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Der Orient · 1850-12-14 · Heft 50 (14.12.1850) · p. Seite 199

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 50 (14.12.1850)
Date
1850-12-14
Page
Seite 199 (sequence 22)
Language
German
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- 199 - Paport, Dr.' Wessely, Prediger Dr. Kämpf und Ernst W ehli. Der Herr Präsident eröffnet die Sitzung mit einer ausgezeichneten Rede und erklärt hieraus die Versammlung für konstituirt. Es wurden die Operate mehrerer Rabbiner und Gemcindevorstände und die daraus geschöpften Vorschläge der k. k. KreiSregierungen verlesen. Herr Präsident erklärt, daß er iin Anträge des Hrn. Statthalters aus all diesen Anträgen dos Geeignetste herausgenommen, und so zusammengestellt habe, daß es als Substrat und Leitfaden für die Verathnngen dienen könne; dieses Operat solle aber keineswegs die volle Freiheit der Berathungen auch nur im geringsten beschranken. Se. Ercellenz der Statthalter haben die Drucklegung dieses Entwurfes angeordnet, 'Damit er an die Mitglieder der Versammlung vertheilt werde. Die Sitzung wurde um 1 Uhr aufgehoben. 2. Sitzung 26. Nvbr. 10 Uhr Vornuttags. Herr Präsident liest den von ihm verfaßten Entwurf. Er eröffnet sodann, daß die gedruckten Exemplare bereits morgen an die Herren Mitglieder werden vertheilt werden; daß ferner zur Ausarbeitung eines der hohen k. k. Statthaltern zu unterbreitenden Statuts ein engerer Ausschuß zu wählen sei, und stellt daher die Frage: ob .diese Wahl sogleich vorgenommen, oder bis zur nächsten Sitzung verschoben werden soll? Die Versammlung entschied sich , ein stimmig für Letzteres, da zur Vornahme eines so' wichtigen Aktes es nothwendig erscheint, daß man sich 1) gegenseitig kennen lernt, 2) mit dem Gegenstände sich besser vertraut macht, und damit war die Sitzung um 1 Uhr geschlossen. Herr Landau richtete noch an den Hm. Präsidenten den Dank der Versammlung für die außerordentliche Mühe, mit welcher er an einem Werke, das das Wohl unserer Nation, die Hebung unserer geistigen und religiösen Interessen zum Zweck hat, seit Monaten arbeitet, was Herr Präsident mit der Versicherung erwiedert, daß er nie ermüden und alle seine Kräfte mit Freuden der Vollendung dieses Bauwerkes widmen wolle. Nächste Sitzung übermorgen. "(W. Bl.) Ans Ungarn, im Nvbr. Auch hier wird es nun endlich mit der Gestaltung der Kultnsangelegenheit vorwärts gehen, wie traurig und unfreundlich die Gegenwart auch noch ist und wie niedergebeugt noch Alles ist. Der erste Schritt auf diesem Gange, die Gründung eines Kultusfonds von einer Million, ist nun insofern gemacht, als diese Summe nun endlich repartirt wurde und da die ersten Zahlungen im nächsten Monat erfolgen müssen, können die Verathnngen über Gründung eineö Lehrer- und Nabbinersenunars bald beginnen. Die Vertheilung der Million geschah nun ui folgender Weise: Die Komi täte: Abanj 13-200 fl., Arad 14,800,, 2(m 6000, Sac$ *22,000, Baranya 8400, Bekes 3300, Bereg 17,000, Bihar 22,000, ©orfob 19,000, Boes 2800, Kvmorn 12,300, Csanab. 5000, Csongrad 4)00, Elsen bürg 25,000, Gran 4800, Gömör 400, Heves 18,600, Hont 1600, Haydnckenstädte 4100,, Jazygien und Kumanien 2000, Krasso 3700, Liptan 5600, Marmaros 19,000, Neograd 14,500, Neutra 37,200, Oedenbnrg 25,090, Pesth, 72,000, Preßburg 80,000, Naab 12,000, Saroö 18,610r Sümegh 11,600/ SzaboleS 44,000, Szathlnar 28,800, Szalad .33,600, Temes 4500, Torna 3200, Thurocz 5600 , Tolna 18,000, Torontat 6000, Trcnestn 24,000, Ugocs 3300, Ungh 17,000, Veszprim 36,000, Weißenburg 10,300, Wieselburg 10,000, Zips 6000, Zemplin 35,000. Die Städte: Kaschau 3200, Fünfkirchm 2200, Güns 4000, M. Theresiopel 5000, Neusatz 400, Ofen 4400, Pesth 169,200, Skalitz 1200 / Szcgedin 10,400, Trencsin 2400, Temesvar 5200, Zombor 500. AuZ Desker^eich, im Nov. Die Gesammtzahl der Juden im österreichischen Kaiserstaate beträgt nach dem Ergebnisse der letztens vorgenommenen Zählungen 729,000 Köpfe. Sie vettheilt sich auf die verschiedenen Kronländer in folgender Weise: Oesterreich unter der Enns enthält 4296 Juden. Kärnten und Krain Küstenland . . . . < . 3530 ,, Tirol und Voralb erg . . . : 978 ,, Böhmen . . . . . . . 70,037 „ Mähren und Schlesien . . . 40,064 „ Galizien . . . . . . . 328,806 // Dalmatien . . . . . . 410 ir Lombardei . . . . . 2965 / f Venedig ... . . . 4760 u Militärgrenze ..... 537 „ Ungarn (annähernd) . . . . 265,620 it Siebenbürgen (annähernd) . 7000 n Nur in Oesterreich und Steiermark sindcn sich keine Eingebornen und Ansässigen dieses Glaubens vor. (W.Bl.) Preßburg, im Nov. Die Emaneipation ist eine duftende Rose. Die Inden möchten ihr gern wen Honig anssaugen; und ihre Feinde möchten ihnen von Herzen den ganzen Busch mit allen Dornen gönnen, nur fetten dieselben keine Rosen pflücken Beide Parteien aber scheinen keine klare Einsicht darüber zu haben, welcher Theil der Emaneipation der rosige, und welcher wiederum der dornige sei? Daher die vielen Inkonsequenzen, und die vielen Verworrenheiten. In Prag z. B. machten die Juden alle Anstrengungen, um den Anschluß der Josefstadt zu befördern; die Czcchen, hieraus schließend: darin liege der Honig, häuften Hinderniß ans Hinderniß. Hier wiederum sahen die Inden in den: Entziehen der Autonomie den Verfall ihrer Religion, und widerstrebten mit aller Kraft dein Anschluß des SchloßgrundeS an die Stadt-. Die Gegtler suchten mm den Anschluß Ästigst zu be-

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