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Der Orient · 1850-12-28 · Heft 52 (28.12.1850) · p. Seite 205

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 52 (28.12.1850)
Date
1850-12-28
Page
Seite 205 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Elfter Das Abonnment auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern unv allen solide Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte mck Literatur. Herausgegeben von Df. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblart mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 28. Deccmber l§50t Inhalt. Eia Wort an die Leser. — Deutschland. Aus Sachsen. Die Regierung und die Minister zu der Frage der Gleichstellung in der Kammer. Der Protest. Leipzig. Die kräftige Verwahrung der Dresdner Gemeinde. — Oesterreich. Prag. Traurige Zustande und Verwirrung über die Notabeln-Versainrnlnng. Die Kolli »er unsinnige Opposition. — LB« d. Or. - Gin Wort an die Leser. Bei Abschluß des elfte» Jahrganges meines Zcitblattcs „Orient" treibt cs mich, an die geehrten Leser und Freunde dieser Zeitung ein ernstes Wort zn richten. Nach elf Jahren ununterbrochener Thatigkcit und Mühen, für jüdisches Schriftthum und Wissen wie für die geschichtlichen Bcgcgnisse der Jndcnhcit einen Sprcchsaal im „Orient" zu begründen und zn erhalten: nach so vieljährigen Opfern an Geld, Zeit und Kraft, um dem borg-steckten Ziele nachzustrcben: ist cs mir doch nicht gelungen, einen großen jüdischen Leserkreis für den „Orient" zu finden, ungeachtet dieser als einziges Organ für das jüdische Schriftthum dasteht, und weder in Deutschland, noch in Frankreich, England und Italien einer Konkurrenz begegnet, und obgleich alle Parteien und Schattirungeu, jüdische und christliche Literatorcn, insoweit sic der Inhalt jüdischer Studien berührt, der Fiihrungdes Blattes alle Achtung und Anerkennung zollen. Bei so thatsächlichcr geringer Thcil,lähme, gleichviel ob sie ans Mißachtung der jüdischen Literatur oder ans Jndiffercntismuö, ans Unkunde der eigenen Geschichte u. st w. entstanden, war ich gesonnen, dieses Schlußwort znnl Abschi'edögrnßc zu machen, und so eine Bildnngsschule anfzngcben, für die gcgeinvärti'g noch die C'mpfiinglichkeit fehlt; allein auf Anrüthen einiger Freunde der jüdischen Literatur ließ ich mich bereitwillig finden, mit Daransctznng von Zeit und Kraft und ohne die geringste Schadloshaltung noch ferner dem Anbau der jüdischen Literatur ein Opfer zn bringen, und das Blatt ferner mit Ausscheidung des minder wichtigen erscheinen zu lassen. Das Lüeratnrblatt, welches immer der Schwerpunkt des Blattes war, soll, wie bis jetzt, womöglich in besserer Auswahl der Aufsätze, fortgchen, das Hauptblatt hingegen, dessen Inhalt durch den Umschwung der Zeit voll geringer Bedeutung gelvordcn, und der ohnehin auch von den politischen Zeitblärtcrn berücksichtigt wird, möge nun ganz wegblcibcn. Der Hauptinhalt der Ercigrn'sse in Sachen der Jndcnhcit sollen jedoch in kurzen resumircnden Notizen jedesmal dcnr Litcratnrblatte beigegebcn werden. Im Na;ncn der jüdischen Wisseilschast richte ich die Bitte cm die Freunde des „Orient", ihm nicht nur Leser, sondern auch Gönner und Abnehmer verschaffen zn wollen, damit sein Bestand möglich wird. Die politisch-bürgerliche Freiheit Israels sollte nicht mit der geistigen Knechtschaft ei »getauscht werden, welche die Unkcnntniß der eigenen Vergangenheit und des eigenen geistigen Lebens stets bringt! Leipzig, im Deccmber 1850. * Die Redaktion.

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