Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1851)
- Date
- 1851-01-11
- Page
- Seite 31-32 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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13 32 Schriften für die jüdische Schule. - sich kn Präparationsbücherrr vorstellen, nämlich.neben üHTJ Dnn^ von Arnheim (Glogau, 1843) und den hier im Oriente erwähnten Präparationsbüchern von Nathan und Wiener, verdient vorliegendes entschieden den Vorrang, da es im Ganzen mit den vorhandenen grammatischen und lexikalischen Hilfsmitteln Hand in Hand geht und keineswegs wie jene aller wissenschaftlichen Methode Hohn spricht. In einer Reeension des W ien er'schen Präparrtionsbuches am Schluffe des vorigen Jahres hat Hr. Dr. Ph. Ehrenbetg sehr richtig -den wissenschaftlichen Standpunkt bezeichnet, nach welchem solche Hilfsbücher gemacht werden müssen und Hr. Liebrecht erfüllt diesen Wunsch insoweit vollkommen, als er von vorn herein nach keiner andern Methode arbeiten wollte und ich empfehle daher dieses Präparationsbuch den Lesern der jüdischen Schule zur Prüfung und dann zur Einführung, wenn überhaupt solche Hilfsbücher einmal nöthig sind, da auch überdies der Preis sehr gering ist. Freilich ist es noch eine Hauptfrage, ob für die jüdische Schule dergleichen Hilfsmittel überhaupt nöthig sind und ob es nicht viel besser ist, nach einem kurzen grammatischen Unterricht den Knaben sogleich lieber ein Wörterbuch in die Hand zu geben; denn wenn dieser Weg in Schulen, sei es aus Fahrlässigkeit oder aus Unkunde der Lehrer, noch nicht versucht wurde, so hat er sich doch schon vielfach im Einzelnen als richtig bewährt. So Lange jedoch, wie gesagt, dergleichen Hilfsbücher als nöthig erachtet werden, können wir vorliegendes Büchlein des Hrn. L. den jüdischen Schulen "empfehlen. Wir dürfen es aber hier auch nicht verschweigen, daß Hr. L. über den Standpunkt von Gesenius, nach seinem Wörterbuche von 1834, und ebenso auch m Bezug auf die Grammatik, nicht hinausgekommen, und daß daher diese Präparation, wenn auch relativ zu den andern Produkten dieser Art besser ist, doch in Rücksicht auf die Wissenschaft leider nicht die bessern Schriften über die hebräische Sprache eingesehen hat. . Zum Beleg wähle ich gleich die ersten Zeilen des Buches. Es heißt da: von B/fcCT m. Kopf (rp"/ Bildungssilbe) f. Anfang." Aber rWfcO kann nicht von gebildet sein, sondern von einer alten Form für die noch in dem Buchstaben-Namen sich finden (s. Fürst's Schulwörterbuch rc. Lerpz. Karl Lauchnitz S. 525). „frTp erschaffen" aber das heißt eigentlich: bilden, formen, gestalten (id. S. 99). Bei hätte müssen angemerkl sein, daß der Singulargebrauch erst später und poetisch ist. „HK der, die, das"; diese Angabe verleitet aber blos. Es hätte heißen müssen, daß der Pronominalstamm nk sich in abschleift und vor Makkef HK wirdz er bedeutet eig. selbst, ipse, ist also hinweisendes Pronomen und wird erst dann als Akufativzeichen gebraucht. Der pl. Cvßü/ pom sing, vp# Höhe, heißt eig. die Höhen, übertr. Himmel (id. 599). Bei hä'Ete die eig. Bedeutung Festland umfoeher genommen werden sollen, als sie gerade hier paßt. Bei hätte angemerkt sein Müssen, daß dessen sg. gelautet und sich Verlag von C. K. Fritzsche. Mittheilungen aus der Gegenwart. in dem Eigennamen ^iOJD (Angesicht Gottes) findet. Gewiß'würde Hr. L., wenn er auf diesem Felde noch weiter thätig sein sollte, auch neuere Werke benutzen. Die Ausstattung ist sehr gefällig und schön. Mittheilungen aus der Gegenwart. Stockholm. Die Ritterschaft hat aus unserem Landtage die Emancipationöfcage auf die Tagesordnung gebracht und man erwartet den endlichen Abschluß dieser Sach«. R om. Wie lange vor dem März 1848 übt sich die unduldsame Pn'esterpartei in allerlei Vexationen der Israeliten und die Zeitungen bringen einzelne Züge derselben, die man schon aus früherer Zeit kennt. Berlin. Dr. Sachs ist noch unschlüssig, ob er nach Frankfurt a. M. gehen soll, zumal man ihm einen größeren Gehalt zu geben willens ist; in kcmem Falle aber denkt Berlin daran, diese Stelle zu besehen, noch weniger, daß man Anträge an Jemanden gemacht, wie die W. Bl. irrig berichten. Pefth. Unter dem Vorsitze des Herrn Koller haben auch hier die Berathungen wegen Verwendung des israelitischen Schulfonds den 18. Decbr. v. I. ihren Anfang genommen. Die Herren Kassowitz, Kern und Dr.Löblin sind bei dieser Berathung. Der Schulfond ist die bekannte Million Gulden. Wien. Vom 1. Januar 1851 ab tritt bei der israelitischen Gemeinde hier eine neue Leichentaxordnung ein. Die Laxen — alles Dahingehörige mitgerechnet — sind 250, 150, 80 und 40 fl., also in 4 Claffen gebracht und dabei soll auch eine bessere Ordnung gehandhabt werden. Rom. Rothschild hat seinen Agenten hier beauftragt, für die Erleichterung der Lage der Israeliten in der Weltstadt Schritte zu thun. Die Negierung soll zu Verbesserungen geneigt sein. Breslau. Die zwei Religionsschulen hier, die Tiktmsche und die Geigcrssche sind beide im Verfall; auch hier wo der Haß so groß unv die Versöhnlichkeit so gering war, hat der Jndifferentismus seinen Lhron ausgeschlagen. Berlin. Dr. Sachs bleibt in Berlin, da die Gemeinde 30,000 Lhalec zu einem Fond sammelt,, wodurch seine Familie sicher gestellt wird. — Zunz, Dr Sachs und Sch. Sachs halten Vorlesungen in einem Vereine über jüdische Literatur. Prag. Der Kampf um den Anschluß der Iosefstadt, namentlich von Seiten der CzechemPartei mit großem Judenfemdlichkeit betrieben, dauert fort. — Von der Synode ist noch nichts Erhebliches bekannt. Druck von I. H. Nagel.