Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1851)
- Date
- 1851-03-01
- Page
- Seite 129-130 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Zwölfter Das Abonnement auf ein Jahr ist 3 Lhlr. 20 N gr. Man abonnirt bei allen Postämtern und allen Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. J«ll«s F»rS. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheint wöchentlich ein Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. Leipzig, den 1. März. 1851. Inhalt. Kr itiken- Kurze Übersichten. Abraham ben Dävids Emuna R.qma von Dr. I. Gugenhekmer. Angezeigt vom Red. — Saadja aber den jüd. Kalender. Von S. D. Luzzatto. (Schluß). — Entstehung des Esra Apokryphus. Von Rabbiner Lreuensels. (Forts.) — Forts, der Nachr. über Jbn G^anüch. Vom Red. — Literarische Analekte^. Vom Red. Ankündigungen Kurze Ileberfichterr. Zur Mischen ReUgionSphrlosophre. Die Religions-Philosophie des R. Abraham beü David Ha-Lewi nach dessen noch ungedrnckter Schrift Emuna Ra m a. (nui hMn) , in ihrem inneru und historischen Zusammenhänge entwickelt von Dr. Jos. Gu genheimer, Rabbrnats-Candidat. Augsburg, 1850, v." Jenisch u. Stage. Freunde der jüdischen Retigkonsphilosophie haben oft den Wunsch ausgesprochen, daß junge dem Rabbinenthum siö) widmende Leute in speeiellen Monographien gewisse Gegenstände dieser zum philosophischen und geschichtlichen Verständniß des Iudenthums nöthigen Disciplin bearbeiten mögen, sei es als Promotionsschriften, da nun einmal jeder neue Rabbiner Dr. philos. sein will und soll, oder als kleine literarische Erzeugnisse, wodurch sie sich überhaupt bekannt machen wollen. Nur auf diesem Wege ist es möglich, die schwache Pflanzung der jüdisch-literarischen Kultur, die etwa ein Dutzend Individuen in nachhaltiger Begeisterung hegen und pflegen, trotz den Wechselfällen der Zeit und der Schutzlosigkeit seitens der Regierungen und der jüdischen Börsenpriester zu erhalten und zu größerem Gedeihen zu führen; denn die Anzahl der Rabbiriats-Candidaten und der Adspiranten auf gute Rabbinatspfründen wird natürlich immer gar nicht klein sein. So lange wir keine Prüftmgsbehörde für Rabbiner und Lehrer haben, bleibt ja dem Vorstande und den Gemeinden überhaupt kein anderes Mittel zur Beurtheilung der Befähigungsgrade solcher Adspiranten als ihre geistigen Erzeugnisse auf dem Gebiete des Rabbinismus, und es ist hinlänglich bekannt, wie oft Vorstände und Gemeinde es bereut, wenn sie sich durch zur Schau getragene Orthodoxie, durch schauspielerische momentane Wirkung eines Zungenfertigen haben täuschen lassen. Es scheint aber, daß dieser Wunsch noch lange unerfüllt bleiben wird, da die große Mehrheit der begründeten Rabbiner, die eben nur entweder durch die Kunst als Zungendrescher, oder durch eine versteckte Maske der Orthodoxie oder durch Nepotismus und andere Intriguen zu ihrem Amte gekommen, es nicht gern sehen, daß die Jungen die Alten beschämen sollten. — In diesem Gedanken schon schien es mir höchst lobenswerth, daß der junge Rabbmats-Candidat Hr. G. einen andern Weg eingeschlagen, der ebenso wahr und richtig als ehrenvoll ist, und sein Vater, der Distrikts-Rabbiner Aron Gugenheimer in Kriegshaber, wird sich gewiß freuen, feinen Sohn zum Rabbinenthume aus einem Wege sich vordersten zu sehen, der für unsere Zeit am Angemessensten ist, durch ein literarisches Erzeugniß für die Doktor-Promotion zugleich ein Zeugniß für die philosophische Auffassung des Iudenthums öffentlich , ablegend, da wir nun einmal eine ermächtigte Prüfungsbehörde nicht besitzen. Hr. G. wählte sich zur Aufgabe, das in einem alten berühmten jüdischen Werke medergelegte religionsphilosophische System darzustellen, .und zwar eines Werkes, das, well es selten und nur in Handschriften-Sammlungen verborgen ist, kaum bis jetzt in der Bibliograph einen Platz gefunden hat. Dieses Werk ist das handschriftliche JlMöK HEn voa Abraham ben David ha-Lewi in Toledo, welches unseren Hrn. G. in einer HS. der.Münchner Bibliothek (evü. llebr. 201. 41 Vorgelegen Hat, nachdem ihm noch der Oberrabbiner. in. Rom, Hr. Z. M. Hazan, über die 9