Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1851)
- Date
- 1851-04-05
- Page
- Seite 219-220 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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217 218 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. ehemals auch die Halacha's über die Sklaven (HicchoL'Abadim) verbunden gewesen zu sein, d» sie im Midrasch" zusammengenannt werden, und höchst unwahrscheinlich ist es, daß dieser Traktat ein Jeruschalmi- Produkt sein soll." —O') Der Traktat K u tim, enthaltend die gesetzlichen Vorschriften und Halacha's im Verhältniß zu den Nichtjuden, welcher Traktat zwar erwähnt wird und Mose Nachmani, wie dem N. Samuel Ha-Sardi (aus la Sarde in Minorca), dem Versasserdes Sefer Ha-Terumot noch Vorgelegen hat,^ aber gegenwärtig nicht mehr zu existir-en scheint, so daß Bestimmtes über denselben kaum angegeben werden kann. Vielleicht enthielt er nur eine Nachlese zu dem talmudischen Traktate -Abode Sora, der ohnehin, dev Anfeindungen wegen, zu Halacha's nicht ganz verarbeitet wurde, und was auch der Grund sein mag, daß diese Nachlese verloren gegangen. —- 7) Der Traktat Erez Jisrael,, enthaltend die Vorschriften und Halacha's in Betreff des heiligen Landes, über das Wohnen daselbst und das Einwandern dahin, über Vorzüge dieses Landes und über Gesetze, die vorzüglich da zu beobachten u. s. n>.58 Schon in Sifre" und Tosifta *°, im palcifimfcfyett61 gedruckt dem Midrasch Agadat Bereschit und wo noch andere Midraschim sich finden. 55) Mdr. Koh. 1. e. 56) Mit der palästinischen Abkunft dieses Traktats hat es eine eigene Bewandniß. Mainuni, Issure Biah 13, 19 sagt, daß wenn ein Proselyt außerhalb Palästina aussagt, er wäre Proselyt, so darf man ihm nur glauben, wenn er Zeugen hat. Für diese Hälacha wußten nun die maimünischen Kommentatoren keine Quelle, zumal Jebamot 46 dagegen zu fein scheint; bis endlich R. Schem-Tob b. Abraham b. Gaon Sefardi (s. Asulai, Schem I. Mem. §. 31) aus den Traktat Gerim (e. ,4, yal. 3) aufmerksam machte und dort die Quelle Maimuni's nachwies. Bei dieser Gelegenheit nennt er diesen Traktat jeruschalmi, aber offenbar aus keinem andern Grunde, .als weil er in Halacha's abgetheilt ist (s. den Vorredner zur Wilnaer'Ausgabe). Dasselbe ist auch der Grund, warum Mose Nachmani den Traktat Aizit einen jerusatemiichen .nennt.. Bei dieser Gelegenheit will ich nur noch bemerken, daß die Asulai'sche Ausgabe am Schlüsse seines Buches: S imchat Ha-Regel, Livorno -1779, gemacht i|K Ueber die letzte Halacha, die übrigens ganz hagadisch ist, theilt die erwähnte Wilnaer Ausgabe verschiedene Variationen mit. 57) Nachmai sagt in Bezug auf denselben: „ Ich fand in einem externen Traktate, nämlich im Traktate Kurim, der zu den sieben kleinen Traktaten gehört u. f. tt>." Siehe Schittä Mekkubezet zu Baba Mazsa 159 e. angeführt in Schem Ha-Ged. I. Jod. §. 88. Ebenso gedenkt dessen Sefer Ha-Terumot, Pf. 46. IV. 58) Dieses Traktates unter den sieben gedenkt Asulai in Schem 1. c. 69) Vgl. z. B. Sifre, prrr. Reeh. u. Ki Teze. — 60) Vgl. Tosifta *Aboda Sara; Baba Batra e. 1; Ned. arime. 