Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 51 (21.12.1850)
- Date
- 1850-12-21
- Page
- Spalte 805-806 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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806 805' Studien. Abhandlung über Und nun lieber College, .sollst Du erfahren, was in den Preuß-VeNer'sche,n Lehrbuche von Herrn I, N. — wir wissen nicht, ob willkürlich oder irrthümlich — übergangen worden ist. Abschnitt I. In Nr. 13 blieb des Satz: „Der Sonn-- tag vor Ostern heißt der Palmsonntag" — Nr. 28 behielt folgende Sätze: „Nicht fern mehr ist die Zeit — wer sollte sich darüber nicht freuen? — daß alle Völker der Erde die Kraft des Evangeliums erfahren werden" und „Freuet Euch — ruft der Apostel Paulas aus — mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden."— Nx 30 behielt den 21. Spruch, welcher lautet: „Christlich übet Edelmuth, wer dem Feinde Gutes thut." Abschnitt 11. Nr 51, Sab 2. „Der Herland sagt: ,,I!)r sollt Rechenschaft ablegen re," und 5 „Rom. 12, 19. Hat Jesus etwa auch wieder gescholten, wenn er gescholten ward? rc." —- Sn dem Gedichte Nr. 55 scheint uns die fünfte, Nr. 58 die vierte und Nr. 110 die dritte Strophe rein christlich zu sein. Abschnitt HI Nr. 134 hat nur für christliche Kinder Intresse, Nr. 135 desgleichen. Jüdische Kinder lassen beide Stücke kalt. — Nr. 165, eine Erzählung vom heil. Vonifacius, hat auch nicht das geringste jüdische Intresse. — Dasselbe gilt von 180, einer Geschichte von einem bekehrten Jünglinge. Am Schlüsse ist sogar von einem„Sankt-Io- Hannes-Glauben" die Rede. Den kennt sein jüdisch Kind. Aus dem Gedichte Nr. 201, hätten Nr. 4 u. 5 wegbleiben können, weil sie vom Sonntag und den Sonnta gsfr enden sprechen. Der Zusammenhang würde dadurch nicht gestört worden sein. Außerdem kommen noch hie und da einige Zitate aus dem Neuen Testamente vor, welche Herr I. N. — da es nur Sittensprüche sind — sehr gut durch Stetten aus dem Alten Testamente hätte ersetzen können. Denn, das steht fest, daß in jenem keine, auf die Moral und die allgemeine Sittlichkeit bezügliche Stellen vorhanden, für deren Inhalt es auch nicht in diesem einen Beleg giebl. Als Zugabefolgt zum Schluffe noch eine (in 9 cnggedruckten Seilen gefaßte) kurze „Geschichte des jüdischen Volkes" für .welche dem Herrn I. N. der Dank unserer CoUegen durchaus nicht versagt werden kann. * * Wittkowo im Dezember 1850. Lo u is W e y l , Lehrer. * 5) Wir werden auf diese Zugabe, weil sie das Wichtigste von Allem, später noch einmal zurückkommen. *) Die Redaktion ihrer Seils warnt die jüdischen Lehrer vor Ankauf dieses mißrathenen Buches, das nur eine beispiellose Beschränktheit und Unfähigkeit für jüdische Schulen bestimmen konnte. Es wäre von Hrn. N. verdienstlicher gewesen, die bereits vorhandenen jiid. Lehrbücher zu benutzen. Ne d. Jbn Ganüch K, von Munk. ' Nachricht über A b u'l-W a t i d M e r w a n I b n ©' a n a ch it n b i'i 6 e r einig e h ebr äischc grammatische'S chriftsteller des zehnten und elften Jahrhunderts. Nebst der Eiulcitung des Kitab el-Lrnna v o n I b n Gau ä ch, a r a b i sch re. von S. Mrrnk. Ans dein Französischen in dein Journal Asiaü([ii;e - (Juli 1850) m's Derttsche übersetzt von . Jul. Fürst.^ (Fortsetzung..) Wie es aber auch sein möge, Isaak Isra'i'lr und Jakob b. Nissim finden sich ausgeschlossenes bleibt uns nichts weiter übrig, als den in Frage stehenden Kommentar dem D un asch a. Temim beizulegm.und dieHandschrift der National - Bibliothek nennt auch als Verfasser A b u - S a h l b. T ein i in;1 der Name Abu - Sahl war ohne Zweifel die Kunja oder der Beiname des Dunasch. Was den zweiten Kommentar unserer Handschrift, welcher dem Luzzatto'schen gleich ist, anlangt, so ist es gewiß, daß er durchaus keinem Zeitgenossen des Saadja angehört und erst nach dem Tode des letztern von einem Verfasser geschrieben wurde, der mit ihm in keinerlei direkter Beziehung gestanden; denn in einer Stelle äußert sich der Verfasser, gegen die Erklärung des Saadja sich aussprechend, in folgenden Ausdrücken: „Der Geist des Saadja elFajjümi'verfällt bei dieser Stelle in Irrthum. Wollte Gott, daß ich gelebt hatte zu seiner Zeit, ich hätte durch ihn einen Fortschritt für mich erzielt und vielleicht hatte er auch von mir einigen Gewinn erhalten. Wenn aber unsere Leiber auch nicht vereinigt waren, so werden doch unsere Seelen eines Tages vereinigt fein."2 Man kann daher diesen Kommentar nicht dem Isaak Israeli, welcher ein Zeitgenosse des Saadja gewesen undder mit ihm in brieflichem Verkehr gestanden, zuschreibcn; übrigens wird Isaak auch in einer Stelle des .Kommentars angeführt. Vielleicht gehört dieser Kommentar dem Jakob b. Nissim; aber man kann in dieser Hinsicht nichts Bestimmtes geben. Da wir .hier gezeigt haben, daß der von de Rosst' dem Jakob b. Nissim zugeschock dem Kommentar kein anderer als der des Dunasch oder Adonim b. .Temim ist, so wird es uns 1) Man liest an der Spitze des Kommentars (sol. 65 t\): D’on p ^nonN Nnpin m^nn p irus1;njn W 2) Die Stelle lautet (HS. FO. n. 160. fo(. 93 v.): sN' nin Dipoa Vr 'Din'sn nnyo pn bzw ‘■grö NHD (k. ->0040.) 1KD/3 * -IW Wpb . TDp .DP NI pte* üb n^nnn üb irnisw dni 4 ’üep ntyin pw Nin imiPSJ rann1 (arab. ,n^). Diese Stelle, nach einer andern hebräischen Uebersetzung, ist angeführt im AB. d. Or. I. c. c. 564 f wie sie sich findet in dem Kommentar des Jakob b. Nissim, das heißt in dem, welchen wir Dunasch zu schreiben. 3) Siehe Kuntras ha-Äiasoret p. 9. 51