Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1851-03-08 · Heft 10 (8.3.1851) · p. Seite 147-148

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 10 (8.3.1851)
Date
1851-03-08
Page
Seite 147-148 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2360092-2360688-2360706--7328-3536299
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

148 147 Entstehung des apokryph. Esra. sammenstellung abgerissener Stücke aus fertigen Büchern bezeichnet werden soll; noch,,unItitifdylr, da es in einigen Punkten kritischer ist als die kan. BB., indem es Neh. Kap. K [unb 9] an der offenbar richtigen Stelle und Neh. Denkschrift rein von Einschiebseln hatte; ebenso ist in einigen Einzelheiten der Text richtiger als in den kan. Büchern?^ 6) Aus Nehemias Denkschrift hatte der Redaktor alle Stellen über Sanballat und seine Genoffen, oder, zuweilen nur diese Namen weggelassen, weil er diesen Sanballat mit dem Erbauer des samaritamschen Tempels für identisch und daher dessen Erwähnung in Neh. Zeit für einen Irrthum hielt. 7) Der Ursprung des apokr. Stückes ist nicht zu ermitteln; verfaßt ist es vermutlich vom Redaktor selbst; Wahrheit kann es nur in sehr geringem Maaße enthalten. 8) Höchstwahrscheinlich wegen des apokr. Stückes ist von dem Redaktor eine Stelle des B. Esra versetzt worden. Die Art wie jenes eingelegt ist, ist in sich selbst widersprechend, zeugt aber für die Treue des Redaktors, der nichts wegge- Lassen, sondern nur hier und da umgestellt und zugesetzt zu haben scheint. Nur in Neh. Denkschrift, als einer Privatschrift, glaubte er wohl eher.auslaffen zu dürfen. 9) Ein muthmaßlicher Plan des E. A. ist im vorigen §. angegeben, daß der jetzige Anfang der richtige sei. 10) Ob im E. A. die Sprache der Quellen beibehalten oder das Hebr. ins Chald. übersetzt war, ist nicht zu ermitteln, ebensowenig in welcher von diesen Sprachen das cipokc. Stück verfaft war. 11) Die griechische Uebersetzung ist frei, aber keineswegs untreu oder willkürlich. In Vergleich zn andern griechischen Versionen ist sie in Hinsicht auf die Sprache sehr gut. 12) Verglichen mit den kanon. BB. bietet sie eine außcrodentliche Menge von Abweichungen. Wie viel davon Freiheit des Uebersetzers ist, wieviel auf Rechnung des Redaktors oder auf alte Varianten in den Quellen (oder möglicherweise auf die doppelte Übersetzung erst ins Chald. dann ins Griech.) kommt, ist in vielen einzelnen Fällen schwer zu entscheiden. Nur soviel ist gewiß, daß schon die vom Redaktor benutzten Quellenhandschriften von dem in den kanon. BB. enthaltenen Texte, resp. dem masoretischen, mannigfach abwichen. 13) Iosefus hat den griech. E. A. benutzt und zwar mit gänzlicher Vernachlässigung der kanon. BB. Esra-Nehemia. Aus ihm konnte und mußte gefolgert werden, was f\d> über den verlornen Lheil des E. A. sagen läßt. 40!) Vgl. tz. 5. Anm. 188; ferner die Interpolation in Neh. 8, 9. In den Nachträgen werden wir noch einiges dahin Gehörige aus Trend, beibringen. Werth, giebt S. 1013 Anm. 2 an, die Stelle IV, 43 verdiene von E. 5, 1. 2. den Vorzug, cs muß aber ln den Zahlen ein Druckfehler sein, obgleich es de Wette so nachschrcibt. Auch Herz st, der das Buch eine „ganz unkritische Kompilation" nennt (S. 309) sagt, daß einzelne Stellen dem kanonischen Texte vorzuziehen seien (S. 323). , ■ Ueber die kanon. BB. ergab sich aus unfern Untersuchungen und Vergleichung mit dem E. A. Folgendes: Buch Esra. Grundbestaridth eile, ' gleichzeitige Aufzeichnungen: Kap. 2 — RemigranLenliste; Kap. 4, 7. ^genauer V. 11) bis 6, 18 chaldäische Urkundensammlung und GefchichSserzählung; vielleicht ist 4, 11—23 nicht dazu, sondern in Esra's Zeit gehörig. Kap. 7, 1 (oder 11) bis 9, 15 — Esra's Denkschrift. Auch über den Inhalt von Kap. 1 und 3, 1—4, 6 müssen Aufzeichnungen Vorgelegen Habens Bearb ei tu ng durch den Sammler (und Lheilwrise ' Vers.) der Chronik „der Chronisten": Gestattung des ersten /Theiles (Kap. 1—6) wie er jetzt vorliegt; Hinzufügung -von; [ 7, 1—10] Kap. 10 und Neh. 7, 73 bis 8, 18 [9, 37] zu Esras Denkschrift. Verbindung des Ganzen mit der Chronik. So benutzte E. A. das Buch. Buch Nehemia: Gr u n d be st and t h eil e: Denkschrift Nehemias 1, 1—7, 5 und 6—72; 11, 1. 2; 12, 27— 44 [46]; 13, 4—31; vielleicht gehörte auch 1k, 3—12, 25 dazu. Anderes älteres Dokument, nicht später als .in Neh. Zeit gehörig, Kap. entweder schon mit 8—9 verbunden, aber nicht durch den Chronisten, oder erst vom Redaktor.des Neh. dahin gestellt. : Bearbeitung: Erweiterung auf seine jetzige Gestalt, Einschaltung der vom Schlüsse von Chronik-Esra genommenen Kapp. 8—9. Interpolationen in 8, 9 (10, 2?) vor der Redaktion,^im 12. Kap. und im 11. vielleicht vom Redaktor selbst (in 12, 36» D^s Buch Nehemia ist nicht vom Chronisten redigirt, wohl aber scheint dessen Red. sein Werk an Chron. Esra angehängt und in der Chronik Einiges überarbeitet zu haben; vielleicht rührt 1 Chr. 1—9 erst von ihm her. Was sich über das Zeitalter dieser kan. BB. und des E. A. aus unfern Untersuchungen ermitteln läßt, ist im vorigen §. zusammengestellt. lieber einige Kunstausdrücke der spatern hebräischen Poesie in der manrisch-spanischen Periode. Wie die neuhebräische Poesie des maurisch-spanischen Zeitalters sich durch ihr lebendiges Kolorit vor den spätem Produktionen jüdischer Belletristik vortheilhaft auszeichnet, so auch durch die Mannigfaltigkeit ihrer Formen. Es ist hier der Ort nicht, den Unterschied beider auseinanderzusetzen, diese Auseinandersetzung dürste leicht die Grenzen eines Journal-Artikels überschreiten.. Hier begnügen wir uns mit der Bemerkung, daß bie poetischen Erzeugnisse der alten jüdischspanischen Dichter, wie S a l o m o I b n G e b i r o!, I e h u d a 402) Daß 3, k—4, 6 nur Auszug fei, hat Ewald S. 144 mit Grund behauptet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.