Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1850-12-21 · Heft 51 (21.12.1850) · p. Seite 204

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 51 (21.12.1850)
Date
1850-12-21
Page
Seite 204 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2360092-2360634-2360686--7234-3536188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

204 genug dazu. Hr. Dr. P k n k a S meint, daß man doch nicht genau bestimmen könne, vb sie mehr oder weniger zu zahlen hätten , daher solle man die Mitte wählen. Hierauf sprach Herk Trojan, ein Redner, der sich in dieser Angelegenheit noch nicht vernehmen ließ, von dem aber Israel kaum jemals seine Erlösung zu hoffen gehabt hätte, daß er den Antrag des Dr. P i n ka ö unterstützen müsse, denn als Sachwalter eines fremden Vermögens müssen wir gerecht und genau sein. Diesem fetzte noch Hr. Dr. Pinkas zu,' daß er seinen Antrag nicht zum Werkzeug einer Parteilichkeit machen, sondern daß er nur sein Gewissen verwahren-wolle. Doch auch wir wollen uns gegen einen Vorwurf der Leser dieser Blätter verwahren, daß. sie nicht sagen, unser Bericht habe sie durch kalte Aufzählung der Details gelangweilt. Wir erwähnen also im Kurzen. noch das Vorzüglichste der Sitzung. Dr. Merolt sucht darzuthnn, daß eine gerichtliche Schätzung keine gewissenhaften Resultate liefern werde. . Nady meinte gar, man solle erst die öffentliche Meinung befragen, 'ob ein Anschluß vor sich gehen soll. Armer Herr Nadyl . Demzufolge hätte das Gesetzgar nichts zu bestimmen. Aber auch anderseits müssen, wir Sie beklagen, weil wir überzeugt sind, daß der gebildetere Theit — wir wollen nicht einmal sagen, der bessere Theil der' Bürgerschaft, ihnen dafür nicht Dank wissen wird, wenn Sic sagen: die Bürgerschaft (denn nur dieser Theil der öffentlichen Meinung hat darein zu reden) sei nicht genügend aufgeklärt, und meinen, das St. V. (£. habe das Gesetz des Anschlusses gemacht. Er (Rady) besitze zwar zu viel (!) Literaliät (!!), um diesen Gegenstalld aus der Mitte des St. V. C. zu stoßen (wir danken bestens.!), allein er trage an, diesen Gegenstand zu vertagen. Besteht pcf; ad calendas graecas; doch das versteht vielleicht Herr Nady nicht. Auch Herr Pros. Arlt verwahrte die Bürgerschaft vor einem ähnlichen Vorwurf, um ffo mehr, da sie 1848 Gleichstellung verlangte. Ferner sprachen noch für die Sache mit warmen Eifer die Herren Haase, Bürgermeister-Stellvertreter, Dr. Haase, Stadtrath, Dr. Worowka. Stadtrath, u. m. a. Nach allen diesen ließ sich Herr Rady noch einmal hören, er spreche-, sagte er, aus Ueberzengnng und berücksichtige dir Verhältnisse und den Gcschmack des Publikums: ,,es gontirt jetzt nicht dem Publikum.^ Wir wußten freilich nicht, daß der Anschluß eine Geschmackssache des Publikums sei, sondern hieltell ihn für eine Ehren- und Rechtssache der Bürgerschaft. Herr Rady erwartet wahrscheinlich für seinen Ausspruch eine Dankadresse von Seite seines Publikums, denn er eitirte zu diesem Behufe noch etwas von den mährischen Gemeindeverhältnissen, und bemerkte auch, daß ihn der klägliche Zustand . Verlag von C. L. Fcitzsche. der Verhältnisse der Joseph slädter Bewohnervorn Anschluß zurückhalte, denn von den 8000 Bewohnern können sich nur 2000 erhalten und 6000 würden nach dem neuen Gemeindegosetze der Stadt zur Unterstützung anheimfall'en. Wir bemerken blos, daß sein Antrag zur Vertagung nur mit 16 Stimmen unterstützt wurde. Der Antrag des Hrn. Haase, daß das St. V. E. kompetent sei, über.die Summe zu berathen, wurde mit 43 gegen 20 Stimmen angenommen; hingegen wurde kcr Antrag des Dr. Pinkas: daß die Feststellung der Ziffer durch gerichtliche Schätzung des Gemeindevermögens und durch die neue Volkszählung bewerkstelligt werden soll, mit 42 Stimmen gegen 21 verworfen. Nachdem nun Brauner einige Worte gesprochen, die Ziffer dennoch dem Ministerium zu überlassen, was nach solchen Beschlüssen aus dom Mnnde eines Juristen etwas sonderbar klang, erklärte der Herr Bürgermeister wegen vorgerückter Zeit die Sitzung für aufgehoben, und ersuchte zur nächsten Sitzung, wo die Spezialitäteu dieses Gegenstandes verhandelt werden', zahlreich zu erscheinen. Personalchronik und Miscelle». Leipzig. In der sächsischen Kammer macht sich nun wie vor dem März die alte Geschwätzigkeit über die Juden breit. Zünfte, Krämerneid und beschränkte Theologen sind die drei im Bunde. , * « ' » Alls Galizien.. Der ChasidismuS sucht nun in dieser, ohnehin schon sehr finstern Provinz sich auözubreiten. Für den verstorbenen Vorführer zu Suda Gora ist nun ein anderer aufgetaucht, der Basier, dem die Orthodoxen sich. zuwenden. * * * Magd cb nrg. Der Rirl'biiicr Dr. P h ilippsc» wücdc zun. Ge»,eindrrath gewählt. * * * Frankfurt a. M. Dr. Sachs als Rabbiner der Rothschild'scheri Schule erhält 4000, Fl. rheinisch Gehalt. * , * * C a sa l e. Der Rabbiner zu Casale fordert auf zu einen: allgemeinem Rabbiner-Koncil und im Aufrufe wird geltend gemacht, daß eine Reform deSJndenthums nothig sei. Druck von I. H. N ag e l.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.