1; Megilla, Ende. 61) j. Ketub. c. 12 Ende; j. Schebiit c. 6 Ans.; j. Moed Katan e. 2 h. 4; j. Megilla, Ende; j. Baba Batra 23; £ L'erachot c. 3 Ans.; j. Nasir c. 6; j. Sanh. e. 3 5/So¬ und babylonischen Talmud02 wie in dem Midraschim" kommen Aussprüche und Halacha's, Anordnungen im Gebräuche in Bezug auf das heilige Land vor; die Sehnsucht nach dem Vaterlande, die unbegrenzte Verehrung seiner Reste, die glühenden Hoffnungen aus eine Restauration des jüdischen Staates haben in den ersten Jahrhunderten nach der Zerstörung dieses Staates, die Gefühle in Religion umgegossen und ein Heer von religiösen Handlungen damit verbunden,64 und es ist daher kein Wunder, wenn die Saboräer bei so reichem Material die verstreueten Halacha's und vielleicht auch Hagada's in einen Traktat sammelten und vielleicht aus ihnen zugänglichen älteren Nebenquellen bereicherten. Vielleicht waren ursprünglich damit auch die Halacha's über Leket, Schicka und Peah, Maaser, Damai, Schebiit u. s. w., deren Uebung nur im heiligen Lande notwendig, verbunden, wenigstens möchte man dies nach der jüngsten Arbeit von Israel Aschkenasi in Safet vermuthen, der in einem die das heilige Land angehenden Halacha's zusammenstellenden Werke auch die erwähnten mitaufgenommen.65 62f Megilla 28; Schebu'ot c. 2 Ans.; Sebachim 107; Moed Katan 26a; Baba Batra 20b 26a 58a; "Abeba Sara 19 b 20 ab; Baba Mezi'a 100b 101a 102a 107 a; Me nächst 44 a; Baba - Kamma 79 b 80 b; 'Erachin 32 b$ Gittin 44a 76b; Jebamor 64a 112a; Ketubot 110b lil a 112a; Berachot 57ab. — 63) Z. B. Tanchuma, par. Schelach. — 64) Man braucht nur Estori ha-Parchi's Kastor wa-Fcrach zu vergleichen, und man wird die Unzahl religiöser Handlungen sehen, die aus dem Patriotismus hervorgegangen. Schon Maimuni in seinem Jad ha - Chasaka hat eine große Anzahl von solchen Halacha's zerstreuet in seinem Werke. — 65 a) Das Werk heißt Peat ha-Schulchan, und wurde zu Safet unter MehmedAli im Jahre 1836 in Folio gedruckt. Drucker war derselbe Isr ael b. Abraham Bak (d. h. Baal Kore, wie Schaz-Schelich Zibbur, Kaz-Koherr Zedek, Maz- More Zedeck, Mam-Magid Mescharim), der jetzt eine Druckerei in Jerusalem hat. In diesem Werke stellt der Verfasser Israel Aschkenasi, ein Schüler des Elija Wilna, zuerst die Hilchot Erez Jisrael in 3 Kapiteln und 30 -J- 26 -f- 20 Paragraphen zusammen, die sich bei Maimuni in seinem Jod verstreuet finden, mit reichlichen Zusätzen, gezogen aus Tosifta und Jeruschalmi,. durchflochten. Dann kommen die erwähnten Halacha's aus dem Seder Sera im, ebenfalls in der Weise des Schulchan Aruch, zu dessen Ergänzung es geschrieben, angeordnet. Zu diesem Texte ist nun ein weitläufiger von großer Gelehrsamkeit und Belesenheit strotzender Kommentar unter dem Titel Bet Jisrael beigegeben. — 65 b) Die Drucker der Talmudausgabe von Frkf. a. M. 1711—1723 haben diesen Traktat noch gehabt und haben versprochen ihn mit in ihrer Ausgabe aufzunehmen, allein sie hielten nicht Wort. Der Traktat war demnach wenigstens im Anfänge des 18. Jahrhunderts noch da. (Fortsetzung folgt.)