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Der Orient · 1851-02-15 · Heft 7 (15.2.1851) · p. Seite 97-98

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 7 (15.2.1851)
Date
1851-02-15
Page
Seite 97-98 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Zwölfter für Jahrgang. — Mische Geschichte und Literatur. — Das Abonnement auf ein Jahr ist 3 Thlr. 20Ngr. Manabonnirt Herausgegeben Von dieser Zeitschrift erscheint wöchentlich ein Bogen, und Fwar bei allen Postämtern und allen Buchhandvon an jedem Sonnabend regelmäßig. lungen auf ein Jahr. Dr. Julius Fürst. Leipzig, dm 15. Februar. 1851« Inhalt. Kritiken. Kurze Uebersi'chten. Moral und Politik von L. R. Landau. BeurLheilL von M. B. Friedenthal. (Forts.) — Studien. Saadja u6«t den jüd. Kalender von S. D. Luzzatto. — Entstehung des Esra Apokryphus. Von Rabbiner Lreuenfelö. —- Literarische Analekten. lieber einige untergeschobene Werke des Aristoteles. Von L e o p. Dukes. — Mittheilungen aus der Gegenwart. — Ankündigungen. Kurze Ueberfichten. Moral und Politik, oder Versuch über das Prinzip der Sittlichkeit und dessen Anwendung in den Staatsangelegenheiten u. s. w. von L. R. Landau. Pesth, 1848, 8. (Fortsetzung.) Es ist daher auffallend, daß wir im Mittelalter von offenbarungsgläubigen Völkern wider die Vorschriften des alter, Testamentes durch Grund besondrer Gesetze nicht allein als Fremdlinge behandelt, sondern uns-sogar die wahren Menschenrechte durch Beschränkungen jeder Art entzogen wurden.— Dann wollen wir auch nicht unerwähnt Lassen, was wir auch bereits in einer besonderen Schrift gegeben, welch' hohen Werth die Arbeit und Thätigkeic im göttlichen Staate hatte. Als Ideal leuchtet uns besonders der dritte Erzvater Jakob vor. Wenn Abraham und Isaak als geborene Fürsten und Emire, die in Ueberfluß und Unmäßigkeit hätten leben können, als Vorbilder für höhere Klassen dienen, so ist Jakob ein Ideal für gewöhnliche Bürger, die sich während ihres Lebens um ihre Nahrung kümmern und den Mühen um Erhaltung des Lebens sich hingeben müssen. Er spricht sich auch vor Pharao aus: „Wenig und betrübt waren die Lage meiner Lebensjahre" Gn. 47, 9, und seiner kummervollen Lage schreibt er seine kürzere Lebenszeit zu, indem er sagt: „Meine Lebensjahre reichen nicht an die Tage der Lebensjahre meiner Vater." Die Thätigkeit und der Fleiß Jakobs sind wahrlich im höchsten Grade als glänzendes biblisches Vorbild zu betrachten; seine emsige und unermüdete Ausdauer bei angestrengter Arbeit wahrhaft bewundrungswerth. Mit Anstrengung aller Kräfte, mit Aufwand von Zeit beharrte er in seinem thätigen Dienste, er hörte nie auf mit seiner Heerde sich zu beschäftigen, um ihr einen höhern Grad von Vollkommenheit zu geben. Er sagte in rührenden Worten: „Was ist mein Verbrechen, was mein Vergehen, daß du mich verfolgst. —Nunmehr 20 Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und deine Ziegen haben nicht fehlgeworfen und die Widder deiner Heerde habe ich nicht gegessen, was zerissen war brachte ich dir nicht, ich mußte es büßen. Von meiner Hand fordertest du es, es mochte gestohlen sein bei Tag, oder gestohlen bei Nacht. War es bei Tag, so verzehrte mich die Hitze und bei Nacht der Frost; es floh der Schlaf von meinem Auge." Der Psalmist spricht: 128, 2. „Nährst du dich von deiner Hände Arbeit, dann wohl dir, du hast es gut." Die Tradition fügt hinzu: „Jedes Handwerk mußt du in Ehren halten, es ehret den Meister." Maimuni, den Talmudspruch dolmetschend, sagt: „Wohl dem, der von seiner Hände Arbeit sich zu ernähren sucht." Das war auch von jeher die Sitle aller Erwählten und Geweihten; denn nur auf diesem Wege^kann der Mensch zur zeitlichen und ewigen Glückseligkeit gelangen. Die heiligen Bücher sagen daher: „Der Träge stirbt in seiner Lässigkeit, denn an schaffen wollen seine Hände nicht." Spr. 2t, 25. Ben-Sira fügt hinzu: „Müßiggang ist aller Laster Anfang." Die Tradition sagt: „Durch Arbeit und Bewegung der Glieder erhält man den Körper in seinem ^gesunden Zustande." Die Sprüchwörter der Väter bemerken: „Wie das Gesetz als Bündniß eingesetzt wurde, so auch die Beschäftigung." 7

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