführung jüdischer Gebräuche auf einen christlichen Ursprung mit der größten Vorsicht und auf die evidentesten Beweise gestützt geschehen muß; wird uns gesagt, die Juden hatten seit dem 12. Jahrhundert den Sabbat vor Passah FDi# genannt, weil die Christen den Sabbat vor Ostern 8adbabum magnum hießen! Das Faktum ist aber ganz u. gar historisch falsch» Der Name t\2ü als Sabbat vor Passah kommt bereits Evang. Johannis 19, 31 vor: „denn groß war der Tag selbigen Sabbats", rjv y<xQ [xsy akr] q ^fiSQci sks/vov tov g o£ ß ß d x o v, und von den Juden wanderte der Name zu den Christen. Daß der Midrasch (zu Parascha Bö) sagenhaft diesen Namen zu erklären sucht, ist ein Beweis für das hohe Alter, da die Sage, gleich grünem Moose um alte Baumrinde, nur das graue Alterthum verjüngt und neu gestattet. Und in der That war schon zur Zeit Christi der Name Vw DSttf'im. Gebrauche! Was er aber bedeute? Darüber theilen wir eine Konjektur zur nähern Prüfung mit, die manches Licht auf die Sagendichtung beim Tode Jesu wirst. In der Mischna yon Tamid, sowie Mechilta zu Par. Ki Tissa lesen wir, daß man den Sabbat — Qp — als ein Bild des künftigen Lebens betrachtet, so'daß-der'Pf. 92 ( ratyn DP1? •vgr-flDtD) darauf gedeutet wurde. Im So.har kommt häufig der dritte Sabbat als Bezeichnung des Lebens nach dem'Tode unter dem Namen flDSS' vor. Vgl. Sohar Bereschit 47 b ed. 2lmst. nnttf inw 'mi im. Ferner liegt uns in den Hastarot für Sabbat ha-Gadol und für Sabbat Chol ha - Moed eine beachtmswerthe Thatsache vor. Die erstere (Maleachi 3 ff.) schließt mit den Worten, Gort werde den Propheten Elia schicken — was der einzige Grund ist, daß dieses Kapitel zur Hastara gewählt wurde, wenn Ereb- Pessach an Sabbat fällt, welcher Usus der historisch richtige ist —; die letztere (Ez. Kap. 37) erzählt, wie der Prophet Ezechiel die todten Gebeine belebt habe. Darauf gestützt erlauben wir uns die Hypothese aufzustellen, daß man am Passahfeste — als Frühlingsfest — zugleich mnD»1 rvnn feierte und den Sabbat, an den der Rüsttag des Festes fiel — wie bei der Kreuzigung Jesu; vgl. Derenburg Orient II. 220 — NM nannte, später auch jeden Sabbat vor Pesach. Nur dadurch können wir erklären, wie die Evangelisten die Eliasthaten und die Auferstehung Jesu während der ersten Tage des Passahfestes ausführen lassen können, da die Idee von DTID1 mnn, die Stellen aus Ezechiel und Maleachi Veranlassung dazu gaben. Wir könnten diese Hypothese noch ausführlicher begründen, begnügen uns aber noch hinzuzufügen, daß die in'den W. Bl. angeführte Todten fei er (mpt£0 mDin) auch nicht aus dem Christenthum stammt, da sie sich bei den Karäern findet (Luzzatto, Prolegomr'm 15, Anm. 1) und sich auf Sifri zu Par. Schofttim gründet: rPlD D"N.1 ht* 122 □ vniDn N. Vgl. Löwisohn, Mekore Min hagin Nr. 30. Durch diese Deutung des Sifri erhält die in den W. Bl. angeführte Stelle aus dem 2. B. der Makkabäer, daß Juda 2000 Drachmen für die Gefallenen nach Jerusalem sandte, damit ein Opfer für die Sünde dargebracht werde, ihr rechtes Verständniß. Ad. Jellinek. Ankündigungen. Bei C. L. Fritz sch e in Leipzig ist zu haben: 12 w npJM : Saakat Sch eher. Das Trarrerlred des Salomo Jbn G'ebirol über den im Nissan des Jahres 1039 gemordeten R. I ekutiöl. In einem besonderen Abdrucke von Js. BenjaVob ans Wilna, brosch. 5 Ngr. Manna von M. Steinschneider. 1846. brosch. 10 Ngr. Enthält: Nachbildungen jüdischer Poesie aus der Blüthenzeit jüdisch-arabischer Bildung. Alteret Zebi, Kommentar zn Raschi von Jakob Mir. Wilna, 1834, 4. Geb. 17 Ngr. Schrei bpap. 20 Ngr. Tosefta zu Toharot, erklartvonN. ELijaWiln a» Wilna, 4. geb. 22 Ngr. Jacobson, Dr. I» H., Katechetischer Leitfaden beim Unterricht in der Israel. Religion, mit einem Anhänge, enthaltend Bibelkunde. Zweite Auflage, brosch. Preis 2 Ngr. 20 Exemplare für 1 Thtr. 5 Ngr. — _ 450 Gebete und Lieder für die israelitische Jugend jedes Alters in Schule und .Hans, brosch. Preis 10 Ngr. 20 Expl. für 5 Thlr. Verlag von C. L. Fritzsche. ^Druck von I. H. Nagel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.