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Der Orient · 1851-01-25 · Heft 4 (25.1.1851) · p. Seite 49-50

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 4 (25.1.1851)
Date
1851-01-25
Page
Seite 49-50 (sequence 1)
Language
German
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Vi!.v*5> Berichte, Studien und Kritiken Zwölfter Das Abonnement auf ein Jahr ist 3 Thlr. 20 Ngr. Man abonnirt bei allen Postämtern und allen Buchhandlungen auf ein Jahr. firr jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheint wöchentlich ein Dogen, und zwar au jedem Sonnabend regelmäßig. M /fl Leipzig, den 25. Januar 1851. - - =het== Inhalt. Kurze U ebersichten. Moral u. Politik v. Lindau. Von Friedenthal. — Studien. Konstruktion der kanonischen Bücher Esra-Nehenna. .Von Rab. Treuenfels. — Nachricht über Abu'l-Walid Merwün 2bn G^anäch w. von S. Munk, übers, von Jul. Fürst. — Literarische Miscellen. '— Mirtheilungen aus der Gegenwart. Kurze Uebersichten. Moral und Politik, oder Versuch über das Prinzip der Sittlichkeit und dessen Anwendung in den Staatsangelegenheiten u. s. w. von L. R. Landau. Pchh, 1848, 8. (Fortsetzung.) Unsere spanischen und orientalischen Gelehrten des Mittelalters haben bei ihren unschätzbaren Verdiensten dennoch dem Iudenrhume keinen besonderen Dienst geleistet, als sie dies auf Forschungen der Griechen und Araber stützten. Die strenge Ordnung in Hinsicht der Bildung der Begriffe, von Aristoteles und Jbn Raschd abgelernt, giebt noch keinen Beweis von ihrer Wahrheit. Daher hat der zweite Theil des More Nebuchim') von M a imuni nur in historischer Hinsicht seinen Werth; er hat aber aufgehört ein Leiter zur Erklärung der Genesis der Philosophie zu sein. Die darin angeführten Hypothesen sind längst widerlegt. Die von Saadja Gaon und Bachja aufgestellten Beweise über das Dasein Gottes sind wie Spreu von Kant vernichtet worden. Die Offenbarung hat jedoch ihre eigene Philosophie. Liebe und Gerechtigkeit, durch die Vernunft erkennbare Attribute der Gottheit, geben uns die unmittelbare Erkenntnis; von Gott; denn sie sind dem Wechsel der Zeit gleich jenen Hypothesen der Griechen nicht unterworfen. Selbst die Macht der Universalherrscher und Welteroberer konnte uns diese nicht *) Wogegen der erste Theil ein unentbehrliches Handbuch für jeden Forscher des alten Testamentes ist. rauben. Jahrtausende sind in den Abgrund der Ewigkeit gestürzt, vor und in denen sie sich ausgesprochen haben, und wir finden sie jetzt wieder, sie bleiben stets die nämlichen, beide beurkunden unsre Verwandtschaft mit Gott, beide versprechen uns auf die zuverlässigste Art Unsterblichkeit. Die Beschaffenheit der Völker, unter denen sich noch ein großer Theil in unentwickeltem Zustande befindet, die inneren Zustände der cioilisi'rten Staaten, in denen noch von Zeit zu Zeit Verbrechen auftauchen, und die Beschaffenheit der äußeren Natur, in der nicht die Milde allein vorwaltend ist, und sogar oft scheint, daß die Strasruthe Gottes sich über die Erde schwingt, bestärken uns in unsrem Glauben, daß der Beherrscher der Natur mit Gerechtigkeit und Liebe regiert und daß in diesem Doppelglcise die Weltregierung zu denken, ist. Es ist also die vorzügliche Aufgabe an die edle Menschheit gerichtet, um Gottähnlichkeit auch darin zu erstreben, auf gleiche Weise Liebe und Gerechtigkeit auszuüben. Daher sagt Jeremias 9, 23: „Wer sich rühmen will mich zu kennen, daß ich der Ewige bin, der Gnade (Liebe), Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden rc., denn an solchen habe ich Lust, spricht der Ewige. . Der Psalmist sagt 33, 5: „Er liebet Milde und Gerechtigkeit, von des Ewigen Gnade ist voll die Erde," und 89, 15: „Recht und Gerechtigkeit ist eines Thrones Grundlage, Gnade und Treue stehen vor deinem Antlitze-" So heißt es Gen. 18, 19: „Daß er (Abraham) seinen Söhnen gebiete, den Weg des Ewigen zu halten, Milde uud Recht auszuüben uJ* 4

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