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Der Orient · 1851-04-12 · Heft 15 (12.4.1851) · p. Seite 225-226

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 15 (12.4.1851)
Date
1851-04-12
Page
Seite 225-226 (sequence 1)
Language
German
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mm Berichte, St Zwölfter — Mische G Das Abonnement auf ein Jahr ist 3 Thlr. 20Ngr. Man abonnirt bei ^allen Postämtern und allen Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben von ritiken Von dieser Zeitschrift erscheint wöchentlich ein Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. Leipzig, dm 12. April. 1851 Inhalt. Studien. Prof. Dr. August Ne an der. Von Rabb. Lreuenfels. — Zur Kultur - u. Literaturgeschichte der Juden tii Asien. Vom Red. (Forts.) — Literarische Analekten. Die kleine Genesis. Von Rabb. Treue afels. Professor Dr. August Neander, der Klrchenhistoviker. In welcher Hinsicht von Neander in diesen Blättern geredet werden könne, wird den meisten Lesern nicht räthselhast sein. Zwar hat er selbst seinen Namen aus der Rangliste der jüdischen Gelehrten gestrichen, ein Nekrolog und eine Charakteristik von ihm und seinen Werken wären hier nicht am Platze; wohl aber ein paar Worte über seinen Austritt aus dem Jndenthum und seinen Uebertritt zum Christenthum. , Die Zahl berühmter oder berühmt gewordener Israeliten, die ihre Religion verließen, ist besonders im zweiten und dritten Jrhrzehend dieses Jahrhunderts beträchtlich gewesen; kaum nröchte es ein Fach der Wissenschaft geben, welches nicht unter feine Koryphäen, nur wenige deutsche Universitäten, die nicht unter ihre Professoren getaufte Juden zählten. Geringer ist die Zahl konoertirter Künstler; die Kunst ist frei, die Wissenschaft abhängig von Staats-Anstalten und Anstellungen. Man weiß, wie namentlich Preußen, der „christliche Staat" par excellence, durch Widerruf des Edikts von 1812, welches Beförderung im Staatsdienst in sichere Aussicht stellte, Lehrämter versprach, die jungen Männer, die nicht nur ihre materiellen Kräfte auf die 'Studien verwendet hatten, sondern auch mit allen Geisteskräften an der Wissenschaft hingen, mit „sanfter Gewalt" in den Schooß der Kirche trieb. .Wie einst der Klerus von Genua den aus Spanien vertriebenen, hilflos an die Küste geworfenem Juden entgegenkam, in der einen Hand das Krucisix m der andern Brod, so handelte auch der „Staat der Intelligenz" nicht besser, nur weniger plump. — Man wird einig darüber sein, daß das Christenthum an den „Bekehrten" nichts gewonnen hat. Die leitenden Motive (wenn es auch nicht immer die angedeuteten waren) lagen meist zu klar vor, als daß die Requisition hätte Ehre bringen können; als herrschende Kirche zu solchen Bekehrungsmitteln zu greifen, war vielmehr beschämend; auch trugen verhältmßmäßig nur sehr wenige Konvertiten große Anhänglichkeit gegen die neue Religion zur Schau und die es Lhaten, traf gar oft Verachtung. Die Meisten zeigten und zeigen sich indifferent gegen alles Religiöse, Manche sind gar als erbitterte Feinde des Christenthums ausgetreten, gerüstet mit den Waffen des schärfsten Spottes — als Juden halten sie's nicht gekonnt — so Börne und Heine und noch gar Wiele, wenn auch nicht als Schriftsteller doch rm geselligen Leben und Umgang. Ob aber auch das Judenthum an jenen Abgefallenen nichts verloren? Weil es nichts los Religion ist, darum kann man das nicht ganz in Abrede stellen, aber ebendeshalb hat die Sache auch wieder eine andere Seite. Denn die Praxis der Neophyten älterer Zeit, die angestammte Religion durch Verla'umdungen und Schmähschriften zu verfolgen, haben in der Gegenwart nur wenige befolgt, nur die Frankel und andere in doppelter Hinsicht „obskure Leute" thaten es; vielmehr haben viele ihre alten Glaubensgenossen stets verteidigt, ihre Abkunft nicht verleugnet, der Sache der Juden mit Eifer das Wort geredet, und so mußte ihre Stimme mehr Gewicht haben als die der. Treugebliebenen selbst. Wir erinnern noch einmal an Borne. Eine ganz besondere Stelle aber unter allen Konvertiten nimmt ein und eine ganz eigene Erscheinung bietet der am 15

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